Münnerstadt

Viel Wirbel um Aussage zum Hallenbad

Nach der Regierung hat auch die Stadt Münnerstadt auf eine Aussage von Bürgerbadvereinsvorsitzenden Wolfgang Blümlein reagiert. Diese sei definitiv falsch.
Gut acht Jahre nach der Schließung des Hallenbades ist die Zukunft noch immer ungewiss. Derweil sorgt eine Aussage des Bürgerbadvereinsvorsitzenden für einigen Wirbel. Thomas Malz
Gut acht Jahre nach der Schließung des Hallenbades ist die Zukunft noch immer ungewiss. Derweil sorgt eine Aussage des Bürgerbadvereinsvorsitzenden für einigen Wirbel. Thomas Malz

Mit der Aussage, dass Regierungspräsident Paul Beinhofer bei einem Treffen verlauten lassen habe, dass bei einem Abriss des Hallenbades ein neues kleines Bad gebaut werde, hat der Vorsitzende des Vereins Bürgerbad Münnerstadt , Wolfgang Blümlein, für ordentlichen Wirbel gesorgt. Zunächst hat die Regierung mitgeteilt, dass diese Aussage nicht richtig sei. Nun hat auch die Stadt Münnerstadt reagiert. Bei einem Pressegespräch verwehrten sich Bürgermeister Helmut Blank ( CSU ) und der geschäftsleitende Beamte Stefan Bierdimpfl vor allem gegen eine weitere Aussage Blümleins in diesem Zusammenhang: "Davon weiß in Münnerstadt keiner was, auch der Stadtrat nicht", hatte er gesagt und: "Von einem kleinen neuen Schwimmbad haben wir noch nie etwas gehört."

Damit habe der Vorsitzende eine Aussage getroffen, die die Realität gegenüber dem Stadtrat und der Öffentlichkeit nicht abdeckt, hieß es in dem Pressegespräch. "Diese Aussage ist definitiv falsch", betonte Stefan Bierdimpfl. Der Stadtrat sei über die Fördermöglichkeiten des Abrisses, der Generalsanierung sowie alternativ der Errichtung eines Lehrschwimmbades mehrfach und umfänglich in Kenntnis gesetzt worden. Unmittelbar nach einem Gespräch bei der Regierung im Juli 2015 habe Bürgermeister Helmut Blank die Öffentlichkeit über die Möglichkeit des Baus eines Lehrschwimmbades informiert, bei dem eine Förderung von 80 Prozent möglich sei. Abgeklärt wurde damals ebenfalls, dass der Bau eines solchen Lehrschwimmbades nicht förderschädlich bei der Haushaltskonsolidierung sei. Helmut Blank dankte in dem Pressgespräch ausdrücklich noch einmal dem Regierungspräsidenten und der Leiterin der Kommunalen Rechtsaufsicht der Regierung von Unterfranken , Adelheid Hüttinger, für das in diesem Zusammenhang gezeigte Engagement, auch was die Abklärung des Sachverhalts mit den zuständigen Ministerien im München betrifft.

Auch bei einem persönlichen Gespräch habe ihm Paul Beinhofer mitgeteilt, dass er ein Schwimmbad in der Altstadt für einen absoluten Gewinn halten würde, sagte der Bürgermeister. Er hätte das Lehrschwimmbad gerne in unmittelbarer Nähe zum neuen BBZ gesehen. Bei der Erstellung des städtischen Haushalts für das Jahr 2016 berücksichtigte der Stadtrat das mögliche Lehrschwimmbad nicht und konzentrierte sich auf andere Aufgaben. Stefan Bierdimpfl und Helmut Blank fassen noch einmal zusammen: "Wir betonen ausdrücklich, dass die Öffentlichkeit und der Stadtrat informiert waren."

Das ist unbestritten, denn die Hallenbadfreunde hatten sich ja ausdrücklich für die Sanierung des bestehenden Bades ausgesprochen und auf einem Plakat dessen Wasserfläche mit der eines Lehrschwimmbades verglichen. Was hat also Wolfgang Blümlein zu der Aussage bewogen? Es sei teilweise ein wenig chaotisch gelaufen, beim Fest der Hallenbadfreunde, sagt er. Denn ausgerechnet da habe die Lautsprecheranlage nicht mehr funktioniert. Da sei er schwer zu verstehen gewesen. Es könne schon sein, dass er den einen oder anderen Satz nicht richtig formuliert habe. Er bleibt allerdings dabei: Bei dem Gespräch in Würzburg Anfang Juni dieses Jahres habe er den Eindruck gehabt, dass Regierungspräsident Paul Beinhofer eine Verknüpfung zwischen dem Abriss und den Neubau eines Lehrschwimmbades hergestellt habe, er also der Meinung gewesen sei, dass dieses gebaut werde. "Dann würde es natürlich keinen Sinn machen, das Hallenbad zu sanieren", sagt Wolfgang Blümlein. Und diese Verknüpfung habe er mit seiner Aussage beim Hallenbadfest gemeint. Um seine Aussage um die Verknüpfung zu untermauern, führt er ein Schreiben des Bürgerbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Klaus Holetschek , an, der neben Paul Beinhofer und Ministerpräsident Markus Söder ( CSU ) ebenfalls bei dem Gespräch dabei war. Diesen Brief hat Wolfgang Blümlein Ende Juni erhalten. Darin heißt es unter anderem: "In Ihrem konkreten Anliegen die Frage betreffend, ob das bestehende und seit 2010 geschlossene Hallenbad in Münnerstadt generalsaniert oder der alternativ seitens des Stadtrats propagierte Neubau eines Lehrschwimmbades in Altstadtnähe umgesetzt werden wird, möchten wir Ihnen vorschlagen, zunächst die Ergebnisse des angesprochenen Vergleichsgutachtens abzuwarten. Diese sollen im November 2018 bekannt gemacht werden." Dieses Gutachten ist die Umsetzung des Bürgerentscheids, nachdem die Kosten für den Abriss des Hallenbades mit anschließender Wiederherstellung des Geländes auf der einen Seite und die Kosten für eine Generalsanierung auf der anderen Seite ermittelt werde.

Was er und seine Mitglieder überhaupt nicht verstehen können, betont Wolfgang Blümlein, sei, dass einerseits die Sanierung, andererseits aber auch der Abriss vom Staat gefördert werde.

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