Bad Kissingen

Stunde der Gartenvögel: Zeit für die Natur

Zweimal im Jahr ruft der Landesbund für Vogelschutz die Allgemeinheit zur Zählung von Vögeln in Gärten und Parks auf. Mitmachen kann jeder.
Im eigenen Garten oder auf der Parkbank können sich interessierte Naturfreunde an der Vogelzählung 'Stunde der Gartenvögel' beteiligen.Heike Beudert       -  Im eigenen Garten oder auf der Parkbank können sich interessierte Naturfreunde an der Vogelzählung 'Stunde der Gartenvögel' beteiligen.Heike Beudert
Im eigenen Garten oder auf der Parkbank können sich interessierte Naturfreunde an der Vogelzählung "Stunde der Gartenvögel" beteiligen.Heike Beudert

Wenn in Gärten, Parks und draußen in der Natur wieder überall das Zwitschern und Singen der Vögel zu hören ist, schlägt beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) die Stunde der Gartenvögel. Vom 8. bis 10. Mai sind alle Naturfreunde dazu aufgerufen, entweder in ihrem Garten oder in Grünanlagen ihres Wohnortes eine Stunde lang Vögel zu zählen.

Der Kreisgruppen-Vorsitzende Dieter Fünfstück hofft, dass es auch im Landkreis viele Menschen gibt, die sich die Zeit nehmen und an dem Projekt teilnehmen. "Citizien Science" wird wird diese Art der Forschung genannt, in der Bürger einbezogen werden, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu bekommen.

Dieter Fünfstück erhofft sich von der Sommerzählung dieses Mal auch Erkenntnisse zum Blaumeisensterben. Bisher scheint es so, dass der Landkreis noch nicht sehr betroffen ist. Zumindest liegen dem Kreisgruppenvorsitzenden bislang nur wenige Meldungen über tote Blaumeisen vor. Allerdings sei das nicht unbedingt aussagekräftig, weil tote Vögel oft von Aasfressern vertilgt werden, erklärt der Vogelkundler . Die Zählung könne eventuell einen Trend aufzeigen bzw. Hinweis geben, ob die Krankheit bei uns schon verbreitet ist, so Dieter Fünfstück.

Erkennbare Trends

Trends zu erkennen, ist auch für den Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz, Franz Zang, wesentlich bei der Vogelzählung. Wenn Gartenbesitzer das Ausbleiben einer Vogelart im Frühjahr registrieren oder einen neuen gefiederten Gast entdecken, muss das nicht gleich ein Indiz für eine regionale oder bundesweite Veränderung sein. Aber wenn viele bei der Aktion mitzählen, ließen sich durchaus Trends feststellen.

Auch wer sich nicht perfekt in der Vogelwelt auskennt, kann mitmachen, versichert Dieter Fünfstück. Das Infomaterial des Landesbundes gebe die nötige Unterstützung. Die Zählung erfordere ansonsten kaum Aufwand. "Man kann sich auch in den Liegestuhl legen. Wenn man sich ruhig verhält, kommen die Vögel ", sagt Dieter Fünfstück. Seine Bitte ist, zusätzlich ein Augenmerk auf Mauersegler und Schwalben zu haben.

Dass das Wissen um die Vielfalt in der Vogelwelt kleiner wird, bedauert Dieter Fünfstück Er hat das Gefühl , das Interesse daran sei ein bisschen verloren gegangen. "Man muss froh sein, wenn heute noch einer einen Spatz von einer Meise unterscheiden kann". Das sieht er auch daran, dass früher Vogelstimmenwanderungen ein großes Echo fanden. "Heute kommt kaum mehr jemand", bedauert Dieter Fünfstück.

Franz Zang gehört zu den Naturfreunden , die genau wissen, wer in ihrem Garten zwitschert. "Ich freue mich, wenn ich morgens aufstehe und meine Singdrossel höre", sagt er. Deshalb ist für ihn die Stunde der Gartenvögel nicht nur Teilhabe an einem wissenschaftlichen Projekt, sondern viel mehr. Die Aktion sei eine Möglichkeit, die Natur in dieser Stunde ganz bewusst als Geschenk wahrzunehmen und einen neuen Zugang dazu zu finden. Er kenne Leute, die sich gerade deshalb auf die Aktion freuen .

Am besten sei es, am Morgen oder dann wieder ab dem späten Nachmittag die Zählung durchzuführen, erklärt Dieter Fünfstück. In der Mittagszeit sei es eher ungünstig, denn da machen auch die Vögel gerne eine Pause.

Die Zählung:

Wer Mitmachen kann jeder Spaß an der Natur hat. Ein eigener Garten ist nicht nötig. Gezählt werden kann auch von einer Parkbank aus. Zwischen dem 8. und 10. Mai soll eine Stunde lang gezählt werden.

Wie Der Landesbund für Vogelschutz weiß, dass es für den Laien schwierig sein kann, die einzelnen Vogelarten zu unterscheiden. Deshalb gibt es auf der Homepage des Landesbundes und auch des Naturschutzbundes umfangreiches Informationsmaterial speziell zur Zählung. Dort wird auch genau erläutert, wie gezählt werden soll. Außerdem kann der Meldebogen heruntergeladen werden. Die häufigsten Gartenvögel sind im Bild dargestellt und auch Tonbeispiele sind aufgeführt. Auch ein Fotowettbewerb läuft aktuell zu diesem Thema.

Info https://www.lbv.de

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