Bad Kissingen

Straßensanierung in Bad Kissingen: Happy End im Krautgarten

Vor acht Jahren begann die Stadt bereits damit, die Sanierung des Sträßchens zu planen. Zwischenzeitlich war das Projekt gestoppt. Mit der Verkehrsfreigabe geht für die Anwohner jetzt eine lange Zeit des Wartens zu Ende.
Die Anwohner Anja Stärker-Kaiser, (von links), Günter Rüth und Hannelore Kiesel sind froh, dass der Krautgarten saniert ist. Foto: Benedikt Borst       -  Die Anwohner Anja Stärker-Kaiser, (von links), Günter Rüth und Hannelore Kiesel sind froh, dass der Krautgarten saniert ist. Foto: Benedikt Borst
| Die Anwohner Anja Stärker-Kaiser, (von links), Günter Rüth und Hannelore Kiesel sind froh, dass der Krautgarten saniert ist. Foto: Benedikt Borst

Sechs Monate Baulärm und Dreck hatten die Anwohner des Krautgartens am Ende zu ertragen. So lange hat es gedauert, bis das 135 Meter lange Sträßchen im Altort von Garitz einmal komplett saniert wurde. "Seit zehn Jahren haben wir darauf gewartet", erinnert sich Klaus Reichert an die Vorgeschichte.

Dass Kanal und Straße marode waren, war schon länger kein Geheimnis mehr. 2012 erarbeitete die Stadt zwar schon die ersten Pläne für die Sanierung , drei Jahre später wurde das Projekt allerdings in der Haushaltsplanung hinten angestellt. In den Jahren danach legten die Verwaltung und der Stadtrat schließlich in einer Priorisierungsliste fest, welche Straßen in welcher Reihenfolge erneuert werden müssen, und: Der Krautgarten stand auf dieser Liste ziemlich weit oben. 2018 nahm das Tiefbauamt das Vorhaben wieder auf und trieb die Planung voran. Im April diesen Jahres rückten schließlich die Bautrupps an. Reichert und die anderen Anwohner sind froh, dass sie keine Schlaglochpiste mehr vor ihren Häusern haben. "Der Zustand war zuletzt eine Katastrophe", meint Reichert.

Am Donnerstag wurde die Straße offiziell wieder für den Verkehr freigegeben. Tiefbau-Chef Thomas Hornung wies daraufhin, dass es sich beim Krautgarten um eine kleine Maßnahme gehandelt hat, im Vergleich zum 135 Kilometer umfassenden städtischen Straßennetz. Dennoch: "Es ist wichtig, eine kontinuierliche Infrastrukturerneuerung zu haben", sagte er.

Versorger erneuern Leitungen

Im Krautgarten wurden nicht nur der Hauptkanal, die Grundstücksanschlüsse, die Fahrbahn und die Gehwege erneuert, sondern wie zuletzt üblich alle anderen Versorgungsleitungen im Untergrund gleich mit. Sprich: Gas-, Wasser, und Stromleitungen sind neu, ein Glasfaserkabel der Stadtwerke liegt neu im Boden, Telekom , Vodafone und Kabel Deutschland haben ihre Kommunikationsleitungen getauscht , außerdem wurde die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt. Hornung: "Es ist schwierig, alle Beteiligten unter einen Hut zu bekommen. Wir haben dadurch längere Vorlaufzeiten. Aber wenn eine Maßnahme gut geplant ist, ziehen wir sie dann auch schnell durch." Trotz Corona war die Bauzeit drei Monate kürzer als geplant. Zur Verkehrsberuhigung wurde ungefähr in der Mitte der Ausbaustrecke eine kleine Fahrbahneinengung vorgesehen. Das Parken entlang der Straße erfolgt nun wechselseitig.

Dem Steuerzahler spart es Geld, wenn nicht nur Straße und Kanal, sondern auch alle Leitungen neu sind. Wenn eine Straße nicht schon nach ein paar Jahren wieder aufgegraben und dann geflickt wird, verlängert sich ihre Lebensdauer erheblich. Eine Straße in einem Wohngebiet wie der Krautgarten dürfte laut Hornung dann bis zu 60 Jahre halten.

"Das entscheidende für die Anwohner ist, dass es wieder flutscht", sagte Oberbürgermeister Dirk Vogel ( SPD ). Zudem entstehen für die Anwohner keine Kosten mehr, durch den Wegfall der Straßenausbaubeiträge (Strabs). "Wir als Stadt haben damit natürlich unsere Probleme", sagte er. Die Stadt bleibt ohne Strabs auf höheren Kosten pro Baustelle sitzen. Zwar unterstützt die Regierung mit höheren Fördersummen, das Plus hier reicht aber nicht aus, um die fehlenden Anwohnerbeiträge zu kompensieren.

Burgstraße: Kanal ist fertig

Bei den anderen beiden städtischen Straßenbaustellen dauert es noch, bis der Verkehr wieder rollt. Wie Marcel Zimmermann vom Tiefbau berichtet, sind in der Burgstraße die Kanalarbeiten abgeschlossen. "Hier haben wir gerade mit dem Straßenbau begonnen", sagt er. Die Arbeiten sollen im nächsten Jahr beendet werden.

In der Dr.-Georg-Heim-Straße ist der erste Teilbereich von der Adalbert-Stifter-Straße bis zur Steinmauer wieder befahrbar, die Arbeiten am Teilbereich von der Adalbert-STifter-Straße bis zur Dr.-Georg-Heim-Straße 57 haben begonnen. Dieser Abschnitt ist zu Fuß zu erreichen. Die Flemingstraße kann aus Richtung Kernstadt angefahren werden. Die Bushaltestellen im Bereich der Baustelle entfallen ersatzlos, die Anwohner können weiterhin die Haltestelle vor der Dr.-Georg-Heim-Straße 15 und 20 oder in der Heinrich-Heine-Straße 23 nutzen. Die Umleitung ist ausgeschildert.

Infos zur Baustelle

Im Krautgarten Straße und Kanal wurden auf einer Länge von 135 Metern erneuert. Die Fahrbahn ist jetzt sechs Meter breit, die Gehsteige 1,50 Meter. Die Gesamtkosten betragen rund 929 000 Euro, davon entfallen 330 000 Euro auf den Kanal und 599 000 Euro auf die Straße. 250 000 Euro bezuschusst die Regierung von Unterfranken .

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