Münnerstadt

Verkleidung für das Fachwerk?

In einer Sondersitzung Mitte November soll der Stadtrat über das Jörgentor und die Mehrzweckhalle diskutieren und nötige Entscheidungen treffen.
Eine völlig andere Optik hätte das Jörgentor, würde sich die Stadt tatsächlich für eine Verkleidung des Fachwerks entscheiden, um dieses vor Wind und Wetter zu schützen.Foto: Heike Beudert Illustration: K.Heim
Eine völlig andere Optik hätte das Jörgentor, würde sich die Stadt tatsächlich für eine Verkleidung des Fachwerks entscheiden, um dieses vor Wind und Wetter zu schützen.Foto: Heike Beudert Illustration: K.Heim

Eine verkleidete Jörgentorfassade zur Westseite am Hafenmarkt? Kaum vorzustellen; doch dieser Vorschlag kam von einem Fachmann, um das Fachwerk am Stadttor künftig vor Witterungseinflüssen zu schützen und neue Schäden zu vermeiden. Dies erläuterte Bürgermeister Helmut Blank in der jüngsten Stadtratssitzung. Gleichzeitig kündigte er an, dass das Gremium sich im November in einer Sondersitzung mit dem Jörgentor befassen muss.

Voraussichtlicher Termin der Sitzung wird der 18. November sein. In der Sitzung betonte Helmut Blank : "Das Fachwerk ist in sehr schlechtem Zustand". Der Stadtrat müsse sich Gedanken machen, ob die Anregung des Sachverständigen zur Verkleidung des Torturmes, beispielsweise mit einer Schieferabdeckung in Frage kommt.

Auf Anfrage dieser Zeitung erklärt Bürgermeister Blank am Dienstag, er glaube kaum, dass die Münnerstädter eine Verkleidung des Fachwerkes akzeptieren würden. Er selbst steht der Empfehlung kritisch gegenüber. Der Sachverständige habe jedoch zu Bedenken gegeben, dass es an keinem ihm bekannten Torturm dieser Höhe ein Fachwerk gebe. Dadurch sei das Holz auf der Wetterseite anfällig.

Dass das Fachwerkholz modrig wurde, wird aber unter anderem auch auf einen Nässestau zurückgeführt, der durch vorherige bauliche Veränderungen entstanden ist. Ganz neu ist die Erkenntnis nicht. Bereits 2007 war in einem Gutachten für die Dachsanierung des Jörgentores darauf aufmerksam gemacht worden, dass "innere Ziegelmauern eine indirekte Gefahr für das dahinterliegende Fachwerk darstellen", heißt es im Juli 2007 in einem Bericht dieser Zeitung. Schon vor zwölf Jahren kam die Empfehlung, zu erwägen, diese Wände zu entfernen. "Davon habe ich nichts gewusst", erklärte Bürgermeister Helmut Blank am Dienstag auf Nachfrage. 2007 wurde das Alter des Fachwerkaufbaus ins frühe 16. Jahrhundert datiert. Der Stadttor selbst soll bereits im 14.Jahrhundert entstanden sein. In der Stadtratssitzung am Montag informierte der Bürgermeister darüber, dass ab 12. November die Notsicherung laufe. Dann steht eine Hebebühne zur Verfügung, um an das Fachwerk zu gelangen.

Die Notsicherung soll nicht zu einem Dauerprovisorium werden. Binnen eines Jahres müsste die grundlegende Fachwerksanierung folgen und auch abgeschlossen werden, so Blank in der Stadtratssitzung. Während der Sanierung rechnet Blank immer wieder mit einer vorübergehenden Sperrung der Jörgentor-Durchfahrt.

Bis zur Sondersitzung sollen Gespräche der Verwaltung mit dem Landesdenkmalamt und dem Architekten geführt sein und nach Möglichkeit der Förderantrag vorbereitet werden. Auch die künftige Nutzung des Tores soll noch im November diskutiert werden, so die Information vom Dienstag.

Den Rhönklub , der den Turm als Vereinsheim und Wanderherberge eingerichtet hat, hätte Helmut Blank gerne mit im Boot. Sollte die Idee einer Nutzung als Jugendherberge zum Tragen kommen, könnte Blank sich aber vorstellen, dass die Belegung über das Tourismusbüro im Schloss organisiert wird.

Mittelfristig wird eine weitere Großmaßnahme in der Nachbarschaft des Jörgentores anstehen. Die Sanierung der Zehntscheune. Derzeit hält die Notsicherung nach Angaben der Stadt gut. Doch eine dauerhafte Lösung ist das nicht, bestätigt der Bürgermeister auf Anfrage.

Kurzfristig liegt der Focus neben dem Jörgentor auf der Mehrzweckhalle; auch sie wird in der Sondersitzung ein Thema sein. Diese Information erhielt Stadtrat Leo Pfennig auf seine Anfrage, wann die Verwaltung die noch ausstehende Baugenehmigung für die Hallensanierung beim Landratsamt eingereicht habe. Auf Anfrage dieser Zeitung wird am Dienstag als Abgabetermin des Bauantrags am Landratsamt der 28. Februar 2019 genannt, wobei einen Monat später nochmals Unterlagen nachgereicht worden sind.

Hauptsächlich geht es in der Sondersitzung aber um die Zwischenfinanzierung der Hallensanierung. Wie der geschäftsleitende Beamte Stefan Bierdimpfl auf Nachfrage erläutert, werden die öffentlichen Zuschüsse erst nach Abschluss der Generalsanierung fließen. Die Stadt muss das Geld bis dahin vorstrecken. Dazu fordert der Freistaat eine Maßnahmenvereinbarung. Sobald der Stadtrat die Vereinbarung abgesegnet hat, könne diese an die Regierung von Unterfranken gehen. Durch die nötige Zwischenfinanzierung entstehen der Stadt insgesamt Zinskosten von rund 300 000 Euro.

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