Bad Kissingen

Toilettenpapier als Kunstobjekt

Mit dem Phänomen Hamsterkäufe setzte sich die aus Hofheim stammende Künstlerin Jannina Hector auseinander. Ihre dabei entstanden Werke erhielt jetzt der Hospizverein Bad Kissingen e.V.
Bei der Übergabe der Bilder (hinter Reihe von links): Klaus Bils, Rita Hillenbrand, Karin Kächele. Vorne sind zu sehen (von links): Die Sponsorin der Bilder Dr. Angela Herbert, Dr. Rikowski, Dr. Reinhard Höhn ( 1. Vorsitzender) sowie die Künstlerin Jannina Hector.  Foto: Margrit Höhn       -  Bei der Übergabe der Bilder (hinter Reihe von links): Klaus Bils, Rita Hillenbrand, Karin Kächele. Vorne sind zu sehen (von links): Die Sponsorin der Bilder Dr. Angela Herbert, Dr. Rikowski, Dr. Reinhard Höhn ( 1. Vorsitzender) sowie die Künstlerin Jannina Hector.  Foto: Margrit Höhn
| Bei der Übergabe der Bilder (hinter Reihe von links): Klaus Bils, Rita Hillenbrand, Karin Kächele. Vorne sind zu sehen (von links): Die Sponsorin der Bilder Dr. Angela Herbert, Dr. Rikowski, Dr. Reinhard Höhn ( 1.

Dass man mit Toilettenpapier Freude machen, Begeisterung und Verwunderung auslösen kann, war den Mitarbeitern und Vorstandsmitgliedern des Hospizvereins Bad Kissingen e.V. anzusehen, als sie Kunstwerke auf Toilettenpapier, die alle Unikate sind, überreicht bekamen. Dr. Angela Herbert, die sich dem Verein sehr verbunden fühlt, hat als Sponsorin die Verbindung zu der Künstlerin Jannina Hector hergestellt. In einer kleinen Runde fand die feierliche Übergabe der Bilder statt, in der sich die Künstlerin aus Hofheim mit ihren Arbeiten vorstellte und ihre Motivation zu diesem ungewöhnlichen Kunstprojekt erläuterte.

Humorvoll und auch ernst

Es war das maßlose Hamstern von Toilettenpapier zu Beginn der Coronakrise, das die Künstlerin zu ihrer Corona-Edition " Hamsterkäufe möglich" inspirierte. Die Möglichkeit, sich künstlerisch mit dem Phänomen Hamsterkäufe auseinanderzusetzen, war für sie ein humorvoller aber auch ernster Ansatz das Thema Corona aufzugreifen und umzusetzen und dreilagiges, gebleichtes Toilettenpapier mit bunten Motiven zu bedrucken. "Ich wollte nicht ins Jammern geraten", so die Künstlerin. "Denn", so Jannina Hector weiter: "Ich musste in dieser Ausnahmesituation erfinderisch sein, meine Workshops , Ausstellungen , Kurse, alles fiel weg. Keine Einnahmen waren da."

Die Idee, Klopapierblätter zu bedrucken, wurde von der Künstlerin sehr aufwendig umgesetzt. Dazu wurden Papierschnitte ihrer Motive angefertigt, die dann als Druckvorlagen dienten und mit Ölfarben in mehreren Arbeitsgängen auf das Papier gedruckt wurden. Ihre etwa 50 sehr farbenfrohen Motive sollen den Betrachter dazu einladen, "Geschichten zu erfinden, jeder kann sie interpretieren und sich seine eigenen Gedanken machen." Auffallend viele Tiere sind zu finden: ein vollgefressener Hamster, ein Fisch, der den Virus verschlingt, Vögel, die das Virus im Schnabel halten, "weil gerade in der Krisenzeit Haustiere für die Menschen so wichtig waren," erklärt die Künstlerin auf Nachfrage.

Bisher hat sie für ihre Arbeiten schon viel positive Resonanz erfahren, und es hat sie glücklich gemacht, zu spüren, dass sie unterstützt wird, denn sowohl Künstlerkollegen wie auch kunstinteressierte Menschen "wollen, dass es weitergeht", so die Künstlerin. Jannina Hector, die an der Neuen Kunstschule in Zürich studierte, lebt und arbeitet in Hofheim. In regelmäßigen "Ateliertagen", in Workshops und Kursen, können Besucher sie bei ihrer Arbeit erleben. Unter www.jannina-hector.de sind weitere Infos zu erfahren.

Die Bilder werden in den Räumen des Hospizbüros ihren Platz finden. Der 1. Vorsitzende des Vereins, Dr. Reinhard Höhn , dankte mit einem Blumenstrauß Dr. Angela Herbert, die die Bilder spendete und betonte, dass diese besonderen Kunstwerke auch ein Symbol dafür seien, daran zu erinnern, wie schwierig und einschränkend die Zeit der Coronapandemie für die hospizliche Arbeit war und immer noch ist. Aber sie seien auch ein Symbol für Hoffnung und Dankbarkeit, dass auch in Krisenzeiten Vorstand, Mitarbeiter und Hospizbegleiter Wege und Möglichkeiten gefunden haben, den Kontakt zu den Betreuenden zu halten, und so ihre Verbundenheit und Nähe zeigen konnten, heißt es in der Mitteilung des Vereins. Der Hospizverein steht jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung. Kontakt: Tel.: 0971/785 88 56, sowie per Mail: hospizverein_badkissingen@t-online.de .

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