Waldfenster

Waldfenster: Ein Feuerwerk der Peinlichkeiten

Die Waldfensterer Theaterfreunde machten aus der teilweisen flachen Komödie "Junggesellenabschied" ein deftiges Stück, das alle Zuhörer sehr amüsierte
Von Erotik keine Spur - Christa Kliem und Frank Heckelmann legten eine Mücke flach. Foto: Peter Klopf
Von Erotik keine Spur - Christa Kliem und Frank Heckelmann legten eine Mücke flach. Foto: Peter Klopf

Wer kennt es nicht: Man hat Geburtstag und bekommt nicht das Geburtstagsgeschenk, welches man haben möchte, sondern eine Bratpfanne oder eine Wassertonne. Eigentlich wünschte man sich eine Kreuzfahrt, doch die bessere Hälfte rafft es einfach nicht. So ergeht es Paula Häuslein an ihrem 59. Geburtstag. Ihr Sohn bringt keine Braut bei und ihr Ehemann schenkt ihr irgendwelche unpersönlichen Firlefanz. Regina Röschs teilweise flache Komödie "Junggesellenabschied" ist gewissermaßen ein Feuerwerk der Peinlichkeiten, aber auch des Fremdschämens. Mit Findungsfreude und viel Esprit versetzten die Waldfensterer Theaterfreunde den Dreh- und Angelpunkt nach Waldfenster , genauer gesagt, ins Pfarrgemeindezentrum. Heraus kam ein deftiges Stück, das die Lachmuskeln und die Tränendrüsen gleichermaßen reizte.

Das "Hochdeutsche" übersetzte die Gruppe um die Vorsitzende des Theatervereines in den örtlichen Dialekt. Derb, doch niemals unter der Gürtellinie, erzählten die Theaterfreunde eine alltägliche Geschichte mit viel Situationskomik und Spielfreude, die einfach begeisterte. Beeindruckend auch die anspruchsvolle Bühnendekoration.

Manfred Häuslein (Pascal Pfülb) hat es nicht leicht. Seit fünf Jahren nervt ihn seine Mutter Paula (Stefanie Schlereth) Tag und Nacht mit ihrem Wunsch nach einer Schwiegertochter aus gutem Hause, die möglichst auch noch etwas Geld mit in die Ehe bringen soll. Auch Vater Ferdinand (Frank Heckelmann) und sein Freund Alfons (Andy Pfülb) sind stark an einer möglichst schnellen Hochzeit interessiert, möchte man doch die Gelegenheit nutzen, um bei Manfreds Junggesellenabschied endlich mal wieder eine richtige Feier unter Männern zu veranstalten.

So steht schließlich der Geburtstag von Paula vor der Tür, wie schon in den Vorjahren scheint auch dieser Geburtstag unter einem schlechten Stern zu stehen. Doch plötzlich wird eine Verlobte (Eva Heckelmann) nebst Eltern (Margot Eckert und Ossy Brandl) präsentiert, die mit einem Privatjet in Waldfenster ankommen wollen. Dem Junggesellenabschied steht damit nichts mehr im Wege....

Die weiteren Mitwirkenden waren: Barbara Heckelmann (als Ehefrau von Alfons) und Christa Kliem (als Nachbarin und Briefträgerin). Es war erstaunlich, was die Akteure auf die Bühne brachten. Flotte Sprüche, wie "Kaltes Bier und heiße Weiber sind die besten Zeitvertreiber" oder "In dem Alter höm die Männer um Zah im Bett zu liecha, Pasta!!", riefen ständig Lacher hervor. Die Komödie strotzte nur so von Vorurteilen und Klischees und entwickelte eine ungeahnte Eigendynamik. Die Darsteller brachten die verkörperten Persönlichkeiten gekonnt rüber, so dass man als Zuschauer das Gefühl hatte, diese einfach strukturierten Figuren und ihre Marotten begegnen dir auch im täglichen Leben. Alles in allem ein wunderbares Stück, das einem aus dem Alltagtrott herausholen und ein paar vergnügte Stunden bereiten konnte.

Hervorzuheben ist die sprachgewandte Stefanie Schlereth, die sich als einzigartige Komödiantin und Komikerin erwies und dem Stück zusätzlichen Glanz verlieh - ohne, dass man die ausgezeichneten Leistungen der anderen Schauspieler herabwürdigen muss. Eine gelungene Inszenierung, die alle Zuschauer begeisterte. Das bewies auch der rhythmische Applaus im bis auf den letzten Platz besetzten Gemeindezentrum. Moderatorin Martina Schereth, die durch das Programm führte, hob auch Margot Eckert und Pascal Pfülb hervor, die kurzfristig für zwei Theaterkollegen eingesprungen waren: "Ohne euren Einsatz hätten wir nicht spielen können."

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