Bad Kissingen

Unveröffentlichtes vom Maler Robert Sterl

Die Stadt Bad Kissingen begann ihren Aktionsreigen zum 20-jährigen Bestehen der Museen Obere Saline.
Ausstellungskurator Roland Halbritter präsentiert eines der noch nie öffentlich gezeigten Sterl-Gemälde: "Böhmische Bäuerin", 1892. Sigismund von Dobschütz
Ausstellungskurator Roland Halbritter präsentiert eines der noch nie öffentlich gezeigten Sterl-Gemälde: "Böhmische Bäuerin", 1892. Sigismund von Dobschütz
Mit der Vernissage zur Sonderausstellung "Robert Sterl - Vom Illustrator zum Impressionisten" begann die Stadt Bad Kissingen ihren Aktionsreigen zum 20-jährigen Bestehen der Museen Obere Saline. Der sächsische Maler wird erstmals in Unterfranken mit dieser umfassenden Schau aus Gemälden, Gouachen, Aquarellen und Zeichnungen sowie einer Sammlung persönlicher Gegenstände aus seinem Alltagsleben gewürdigt. Musikalisch wurde die Eröffnung umrahmt von den Musikprofessoren und Sterl-Liebhabern Christine und Gunnar Nauck (Klavier) sowie ihrem Sohn Konrad Nauck (Klarinette).
Der Maler Robert Sterl (1867-1932) wurde nahe Dresden als Sohn eines Steinmetz geboren. Nach seinem Studium an der Dresdner Kunstakademie war er zwischen 1887 und 1904 zunächst als Landschaftsmaler, Porträtist und Illustrator tätig. Erfolgreiche Bücher mit seinen Illustrationen verhalfen ihm zu erster Bekanntheit. In seinem späteren Wirken zeichnete er sich durch seine impressionistischen Werke aus, weshalb er in der Fachwelt neben Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth zu den bedeutenden Vertretern des deutschen Impressionismus gezählt wird. "In der Öffentlichkeit ist Sterl heute kaum noch bekannt", bedauerte der für die Ausstellung verantwortliche Kurator Roland Halbritter in seiner Einführung.
In mühsamer Kleinarbeit gelang es Halbritter, nicht nur Leihgaben aus dem Robert-Sterl-Haus in Naundorf zu bekommen, in dem der Maler mit Ehefrau Helene seit 1919 bis zu seinem Tod lebte und sein Atelier hatte, sondern auch etliche Stücke aus Privatbesitz, die bisher noch nie öffentlich gezeigt wurden. Die Sammlung verschiedenformatiger Gemälde und Zeichnungen ist durch eine Vielzahl anderer Dinge aus Sterls Privatleben aufgelockert. So entdeckt der Ausstellungsbesucher nicht nur den Koffer, mit dem der Maler auf seine Studienreisen ging, sondern eine Vielzahl von Postkarten und Briefen, die der treue Ehemann an seine Helene nach Hause schrieb. Halbritter: "Helene organisierte zuhause Sterls Ausstellungen und Bilderverkäufe."
Einer dieser Briefe ist auf Hotelpapier mit Abbildung des früheren Bad Kissinger Hotels Büdel (Prinzregentenstraße) geschrieben, in dem Sterl im August 1911 nur eine knappe Woche mit Freunden logierte. "Liebe Helene, also so sieht das Hotel aus und so schreibt es sich, wo ich hier in Kissingen wohnen muß", begann Sterl diesen Brief. In nur fünf Tagen soll er nach Halbritters Aussage vier Briefe und fünf Postkarten geschrieben haben. Auch unzählige Ansichtskarten von seinen Auslandsreisen sind zu sehen. Einige Male begleitete Sterl seine Musikerfreunde auf ihren Konzertreisen und nutzte Motive dieser Aufenthalte in Russland, Frankreich und Holland für einige seiner bekanntesten Gemälde. Vor allem Arbeiter bei hartem Körpereinsatz reizten ihn zu malen. "Sterl war ein wahrhaftiger Maler", erklärte Kurator Roland Halbritter. "Ihm war der Mensch näher als der bloße Schein." Die Sonderschau zeigt solche "körperlichen" Motive wie die Steinbrecher oder die Wolga-Treidler.
Schon seit 7. März sind des Malers frühe Arbeiten in der Ausstellung "Tausendschön - Robert Sterl als Illustrator" im Bad Kissinger Spielzeugmuseum zu besichtigen. Diese und auch die jetzt eröffnete Hauptschau über Sterls Leben und Wirken vom Illustrator bis zum Impressionisten in der Oberen Saline laufen beide bis zum 1. Juli und sind jeweils mittwochs bis sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

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