Bad Kissingen

THW Bad Kissingen jetzt in neuer Unterkunft

66 Jahre nach der Gründung ist der THW Ortsverband Bad Kissingen wieder zurück in Bad Kissingen. "Die kleine, aber feine Truppe" - so Schirmherr Thomas Bold - nahm mit ihren 25 Aktiven und insgesamt 110 Mitgliedern nicht nur offiziell ihr neues Domizil in Beschlag, sondern öffnete es am Sonntag auch für Besucher.
Die große Halle für die Fahrzeuge war ausgeräumt und mit Biertischgarnituren bestückt. Klaus Werner       -  Die große Halle für die Fahrzeuge war ausgeräumt und mit Biertischgarnituren bestückt. Klaus Werner
Die große Halle für die Fahrzeuge war ausgeräumt und mit Biertischgarnituren bestückt. Klaus Werner

Die große Halle für die Fahrzeuge war ausgeräumt und mit Biertischgarnituren bestückt, die blauen Fahrzeuge standen im Innenhof parat und das Verwaltungsgebäude präsentierte sich mit seinen Personal-, Unterrichts- und Büroräumen. Alles war bereit für ein Wochenende, an dem sich der Bad Kissinger Ortsverband des Technischen Hilfsdienstes (THW) der Öffentlichkeit präsentierte. Am Samstag gab es einen offiziellen Teil, bei dem offiziell der Schlüssel für die neue Liegenschaft im Maria-Ward-Weg überreicht und das neue Bergungsfahrzeug ökumenisch gesegnet wurde.

Zu diesem kleinen Festakt konnte THW-Ortsbeauftragter Philipp Kiesel zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Er erinnerte an die Gründung und die ersten Jahre an unterschiedlichen Standorten in Bad Kissingen , bevor man 1981 in die Waldsiedlung von Rottershausen, einem ehemaligen Munitionsdepot, umzog. Vor zwei Jahren fand der Spatenstich für das aktuelle Gebäude statt.

Die neue Unterkunft liege zentral und biete mehr Platz für Verwaltung, Werkstatt mit Werkshalle, Schulungs- und Personalräume. Er dankte der Helfervereinigung für die Finanzierung der geräumigen Küche und dem Bund für die Bereitstellung eines neuen Gerätekraftwagens, der an die Bergungstruppe übergeben wurde. Die Schlüssel für das mächtige Fahrzeug mit umfassender Ausrüstung und vielen Assistenz- und Sicherheitssystemen überreichte er an Sebastian Sebald als Gruppenführer der Bergungsgruppe.

Landrat Thomas Bold sagte, es sei ihm eine besondere Ehre, die Schirmherrschaft zu übernehmen, "denn in meinem früheren Leben als Polizist war ich dem THW für die professionelle Hilfe in Ausnahmefällen dankbar". Die neue Unterkunft biete beste Voraussetzung für die Truppe, deren Einsatz man bei regionalen, nationalen und internationalen Katastropheneinsätzen zu schätzen wisse. Aber auch bei großen Ereignissen wie dem Rakoczyfest könne man auf das THW immer zählen. Im Rahmen der Klimaänderungen veränderten sich die Herausforderungen, meinte Bold und bezog sich Großschadensereignisse wie Regenunwetter und Schneechaos. Er erwähnte auch, dass der Landkreis die Anschaffung eines neuen Stromaggregats mit mehreren 10.000 Euro unterstützt habe.

Hendrik Maler, Referatsleiter vom bayrischen THW-Landesverband, erklärte, dass dank der guten Ausstattung die Kissinger THWler ideale Bedingungen für Ausbildung, Seminare und Geselligkeit hätten. "Der Katastrophenschutz ist wesentlich für die Bevölkerung", sagte Maler, und dieser lebe vom ehrenamtlichen Engagement. Er wünschte sich, dass "das Haus eine blaue Seele erhalte", und das blaue THW-Wappen als Geschenk solle einen angemessenen Platz erhalten.

Lutz Leide von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben lobte die Tradition, "dass die Einweihung mit Musik und kirchlichem Segen hochgehalten wird". Von der Nähe zu den Wohngebieten sei er überrascht gewesen und er hoffe auf gute Nachbarschaft. Er beklagte, dass es immer öfter zu Respektlosigkeiten gegenüber Einsatzkräften komme.

Stadtrat Richard Fix sagte, dank der zentralen Lage auf dem "städtebaulichen Premiumgrundstück" sei man in die soziale Struktur des Quartiers eingebunden. Kiesel bestätigte das gute Verhältnis zum Bürgerkreis des Quartiers Nord-Ost, der sich als Kuchenlieferant für den Sonntag angeboten habe.

Weitere Grußworte kamen von Franz Kuhn , Bürgermeister von Oerlenbach, von Alexander Kretz, Geschäftsführer der BRK Bad Kissingen und von Stefan Haschke , Leiter der örtlichen Polizeiinspektion, der betonte, dass mit dem Umzug "die Blaulicht-Familie näher zusammenrücke". Stadtbrandinspektor Harald Albert erinnerte in seinem Grußwort an das Hochwasser von 2003, als die Hochleistungspumpe des THW die Stadt vor der Katastrophe gerettet habe.

Mit dem ökumenischen Segen für die Liegenschaft und das neue Fahrzeug sowie für alle ehrenamtlichen Helfer beschlossen Pfarrvikar Michael Schmitt und der evangelische Pfarrer Marcus Döbert den offiziellen Teil der Veranstaltung, an den sich ein Rundgang durch die Räume und der gesellige Teil anschloss.

Eckdaten zum neuen Gerätekraftwagen

Der auch als "rollende Werkzeugkiste" bezeichnete Gerätewagen des THW führt technische Ausrüstung und Werkzeuge mit, die von den Einsatzkräften zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigt wird. Der GKW gehört zum Fuhrpark der Bergungsgruppen und ist deren wichtigstes Fahrzeug. Vom Schraubenschlüssel über Bohrmaschine, Tauchpumpe, Kettensäge bis hin zum hydraulischen Rettungsgerät ist alles mit an Bord.

Der auf einem MAN TGM 18.290 4x4 BB Fahrgestell aufgebaute Gerätekraftwagen hat ein Leergewicht von 9,8 Tonnen und ein zulässiges Gesamtgewicht von 16 Tonnen. Der Innenraum bietet den neun Einsatzkräften und der Ausstattung jetzt deutlich mehr Platz als sein Vorgänger, das 30 Jahre genutzt wurde. Es verfügt über eine eingebaute Seilwinde mit bis zu zehn Tonnen Zugkraft, die Blaulichter und die Umfeldbeleuchtung sind jetzt komplett in LED Technik ausgeführt. Der Motor hat 290PS und erfüllt die Abgasnorm Euro 6.

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