Bad Kissingen

Straßen in Bad Kissingen: 2019 wird gebaut

4,5 Millionen Euro investiert die Stadt in drei Straßen. Nach wie vor ist unklar, wie sich das Wegfallen der Ausbaubeiträge auf die Finanzierung auswirkt.
Die Burgstraße in Reietrswiesen wartet seit Jahren auf die Sanierung. Foto: Benedikt Borst       -  Die Burgstraße in Reietrswiesen wartet seit Jahren auf die Sanierung. Foto: Benedikt Borst
Die Burgstraße in Reietrswiesen wartet seit Jahren auf die Sanierung. Foto: Benedikt Borst

Über etliche Schlaglöcher, Risse und andere Unebenheiten geht es die Burgstraße hinauf zur Deegenbergklinik . Patienten werden auf diesem Weg wenige Tage nach Operationen am Herzen, aber auch an Hüfte, Knie und Wirbelsäule zur Reha in das Krankenhaus gebracht. Täglich fahren Krankentransporte. "Es ist für alle Anrainer wichtig, dass die Straße gemacht wird", sagt Peter Deeg , ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des Hauses. Für die Patienten aber besonders, damit der Transport möglichst ohne Erschütterungen vonstatten geht. Je nach Gesundheitszustand könne das unangenehm bis schmerzhaft sein.

Die Burgstraße ist eins von drei Vorhaben, die die Stadt als nächste angeht. "Sie ist das Symbol der längst überfälligen Sanierung", kommentiert Oberbürgermeister Kay Blankenburg ( SPD ). Der Stadtrat habe das auch erkannt und sie im Ausbauprogramm der Stadt mit der höchsten politischen Priorität bewertet. Mit 1,9 Millionen Euro ist sie zudem ein großes und ein technisch anspruchsvolles Projekt. "Das wird nicht ganz einfach", sagt er. Die Straße ist schmal und steil, die Burgruine Botenlauben als Ausflugsziel, das Hotel Sonnenhügel und die Deegenbergklinik müssen gut erreichbar bleiben - auch für große Fahrzeuge wie Laster, und Busse.

Burgstraße (Reiterswiesen), Dr. Georg-Heim-Straße und Im Krautgarten (beide Garitz). Alle drei Maßnahmen werden derzeit geplant. "Am weitesten sind wir bei der Dr. Georg-Heim-Straße", berichtet der Leiter des Bauamts Jan Voll. Hier will die Stadt noch in diesem Jahr Bürgerbeteiligungen anbieten. Im Anschluss kann das Bauamt die Anregungen der Bürger in die Entwürfe aufnehmen. Danach geht es in den Stadtrat, der den Plänen zustimmen muss, danach werden die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben. Einen konkreten Baubeginn gibt es zwar noch nicht, 2019 soll es aber losgehen.

Die Dr. Georg-Heim-Straße wird als Umleitungsstrecke gebraucht, wenn das staatliche Bauamt Schweinfurt die Garitzer Kreuzung zum Kreisverkehr umbaut. Baustart hier ist allerdings erst für 2020 vorgesehen. Kritiker befürchten, dass die frisch sanierte Dr. Georg-Heim-Straße dann sofort wieder kaputt gefahren wird. Voll betont, dass die Stadt die Straße nicht mehr so lange liegenlassen kann, auch aus Gründen der Verkehrssicherheit .

Kreuzung wird abgefräst

Ähnlich schaut die Situation auch an der Garitzer Kreuzung aus. Dort werden demnächst Arbeiter anrücken, auch wenn die große Kreiselbaustelle noch zwei Jahre auf sich warten lässt. "Wir lassen die vorhandenen Spurrinnen abfräsen und wieder auffüllen, damit die Straße wieder eben ist", erklärt Rüdiger Köhler vom staatlichen Bauamt. Die Schäden sind so stark, dass sie nicht bis zur Erneuerung ignoriert werden können.

"Wir müssen die Asphaltverdrückungen ausgleichen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten", erklärt er. Die Arbeiten für den Garitzer Kreisel hätte nach der ursprünglichen Planung im Herbst 2017 starten sollen. Der Beginn verzögerte sich, weil die Planer noch nach einer geeigneten Lösung suchten, um den Radweg an der steilen Böschung abzustützen. Dazu wurde der Untergrund mit Tiefenbohrungen auf seine Beschaffenheit untersucht. Laut Köhler geht es 2019 um die endgültige Planung, steht diese werden die Arbeiten ausgeschrieben und Firmen beauftragt.

Fragen bei Finanzierung

Dass der Freistaat dieses Jahr die Straßenausbaubeiträge abgeschafft hat, ist Fluch und Segen zugleich. Oberbürgermeister Blankenburg betont, dass noch viele Fragen offen sind, was die Finanzierung der städtischen Straßenvorhaben angeht. Der Freistaat hat bislang 100 Millionen Euro pro Jahr in Aussicht gestellt. Die Summe soll ausgleichen, dass die Kommunen nicht mehr die Anwohner für Straßenbauprojekte zur Kasse bitten können.

Wie genau das Geld verteilt wird, steht noch nicht fest. Blankenburg schätzt, dass damit nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten zu decken ist. Trotzdem betont er: "Die Stadt hält trotz des Wegfalls der Straßenausbaubeiträge daran fest, konsequent die Erneuerung der Infrastruktur voranzutreiben."

Gotthard Schlereth ( CSU / FWG), Bürgermeister von Oberthulba und Kreisvorsitzender des bayerischen Gemeindetags, ist ähnlich skeptisch. "Richtige Klarheit hat man noch nicht", sagt er. Die Kommunen im Landkreis seien dringend auf die Beiträge der Anwohner angewiesen. In Bayern gebe es rund 100 000 Kilometer kommunale Straßen. "Da reichen die 100 Millionen Euro nicht aus." Der Freistaat müsse die Finanzierung sichern. Geschehe das nicht zufriedenstellend, müssten die Kommunen sich die Kosten etwa über die Grundsteuer holen.

Dass es keine Ausbaubeiträge mehr gibt, hat aber auch gute Seiten. Konkret zeigt sich das an der Burgstraße. "Da wäre die Verteilung der Kosten ein Problem gewesen", sagt Blankenburg. Weil der Verkehr zu Deegenbergklinik und Hotel Sonnenhügel die Straße erheblich beansprucht, aber alle Anwohner gleich hätten zahlen müssen. "Das hätte zu Unfrieden geführt", ist sich auch Peter Deeg sicher. So betrachtet, ist es ein Glücksfall, dass die Sanierung jahrelang geschoben wurde. "Manchmal lohnt es sich, wenn man Geduld hat", sagt er.

Investitionen in Straßen

Kostenschätzung Die Stadt Bad Kissingen rechnet für die drei Straßensanierungen mit Kosten von rund 4,5 Millionen Euro . Auf die Dr. Georg-Heim-Straße entfallen 2,1 Millionen , auf die Burgstraße 1,9 Millionen und auf Im Krautgarten 0,5 Millionen Euro . 1,6 Millionen schlagen für die Kanäle zu Buche, die Arbeiten an der Oberfläche kosten 2,9 Millionen Euro . lbo

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