Volkersberg

Unterfranken: Was macht Corona mit der Jugendarbeit?

Durch das Verbot von Klassenfahrten ringen Jugendhäuser um ihre Existenz. Auch der Volkersberg ist betroffen.
Tina Muck ist die Geschäftsführerin des Bezirksjugendrings Unterfranken. Auf dem Volkersberg moderierte sie ein Gespräch zwischen Jugendlichen, Eltern und Lehrern zur Corona-Pandemie. Foto: Ulrike Müller       -  Tina Muck ist die Geschäftsführerin des Bezirksjugendrings Unterfranken. Auf dem Volkersberg moderierte sie ein Gespräch zwischen Jugendlichen, Eltern und Lehrern zur Corona-Pandemie. Foto: Ulrike Müller
| Tina Muck ist die Geschäftsführerin des Bezirksjugendrings Unterfranken. Auf dem Volkersberg moderierte sie ein Gespräch zwischen Jugendlichen, Eltern und Lehrern zur Corona-Pandemie. Foto: Ulrike Müller

Unter der Überschrift "Bildung ist mehr als Schule " diskutierten Jugendliche , Eltern und Lehrer über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Jugendarbeit . Tina Muck, Geschäftsführerin des Bezirkjugendrings Unterfranken, moderierte das Sommergespräch. Sie kritisiert das Verbot von Klassenfahrten und fordert mehr Handlungsspielräume für die Jugendarbeit ab Herbst.

Frau Muck, was bedeutet die Corona-Pandemie für die Jugendarbeit in Unterfranken?

Tina Muck: Sie war und ist eine große Herausforderung mit vielen Einschränkungen, weil Jugendarbeit landauf und landab nicht stattfinden konnte - sei es auf dem Volkersberg , in der offenen Jugendarbeit oder in Jugendverbänden . Sie ist aber auch mit viel Kreativität verbunden gewesen, während des Lockdowns trotzdem Kontakt zu den jungen Menschen zu halten. Das ging beispielsweise im Freien oder online.

Wie steht es finanziell um die Träger der Jugendarbeit ?

Das ist ganz unterschiedlich. Es sind viele Veranstaltungen ausgefallen, so dass an verschiedenen Stellen wichtige Einnahmen für die Jugendarbeit weggefallen sind. Denken Sie nur einmal an den Bratwurst-Verkauf eines Verbandes beim örtlichen Gemeindefest des Karnevalsvereins zum Beispiel. Diese Einnahmen würden normaler Weise für die Jugendarbeit wieder eingesetzt werden. Außerdem haben weniger Maßnahmen stattgefunden, die staatlich gefördert wurden. Das könnte den Eindruck erwecken, dass auch in den nächsten Jahren weniger Geld benötigt wird. Dies ist falsch.

Wie sieht es mit Kurzarbeit aus?

Bedauerlicherweise ist auch Kurzarbeit in der Jugendarbeit ein Thema. In der Region musste der Volkersberg für die Mitarbeiter im Tagungsbereich Kurzarbeit beantragen. Für den Bildungsbereich ist dies nicht geschehen, hier ist Arbeit vorhanden und neue Wege der Bildungsarbeit wurden beschritten.

Das Bayerische Kultusministerium hat Klassenfahrten bis Ende Januar 2021 verboten. Sie kritisieren das deutlich. Warum?

Die Jugendringe sind nicht die einzigen, die diese Entscheidung kritisieren. Auch Eltern, Schüler und Lehrerverbände sehen das kritisch. Schule ist mehr als Bildung. Selbstbestimmtes Lernen und das Mitgestalten der Gesellschaft sind Kompetenzen, die Jugendliche in der Jugendarbeit lernen. Dazu sind Klassenfahrten ein wichtiger Bestandteil. Wenn all das wegfällt, wird den Jugendlichen noch mehr fehlen, als ihnen jetzt schon in dieser Hinsicht fehlt. Aus Sicht der verschiedenen Jugendhäuser ist das natürlich auch ein wirtschaftlicher Grund.

Welche Forderungen richten Sie an die Politik?

Wir brauchen ab dem Herbst Möglichkeiten, Jugendarbeit machen zu können. Wir brauchen für die kommenden Jahre auch eine Sichtbarkeit und finanzielle Ausstattung, um weiterhin unseren gesellschaftlichen Beitrag leisten zu können.

Das Gespräch führte Ulrike Müller.

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