Hammelburg

Studie zur Hammelburger Realschul-Sanierung

Eigentlich ist man sich ja einig, dass neu gebaut werden soll. Im Kulturausschuss des Kreistags ging's aber jetzt erst mal darum, wie teuer eine Generalsanierung käme.
War am Montag Thema im Kulturausschuss des Kreistags: die Machbarkeitsstudie zu einer potenziellen Sanierung der Jakob-Kaiser-Realschule in Hammelburg.  Foto: Archiv Wolfgang Dünnebier       -  War am Montag Thema im Kulturausschuss des Kreistags: die Machbarkeitsstudie zu einer potenziellen Sanierung der Jakob-Kaiser-Realschule in Hammelburg.  Foto: Archiv Wolfgang Dünnebier
| War am Montag Thema im Kulturausschuss des Kreistags: die Machbarkeitsstudie zu einer potenziellen Sanierung der Jakob-Kaiser-Realschule in Hammelburg. Foto: Archiv Wolfgang Dünnebier

Im geplanten Schulzentrum Hammelburg soll künftig, neben dem Gymnasium , auch die Realschule angesiedelt werden. Die Idee, den gesamten Campus, also auch den Neubau der Realschule , sozusagen in einem Wurf zu überplanen, war in der Sitzung des Kreiskulturausschusses im Januar 2020 angedacht worden. Man verspreche sich davon Synergie-Effekte für beide Schulhäuser, hieß es damals. Doch zunächst wird nun das neue Gymnasium geplant und gebaut.

Synergie-Effekte soll es trotzdem geben. Was den Neubau der Realschule angeht, sind zunächst gewisse Präliminarien zu erfüllen. So muss erst einmal, wie stets üblich, auch im Fall des Hammelburger Schulgebäudes die Unwirtschaftlichkeit einer Sanierung belegt werden.

Die Regierung von Unterfranken stimmt einem Neubau zu, wenn die zuweisungsfähigen Sanierungskosten mindestens 80 Prozent des Neubau-Werts (zuwendungsfähige Kosten) entsprechen, hieß es im Kulturausschuss. Der Landkreis hatte deshalb im Januar 2020 das Architekturbüro Wiener und Partner (Karlstadt) mit einer Machbarkeitsstudie für eine potenziell mögliche Sanierung der Realschule beauftragt, die am Montag im Ausschuss vorgestellt wurde.

Mehrere Gebäudeteile

Die Darstellung von Architektin Silja Wiener war umfangreich. Im Wesentlichen ging es um Folgendes: Aktuell nutzt die Realschule vier Gebäude : das aus zwei Teilen bestehende Hauptgebäude aus den Baujahren 1972 und 1974, das 2004 saniert wurde ( Bauteil A), den Erweiterungsbau aus dem Jahr 2007 ( Bauteil B), die frühere Landwirtschaftsschule , die zur Hälfte auch von der Saaletalschule mitgenutzt wird und welche in den 1950er Jahren gebaut und 1988 saniert wurde (C) und die Turnhalle der Saaletalschule (D). 3877 Quadratmeter Fläche waren im Dezember 2019 für die Realschule als aktuelle Nutzfläche festgelegt worden.

Neues pädagogisches Konzept

Für die Machbarkeitsstudie zur möglichen Sanierung wurden nur die zwei Teile des Hauptgebäudes und die Hälfte der früheren Landwirtschaftsschule herangezogen, führte die Karlstädter Architektin aus. Der Erweiterungsbau sei nicht einbezogen worden, weil dort kein Sanierungsbedarf bestehe. Zudem wurden bei der Studie die Änderungen, die ein künftiges, neues pädagogisches Konzept für die Realschule erfordert, nicht eingearbeitet, hieß es ausdrücklich. Der Landkreis habe dies nicht gewünscht.

Gegenüberstellung der Kosten

Die Kosten für einen Neubau der Realschule wurden von Wiener und Partner mit 18,28 Millionen Euro angegeben. Für die Sanierung des Hauptgebäudes und eines Flächenteils der früheren Landwirtschaftsschule errechnete das Karlstadter Büro Kosten in Höhe von 15,67 Millionen Euro. Die Sanierungskosten würden mehr als 80 Prozent der Neubaukosten (genau 85,7 Prozent) betragen, hieß es.

Die Maßnahmen, die bei einer Generalsanierung anfielen, wären allerdings sehr umfangreich, wie aus dem Konzept der Karlstädter hervorgeht: Man müsste die Gebäudeteile entkernen, bis auf den Rohbau zurückbauen und Teile der Gebäudehülle abbrechen, geht aus dem Konzept hervor. Unter anderem müssten Dach und Fassaden nach neuestem Standard saniert und die Sanitärbereiche umgebaut und runderneuert werden. Notwendig wären zudem brandschutztechnische Maßnahmen, wie der Studie zu entnehmen ist. Nicht zu vergessen: die Umstellung auf Barrierefreiheit in den Gebäuden .

Studie geht an die Regierung

Die Unterlagen des Architekturbüros müssen nun an die Regierung von Unterfranken weitergeleitet werden, hieß es im Ausschuss. In der Sitzung bekannt gegeben wurde auch, dass das Büro Gernot Schulz damit beauftragt wurde, ein auf den Neubau der Realschule zugeschnittenes Programm zu erarbeiten, welches das zukünftige pädagogische Konzept der Schule abbildet. Das soll im Zeitraum April 2021 bis September 2022 passieren.

Große Diskussionen zu dieser Studie gab es im Ausschuss nicht. Landrat Thomas Bold wies darauf hin, dass zu den Kosten für die Generalsanierung noch Übergangskosten kämen und auch die Umsetzung eines neuen pädagogischen Konzepts im zu sanierenden Schulhaus ihren Preis hätte. CSU-Kreisrat Harald Hofmann brachte es auf den Punkt: Das aktuelle Gebäude spiegle die schulpädagogischen Anforderungen von vor 50 Jahren wieder, sagte er. Selbst wenn man das Haus sanieren würde, könnte man nicht allen modernen Erfordernissen gerecht werden, sagte er. So dass man vermutlich Neues hinzubauen müsste.Isolde Krapf

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