Volkersberg

Volkersberg: Virtuelle Beziehungsarbeit in Zeiten sozialer Distanz

Ende Juni werden wieder die ersten Gäste am Volkersberg erwartet. Sorge besteht allerdings um die Zukunft von Klassenfahrten. Die Zirkustrainer werden online geschult.
Jonas Nutz aus Würzburg (ehrenamtlicher Zirkustrainer der  Jugendbildungsstätte Volkersberg) während der Zirkustrainer-Onlineschulung. Foto: Inga Lusche       -  Jonas Nutz aus Würzburg (ehrenamtlicher Zirkustrainer der  Jugendbildungsstätte Volkersberg) während der Zirkustrainer-Onlineschulung. Foto: Inga Lusche
Jonas Nutz aus Würzburg (ehrenamtlicher Zirkustrainer der Jugendbildungsstätte Volkersberg) während der Zirkustrainer-Onlineschulung. Foto: Inga Lusche

Das ganze Land bekommt die Corona-Pandemie zurzeit gewaltig zu spüren. So auch die Jugendbildungsstätte Volkersberg . Dort, wo normalerweise während des ganzen Jahres viele Kinder und Jugendliche zu Gange sind, sind seit dem 15. März die Türen geschlossen. Auch wenn für die nächsten Monate bereits über 250 Gruppen ihren Aufenthalt storniert haben, schaut man auf dem Volkersberg zuversichtlich in die Zukunft, heißt es in einer Pressemitteilung der Jugendbildungsstätte Volkersberg .

Tägliches Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche

Ende Juni wird man dort wieder die ersten Gäste begrüßen können. "So wie es den meisten geht, fehlt auch uns der persönliche Kontakt und das pulsierende Leben im Haus", berichtet der stellvertretende Leiter Ralf Sauer. Man arbeite nun mit Hochdruck an neuen Veranstaltungsformen für den bevorstehenden Sommer. So wird es auf dem Volkersberg vom 27. Juli bis 8. August in Zusammenarbeit mit der kja Regionalstelle Bad Kissingen ein tägliches Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche geben. Für Schulklassen wird eine virtuelle Streitschlichterausbildung online angeboten. Auch der Hochseilgarten auf dem Volkersberg ist ab sofort wieder geöffnet.

Das Volkersbergteam war aber auch in den letzten Wochen nicht untätig. Neben der Erarbeitung von verschiedenen Hygienekonzepten um die Arbeit bald wieder aufnehmen zu können, hat man sich vor allem um den Kontakt zu den über 100 Ehrenamtlichen gekümmert. Entstanden ist unter anderem eine virtuelle Aufbauschulung für die Zirkustrainer. Hierzu treffen sich seit Mitte Mai 30 Ehrenamtliche zwei Mal wöchentlich auf einer Kommunikationsplattform im Internet. "Der wichtigste Bestandteil unserer Arbeit ist die Beziehungsarbeit. Das geht nicht ohne Zeit und regelmäßigen Kontakt. Es freut mich sehr, dass dies auch in Zeiten der sozialen Distanz gelingt", erläutert die Bildungsreferentin für Zirkuspädagogik, Inga Lusche. Natürlich stehen zunächst das Erlernen neuer Zirkustechniken über Anleitungsvideos oder Tipps zum Basteln von eigenem Trainingsmaterial im Mittelpunkt. Schnell aber habe man gemerkt, dass für die teilnehmenden jungen Erwachsenen vor allem auch der Austausch miteinander ganz wichtig ist. Bei jedem Onlinetreffen nehmen Austauschrunden, wie es jedem gerade geht, und wie jeder mit den Herausforderungen der Coronakrise in seinem persönlichen Umfeld umgeht, großen Raum ein.

Onlinezirkus

"Wir tauschen uns über Zirkusthemen, aber auch allgemeine und private Dinge aus. Jede Woche gibt es Challenges, z.B. das Bild der Woche, oder einige Gruppenaufgaben, die mit viel Spaß bewältigt werden. Darüber bekommen wir viele neue Anregungen und Tipps zu unserer Zirkusarbeit auf dem Volkersberg ", berichtet Moritz Goldbach, ehrenamtlicher Zirkustrainer aus Dipperz. Die Teilnehmer der Onlineschulung zeigen sich immer wieder selbst gedrehte Videos vom eigenen Lernfortschritt. In diesen Rückmeldungen sieht Goldbach vor allem auch eine Weiterentwicklung seiner Person. "Der Onlinezirkus ist ganz anders, als die vielen anderen Videokonferenzen , die ich in den letzten Wochen hatte. Man sitzt nicht nur passiv vor dem Bildschirm, sondern fühlt sich mitten drin. Irgendwie ist es fast so, als würden wir uns alle in echt sehen", so die Stimme von Chantal Radeck aus Elsenfeld.

Dem stellvertretenden Leiter der Jugendbildungsstätte Volkersberg , Ralf Sauer, macht die Tatsache Sorge, dass vor allem viele Schulklassen ihren Aufenthalt absagen. Dies sei in den Wochen bis zu den Sommerferien verständlich. Für das neue Schuljahr hofft Sauer darauf, dass auch wieder Schulklassen an den Volkersberg kommen dürfen: "Schulfahrten sind und bleiben eine wichtige Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft. Uns ist vor allem die Stärkung der Sozialkompetenz von Kindern und Jugendlichen sehr wichtig. Ziele unserer Arbeit sind es, individuelle Fertigkeiten zur Lebensbewältigung zu fördern und die Fähigkeit zwischenmenschlicher Kooperation und Kommunikation auszubauen." Durch die Förderung von Sozialkompetenz leiste die außerschulische Jugendarbeit wie am Volkersberg einen wertvollen Dienst an unserer Gesellschaft und trage einen wichtigen Teil zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bei.

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