TRIMBERG

Unterwegs zu seltenen Arten

Auf Schuster's Rappen: Teilnehmer der Bayerntour Natur wandern durch den Wald zwischen Trimburg und Engenthal.Arkadius Guzy
Foto: Foto: | Auf Schuster's Rappen: Teilnehmer der Bayerntour Natur wandern durch den Wald zwischen Trimburg und Engenthal.Arkadius Guzy

Weinbergssteillagen und Trockenrasenstandorte bestimmen die Landschaft im Saaletal. Sie bieten einen besonderen Lebensraum: Arten aus dem mediterranen und dem kontinentalen Raum treffen dort aufeinander.

Das war Anlass genug dafür, dass die Veranstaltungsreihe Bayerntour Natur für Unterfranken im Saaletal eröffnet wurde. „Wir wollen auf dieses besondere Ökosystem aufmerksam machen“, sagte Regierungspräsident Paul Beinhofer. Die Hänge bei Engenthal oder der Hammelberg sind Teil eines landkreisübergreifenden europäischen Förderprogramms (Life+). Bis 2017 werden mehr als 2,5 Millionen Euro investiert, um die Naturräume zu erhalten.

Für viele Botaniker interessant

Muschelkalk als Untergrund sowie warme und niederschlagsarme Lebensbedingungen prägen den Naturraum, erklärte Jürgen Faust. „Für viele Botaniker ist die Region interessant“, sagte er. Faust, Roland Lenhart, Katja Winter und Friedrich Mährlein zeigten den Teilnehmern der Bayerntour Natur die spezifische Pflanzenwelt. Zu ihr gehören zum Beispiel das Apenninen-Sonnenröschen oder die Berg-Kronwicke.

Damit diese Pflanzen weiter einen Lebensraum finden, werden in den kommenden Jahren die Waldränder ausgelichtet. Damit sollen Kalktrockenrasen-Standorte gesichert werden, wie Faust erläuterte. „Auch standortfremde Baumarten wie die Schwarzkiefer werden entfernt – allerdings nicht vollständig“, sagte der Projektmanager.

Das Ziel ist, den Mittelwald zu erhalten. Der war einst durch die stärkere Bewirtschaftung der Waldränder entstanden. Baumarten wie die Hainbuche wurden in der Vergangenheit zur Brennholzgewinnung auf den Stock gesetzt und trieben wieder neu aus. Allerdings war das Wachstum der neuen Stämme dann schwächer, der Wald war automatisch lichter. Diese Kulturlandschaft mit ihrem weichen Übergang vom Offenland zum Wald soll zumindest zu einem Teil wiederhergestellt werden.

So kauft das Landratsamt einzelne Flächen, um sie mit Hilfe von Ziegen vor Verbuschung zu schützen. Zu den aufgekauften Grundstücken gehören vor allem alte Weinbergssteillagen, deren Bewirtschaftung bereits vor Jahren aus Kostengründen aufgegeben worden ist. Ohne weitere Pflege wären die Standorte für die ökologische Vielfalt verloren.

Blühend: Das Apenninen-Sonnenröschen fühlt sich auf Trockenrasen-Standorten wohl.
Foto: Arkadius Guzy | Blühend: Das Apenninen-Sonnenröschen fühlt sich auf Trockenrasen-Standorten wohl.
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