Hammelburg

Von Tablets bis Kneipp-Becken

An der Herrenmühle entsteht ein Kneipp-Becken im Nebenarm der Saale. Der Bauausschuss stimmt zu, dass die Stadt den Unterhalt übernimmt. Für die Grund- und Mittelschule gibt es neue Tablets, für Wohnmobilisten neue Stellplätze.
Auf Anhieb gut angenommen werden die elf neuen Stellplätze für Wohnmobile am Bleichrasen. Foto: Peter Kress/Stadtverwaltung       -  Auf Anhieb gut angenommen werden die elf neuen Stellplätze für Wohnmobile am Bleichrasen. Foto: Peter Kress/Stadtverwaltung
Auf Anhieb gut angenommen werden die elf neuen Stellplätze für Wohnmobile am Bleichrasen. Foto: Peter Kress/Stadtverwaltung

Neben 15 Bauanträgen (wir berichteten) hat sich der Bauausschuss des Hammelburger Stadtrates in seiner ersten Sitzung mit zahlreichen weiteren Themen beschäftigt. Neben den Tagesordnungspunkten gab es auch Anfragen. SPD-Stadtrat Norbert Schaub etwa kritisierte, dass der Bau der Wohnmobil-Stellplätze nicht im Stadtrat behandelt wurde. Peter Kress von der Tiefbau-Abteilung erwiderte jedoch, dass es sich bei den Plätzen nur um ein Provisorium handle: "Der Aufbau ist so gemacht, dass man das jederzeit ändern kann", stellte er klar.

Die Verlängerung des Wohnmobilstellplatzes bis zur neuen Saalebrücke habe der Stadtrat bereits vor zwei Jahren beschlossen, stellte Kress zudem klar. Weil die Arbeiten vom Bauhof erledigt wurden, sei der genaue Ablauf auch weniger genau planbar gewesen. Nach dem Vorbild der bestehenden Plätze wurden elf weitere angelegt, alle vier Meter breit, denn: "Eine Umfrage hat ergeben, dass die meisten nur ein oder zwei Nächte bleiben, das ist kein Campingplatz", sagte Kress. Auch Bürgermeister Armin Warmuth ( CSU ) verteidigte das Vorgehen und spielte den Ball zurück an den Stadtrat : "Das neue Toilettenhäuschen könnte längst stehen", nannte er als Beispiel dafür, dass Beratungen im Gremium die Planungen am Bleichrasen eher behinderten. CSU-Stadtrat Bernd Hüfner forderte, bei solchen Maßnahmen in Zukunft die Öffentlichkeit und die Stadträte besser zu informieren.

Etliche Stadträte brachten zudem Wünsche für die neue Amtszeit vor: "Die Westheimer Bürger hätten gerne einen Holz-Platz", sagte etwa FWS-Stadträtin Gabi Ebert. CBB-Stadtrat Alexander Stolz forderte eine möglichst zügige Information des Gremiums über die geplanten Konjunkturprogramme und Strategien, um den reduzierten Mehrwertsteuer-Satz zu nutzen. "Es soll ja möglichst schnell Geld ausgegeben werden", mahnte er zur Eile. Und sein Fraktionskollege Dominik Sitter bemängelte das Fehlen einer Erdaushub-Deponie: Andere Kommunen würden ihren Bürgern Lösungen anbieten, in Hammelburg dagegen würden viele Private einfach Wiesen auffüllen.

Über das Förderprogramm für digitale Klassenzimmer wurden 30 neue Tablets für die Grund- und Mittelschule in Auftrag gegeben. Die Kosten belaufen sich auf rund 13 600 Euro. "Da wird auch noch einiges auf uns zukommen", kündigte Bürgermeister Warmuth weitere Ausstattungen für die Schulen an. "Ich denke, dass es nicht an der Hardware fehlt, sondern wie man damit umgeht", gab Stadtrat Alexander Stolz zu bedenken. Die Verwaltung betonte jedoch, dass über Wartungsverträge die Nutzung gesichert sei. Außerdem seien Schulleitung und IT-Beauftragte in alle Schritte eingebunden.

Das Wasserwirtschaftsamt hat in den vergangenen Monaten den Mühlenarm an der Herrenmühle umgestaltet und ökologisch aufgewertet. Dabei wurden auch ein Gehweg angelegt und die Voraussetzungen für ein Kneipp-Becken geschaffen. Gebaut würde es vom Freistaat, allerdings nur unter einer Bedingung: Die Stadt Hammelburg muss die Verkehrs- und Unterhaltspflicht für das rund 180 Quadratmeter große Areal übernehmen. Dem stimmte der Bauausschuss einstimmig zu. Warmuth dankte dem Wasserwirtschaftsamt und dem Förderverein für die Vorarbeiten.

Der Bürgermeister gab in der Sitzung zudem bekannt, dass Hammelburg für zwei Jahre den Titel "Fair-Trade-Stadt" tragen darf. Seit 2014 setzen sich unter anderem die Kirchengemeinden, die Schulen und der Eine-Welt-Laden für fairen Handel ein. Mittlerweile haben sich 670 Kommunen in Deutschland der Bewegung angeschlossen.

Auf den Weg gebracht wurde schließlich die Änderung des Bebauungsplanes "Rothenäcker" in Untererthal : Eine bislang für eine mögliche Erweiterung des Friedhofs reservierte Fläche soll nun in einen Bauplatz umgewandelt werden. Nach Einwänden von Anliegern legte das Gremium jedoch fest, dass nicht die gesamte Fläche verkauft wird, sondern zum Friedhof hin und an der unteren Seite entlang jeweils öffentliche Flächen bleiben, um die Zufahrt zu den Grundstücken zu gewährleisten.

Der bestehende Weg solle erhalten bleiben, allerdings nicht als öffentlicher Weg gewidmet werden. Voraussetzung sei, dass die Anlieger den Unterhalt übernehmen und der Stadt keine Folgekosten entstehen.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Hammelburg
  • Alexander Stolz
  • Armin Warmuth
  • Bau
  • Bauanträge
  • Bauhöfe
  • Bebauungspläne
  • CSU
  • Konjunkturprogramme
  • Saale
  • Schulleitungen
  • Stadt Hammelburg
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Städte
  • Untererthal
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!