Bad Kissingen

Stummfilm mit Musik fasziniert

Erstes Abonnementkonzert mit spannender Kunstform: Staatsbad Philharmonie begeisterte mit Stummfilm-Konzert.

Mit dem neuen Format der Abonnement-Konzerte möchte die Staatsbad Philharmonie Kissingen an ihre "Große Berliner Salonorchester-Besetzung" anknüpfen und dem Publikum sämtliche Facetten dieser ganz besonderen Orchestergattung zwischen 1880 und 1935 nach und nach vorstellen. Auch will die Staatsbad Philharmonie dazu beitragen, Bad Kissingen stilgerecht als Unesco-Weltkulturerbe-Bewerber zu repräsentieren, heißt es in einer Mitteilung.

"Der Schatz" von 1923

Ein Stummfilm mit Live-Musik ist dazu besonders geeignet. Zum einen gelten Filmkonzerte als die spannendste Kunstform unserer Zeit, zum anderen stimmt die Epoche der Stummfilme zeitlich mit dem Wirken der Münchner Philharmoniker und der Wiener Symphoniker in den Musiksälen Bad Kissingens überein. Da die Orchesterbesetzung zum Stummfilm "Der Schatz" von 1923 des französischen Komponisten Max Deutsch genau auf die Größe der Staatsbad Philharmonie Kissingen zugeschnitten ist, konnte auch für dieses Projekt wieder der international aufstrebende und gerade für Stummfilm-Musikbegleitungen spezialisierte Dirigent Stefan Geiger gewonnen werden.

Heute entstehen länderübergreifend in vielen Städten Stummfilm-Festivals und sogar wieder spezielle Kino-Orchester. Bestes Beispiel dafür ist Berlin. Das "Babylon", in den Zwanzigern als Stummfilmkino eröffnet und inzwischen Austragungsort des Film-Festivals "Berlinale", zeigt wieder Stummfilme, seit 2019 mit eigenem Babylon-Orchester. Das erste Kino-Orchester des 21. Jahrhunderts in Berlin ist das 2017 gegründete Metropolis Orchester. Die Musik steigert die Wirkung der Bilder enorm, wie die Konzertbesucher sehr schnell feststellen konnten.

75 Minuten ohne Pause

Während der 75 Minuten Laufzeit des Films beeindruckte die ohne Pause durchgespielte und als organisch Ganzes empfundene, sehr polyphone Musik von Max Deutsch mit Anklängen an zahlreiche Werke anderer Komponisten der Spätromantik und des Expressionismus.

Dirigent Stefan Geiger gelang es bestens, die spannenden Momente im Film punktgenau mit den Soli der verschiedenen Orchesterstimmen zu treffen. Bilder und Musik verstärkten sich gegenseitig. Am Ende gab es tosenden Beifall. Der Dirigent wurde mehrfach zurückapplaudiert. Dazwischen deutete Stefan Geiger einen Kniefall vor den Musikern an, gratulierte jedem Einzelnen per Handschlag, Kusshand oder Applaus.

Nach diesem fulminanten Auftakt der neuen Konzertreihe darf man also gespannt sein, welche Klang-Facetten die Staatsbad Philharmonie Kissingen in ihrem nächsten Abonnement-Konzert vorstellen wird.

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