Bad Bocklet

Wahl mit Überraschung

Zur konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats trafen sich am Dienstag zehn langjährig erfahrene und sechs neue Ratsmitglieder.
Gemeinderat Uto-Paul Schmitt (FCW, Steinach) bei seiner Vereidigung zum 3. Bürgermeister       -  Gemeinderat Uto-Paul Schmitt (FCW, Steinach) bei seiner Vereidigung zum 3. Bürgermeister
Gemeinderat Uto-Paul Schmitt (FCW, Steinach) bei seiner Vereidigung zum 3. Bürgermeister

Höhepunkt im Bad Bockleter Kursaal war bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats die Wahl von Norbert Borst ( CSU , Nickersfelden) zum 2. Bürgermeister sowie von Uto-Paul Schmitt (FCW, Steinach) zum 3. Bürgermeister, die beide auch zu Standesbeamten ernannt wurden.

Im Normalfall bieten konstituierende Sitzungen neu zusammengesetzter Ratsgremien den anwesenden Gästen kaum Aufregendes, da die Tagesordnung seit jeher festgelegt ist. So schien zunächst auch die Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter eher eine Formsache zu sein. Denn mit seinem Vorschlag, den seit 2017 amtierenden 3. Bürgermeister und Ortssprecher von Nickersfelden, Norbert Borst, nach Ausscheiden des bisherigen 2. Bürgermeisters Holger Tillmann nun in diesen Posten zu wählen, schien logisch und folgerichtig. Doch auf die Standardfrage, ob es noch andere Vorschläge gibt, meldete sich unerwartet der neue Gemeinderat Marcel Dünisch (FCW Steinach) zum ersten Wortbeitrag in seiner Politikerlaufbahn und schlug für alle überraschend den ebenfalls neuen Gemeinderat Martin Eisenmann (Grüne, Bad Bocklet ) als Gegenkandidaten vor. Im Sinne der parteilichen Ausgewogenheit sollte man doch neben einem CSU-Bürgermeister als dessen Stellvertreter auch einen Repräsentanten einer anderen Fraktion wählen, argumentierte Dünisch. Eisenmann, für den dieser Vorschlag ebenfalls überraschend gekommen war, stellte sich zwar als Kandidat zur Verfügung, unterlag dann bei der geheimen Wahl aber doch mit nur vier der insgesamt 17 Stimmen gegen Norbert Borst, der mit der klaren Mehrheit von 13 Stimmen zum 2. Bürgermeister gewählt wurde.

Für das Amt des 3. Bürgermeisters schlug Sandwall anschließend den langjährigen Steinacher Ortssprecher Uto-Paul Schmitt (FCW) vor. Da mit ihm auch die zuvor von Dünisch erhobene Forderung erfüllt war, verzichtete dieser auf einen Gegenvorschlag. So wurde Schmitt bei zwei Enthaltungen mit 15 Stimmen gewählt. Auf die mögliche Wahl weiterer Stellvertreter wurde auf Anraten von Geschäftsleiter Thomas Beck verzichtet. "In den vergangenen Jahrzehnten ist es kein einziges Mal vorgekommen, dass alle drei Bürgermeister gleichzeitig ausgefallen sind." Die bisherige Geschäftsordnung bleibt auf Beschluss des Gemeinderats bis auf Weiteres gültig. Die Ratsmitglieder wurden aufgefordert, sich in den kommenden zwei Wochen Gedanken über mögliche Änderungswünsche zu machen, die dann bei der nächsten Sitzung im Gemeinderat diskutiert werden können. Dasselbe gilt für die personelle Besetzung des Rechnungsprüfungs- sowie des Kur- und Fremdenverkehrsausschusses und für die Benennung der Ortsbeauftragten.

Viele Projekte stehen an

Zu Beginn dieser ersten Ratssitzung der neuen Wahlperiode hatte Bürgermeister Andreas Sandwall vor allem die sechs neuen Gemeinderäte Marion Albert und Marcel Dünisch (beide Steinach) sowie Martin Eisenmann, Martina Faber, Raphael Langer und Manfred Söder (alle Bad Bocklet ) im Gremium begrüßt und in ihrem Amt vereidigt. "Sie dürfen stolz auf sich sein, dieses Mandat bekommen zu haben." Er empfahl, das Mandat des Gemeinderats nicht nur politisch zu sehen, "sondern als Bereicherung für Ihr eigenes Leben". Gemeinderat zu sein, bedeute nicht nur Ehre, sondern auch Last. Denn auch in den kommenden sechs Jahren "stehen Entscheidungen von großer Bedeutung an", verwies Sandwall auf den geplanten Schulneubau als größtes Projekt seit Jahren, zahlreiche Sanierungsmaßnahmen oder die Gestaltung des neuen Dorfplatzes im Staatsbad. Bei allem Wirken als Gemeinderat dürfe Parteienzugehörigkeit keine Rolle spielen, mahnte der Bürgermeister die neuen Ratsmitglieder zu "Sachentscheidungen zum Wohle der Allgemeinheit". Der Markt Bad Bocklet sei mit seinen 4800 Einwohnern zwar "nur ein kleines Rädchen im Getriebe", doch nicht weniger abhängig vom Schicksal Bayerns und Deutschlands, wie man gerade in der Corona-Krise erkennen muss.

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