Maßbach

Volkershausen: Dauerthema Temposünder

Einwohner fordern erneut die Einführung von Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt
Zu schnell gefahren wird in der Durchfahrt von Volkershausen. Darüber  beklagen sich die Bürger seit Jahren in jeder Bürgerversammlung. Foto: Dieter Britz
Zu schnell gefahren wird in der Durchfahrt von Volkershausen. Darüber beklagen sich die Bürger seit Jahren in jeder Bürgerversammlung. Foto: Dieter Britz

Diese Klage der Einwohner kommt seit Jahren in jeder Bürgerversammlung so sicher wie das Amen in der Kirche: Sehr viele Autofahrer, ob mit Personenwagen oder Lastwagen unterwegs, rasen durch die Ortsdurchfahrt von Volkershausen. Sie fordern bisher vergeblich, die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde zu reduzieren. Bürgermeister Matthias Klement meinte dazu: "Die Verantwortlichen im Landkreis und die Polizei sehen hier keinen Unfallschwerpunkt."

Er konnte ansonsten über viel Erfreuliches berichten. Der mit 359 Einwohnern (2017) kleinste Ortsteil des Marktes Maßbach ist der einzige mit einem, wenn auch nur recht kleinen, Bevölkerungszuwachs von zwei Personen. Es gab eine Geburt und sieben Sterbefälle sowie zwölf Zuzüge und vier Wegzüge, keine Hochzeiten.

Matthias Klement berichtete in der Bürgerversammlung in der Sporthalle, dass der Jugendtraum im evangelischen Pfarrheim gut funktioniert. Eine Gruppe trifft sich dort regelmäßig, sie hat den Raum ausgeräumt und gestrichen. Die Gemeindejugendpflegerin ist regelmäßig dabei. Der vor 20 Jahren auf Initiative von Eltern eingerichtete Spielplatz muss erneuert werden. Ein neues Spielhaus wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates bestellt, ebenso eine neue Seilbahn und ein neues Tor. Die neue Wasserleitung nach Volkershausen habe sich schon ausbezahlt, denn nun sei es möglich, bei Wasserrohrbrüchen innerhalb von Minuten einfach umzuschalten auf eine andere Leitung. Damit wird verhindert, dass der Ortsteil stundenlang ohne Wasser ist.

Der Bürgermeister wies auch darauf hin, dass die Friedhofstreppe erneuert und ein neues Geländer angebracht wurde. Um die Leichenhalle konnte sich die Gemeinde dieses Jahr nicht mehr kümmern, da es einen personellen Engpass gab. In Ortsmitte wurde ein Anwesen gekauft, aus dem ein zentraler Treffpunkt werden soll. In der Diskussion wollte ein Bürger wissen, wie es um den immer wieder gewünschten Fahrradweg nach Ballingshausen steht. "Wir können das nicht allein machen wegen der Landkreisgrenze. Im Landkreis Bad Kissingen gibt es Förderung , in Schweinfurt unterstützt der Kreis nur die Planung", dämpfte Matthias Klement Hoffnungen auf eine schnelle Realisierung.

"Viele haben noch 70 Kilometer pro Stunde drauf, wenn sie in den Ort rein fahren" klagte ein Bürger über die zahlreichen Autofahrer, die in der Schweinfurter Straße viel zu schnell fahren. Es sei lebensgefährlich, die Straße überqueren zu wollen, meinte eine Frau. "Wenn Wahlpropaganda hängt, habe ich keine Chance, am Brückengeländer etwas zu sehen", meinte ein Teilnehmer an der Bürgerversammlung. "Wenn es mit der Sicht hapert, kommt sie weg" versicherte Bürgermeister Klement. Ein anderer ergänzte "dann muss der Weihnachtsbaum in der Frühlingsstraße aber auch weg."

Bürgermeister Klement ging in der Bürgerversammlung, zu der etwa 40 Bürgerinnen und Bürger gekommen waren, auch auf die finanzielle Lage und die allgemeine Situation ein. Der Schuldenstand hat seit dem Jahr 2013 kontinuierlich von 2,7 auf 1,9 Millionen Euro abgenommen. Die Prokopf-Verschuldung lag bei 431 Euro im Jahr 2017, der Landesdurchschnitt in vergleichbaren Gemeinden bei 622 Euro. Angesichts von 1,2 Millionen Euro, die vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt übergeführt werden können, sprach der Bürgermeister von einer guten und äußerst stabilen Finanzlage.

Erfreulich ist besonders die Entwicklung der Gewerbesteuer. Letztes Jahr erbrachte sie 757.000 Euro. Dieses Jahr sind zwar nur 650.000 Euro im Gemeindehaushalt eingeplant, aber voraussichtlich werden es mindestens 200.000 € mehr, freut sich der Bürgermeister. Dafür steigt allerdings auch die zu zahlende Gewerbesteuer-Umlage, für die bisher nur 127.000 Euro im Haushalt vorgesehen sind. Relativ stark von 269.000 auf 323.000 Euro steigen die Ausgaben für Abwasser, einschließlich der Umlage an den Abwasserzweckverband und das Personal. Bürgermeister Klement erklärte das unter anderem damit, dass der anfallende Klärschlamm nicht mehr als Dünger in der Landwirtschaft verwendet und auf Felder aufgebracht werden darf, sondern in Verbrennungsanlagen verbrannt werden muss.

Die Ausgaben für die Verwaltungsgemeinschaft steigen von 640.000 auf 735.000 Euro, unter anderem weil eine neue Computer-Anlage angeschafft und das Personal dafür geschult werden muss. Bürgermeister Klement konnte auch eine brandneue Nachricht verkünden: die zugesagte und lang erwartete Förderung für das schon nicht mehr ganz so neue Feuerwehrfahrzeug in Höhe von 136.000 Euro ist nun endlich auf dem Konto der Marktgemeinde eingegangen.

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