Nüdlingen

Torturm in Nüdlingen bald in neuem Glanz

Weil der zum Heimatmuseum gehörende Torturm in Nüdlingen seit Längerem diverse Mängel aufweist, lässt die Gemeinde ihn nun restaurieren. Welche Arbeiten werden verrichtet und wie läuft der Museumsbetrieb während der Coronabeschränkungen?
Im Torturm ist Platz für Sonderausstellungen des Heimatmuseums. Jetzt wird er restauriert.  Foto: Ellen Mützel       -  Im Torturm ist Platz für Sonderausstellungen des Heimatmuseums. Jetzt wird er restauriert.  Foto: Ellen Mützel
Im Torturm ist Platz für Sonderausstellungen des Heimatmuseums. Jetzt wird er restauriert. Foto: Ellen Mützel

Der Torturm des Nüdlinger Heimatmuseums ist seit dieser Woche von oben bis unten in ein Gerüst gepackt. Er bildet mit dem Heimatmuseum links und Vereinsräumen rechts die sogenannten Alte Schule und gehört der Gemeinde Nüdlingen . Nüdlingens 1. Bürgermeister Harald Hofmann ( CSU ) weiß: "Der Turm muss restauriert werden. Er ist aus dem 13. Jahrhundert."

Und das macht sich bemerkbar. Bei manchen Stellen regne es ins Dach. Auf der Seite der Kirche sei ein Fenster herausgefallen. Und die Außenfassade müsse erneuert werden.

Um die Reparaturarbeiten zu beginnen, hat die Gemeinde die Denkmalbehörde eingeschaltet. Denn Torturm und angrenzendes Heimatmuseum stehen unter Denkmalschutz . Die Behörde gibt Anweisungen, wie die verschiedenen Bereiche der Restaurierung zu bewerkstelligen ist.

Eigene Maler vom Bauhof

"Die Denkmalbehörde hat die Fenster begutachtet. Wahrscheinlich wird es so sein, wie bei dem Heimatmuseum vor zwei Jahren." Damals hatten die Arbeiter die Fenster ausgebaut, restauriert, und wieder eingesetzt. "Genaueres wissen wir, wenn die Fenster begutachtet worden sind. Aufträge sind dafür noch nicht raus", sagt Hofmann, und weiter: "Für den Außenbereich habe ich sehr gute Arbeiter vom Bauhof , das machen wir also selbst".

Die Maler und Verputzer hätten schon das Museum links daneben und die gegenüberliegende Museumsgaststätte "Zum Stern" hergerichtet. Da es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, müssten auch die verwendeten Farben und Materialien darauf abgestimmt sein. "Was unter dem Dach ist, wissen wir nicht." Die Bauarbeiter müssten es abdecken und dann sei zu begutachten, ob das Gebälk noch in Schuss ist.

Wie lange es dauern und wie viel es kosten soll

Weil es zusätzlich eine Außenbaustelle ist, ist Hofmann sich nicht sicher, wie lange die Arbeiten dauern werden. "Die Planung ist, dass es fertig wird. Das Wetter muss mitspielen. Und wir wissen nicht, was mit den Balken ist, auch nicht den exakten Stand der Fenster." Sein Wunsch sei es, dass es nach dem Sommer fertig ist.

Zu den Kosten äußert sich Hofmann so: "Wir haben im Haushalt 50 000 Euro eingestellt, ich hoffe, das reicht. Wenn man ein Denkmalgeschütztes Haus angeht, ist das wie auf hoher See und vor Gericht. Man weiß eben nie, was kommt." Der Heimatverein müsse sich nicht an den Kosten beteiligen.

Sonderausstellung fiel flach

Um das Innere des Torturms und des Museums kümmern sich Ehrenamtliche des Heimatvereins. Oben im Turm ist die Turmstube, in der sich Waffen und Uniformen befinden. Im Erdgeschoss ist der Raum für die Sonderausstellungen. Peter Brust, erster Vorsitzender des Heimatvereins erläutert: "Wir haben für unser Heimatmuseum ein neues Konzept ausgearbeitet. Vor ungefähr drei Jahren haben wir begonnen, Sonderausstellungen zu organisieren."

Ab Mai sei wieder eine Sonderausstellung geplant gewesen. Diesmal mit Barbiepuppen. Die Ausstellung war auch schon im Bismarckmuseum zu sehen. "Dann kam aber Corona. Deswegen haben wir erst mal abgewartet, wie die Situation weitergeht", sagt Brust.

Zu klein für den Betrieb

Wann die Ausstellung starten wird, weiß der Vorsitzende nicht: "Mit den Lockerungen kam dann die Regel, dass nur eine Person auf 20 Quadratmetern sein darf." Museumsleiter Bernd Hein ergänzt: "Wir haben vielleicht 90 Quadratmeter, bei den aktuellen Regelungen können da vielleicht fünf Leute rein." Er erzählt weiter, dass die Ausstellung noch nicht bestückt sei. Wegen Corona hätten sie es aufgeschoben.

Für die Dauerausstellung gibt es keine regelmäßigen Öffnungszeiten. Während der Sonderausstellung hat das Museum in der Regel einmal in der Woche geöffnet, meist Sonntag.

In finanzielle Probleme kommt der Heimatverein deswegen nicht. "Wir haben derzeit keine Einnahmen, aber zum Glück auch keine großen Ausgaben", sagt Museumsleiter Hein. Miete habe der Heimatverein für das Gebäude nicht zu zahlen.

"Immer noch gerne besucht"

Als Museumsleiter Hein auf die vergangenen Jahre zurückblickt, sagt er: "Das Museum ist immer noch gerne besucht.Vor ein paar Jahren war es kurz in einer Art Dornröschenschlaf." Deswegen wäre ihnen die Idee der Sonderausstellungen gekommen. Und die liefen gut: "Da hat man wieder gesehen, was die Leute für ein Interesse daran haben."

Für die kommenden Wochen vermutet er: "Wenn in nächster Zeit wieder alles gelockert ist, wollen die Leute doch eher rausgehen, als sich in so ein Museum zu begeben."

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