LKR Bad Kissingen

Weihnachtshilfe der Saale-Zeitung: Das erreichte die Kidro mit den Spenden von 2019

Die Spendengelder aus der Weihnachtshilfe der Saale-Zeitung kommen Bedürftigen zugute. Die Kissinger Drogenhilfe "Kidro" hat mit ihrem Anteil den Menschen in diesem Jahr ein warmes Essen oder gar eine Arbeitsbeschäftigung ermöglicht.
Claus Poppe (rechts) kümmert sich um die Verpflegung in der Wärmestube. Durch Corona konnten sich viele die zwei Euro dafür nicht mehr leisten. Ein Teil der Weihnachtshilfe half in dieser Situation. Foto: Christian Fenn       -  Claus Poppe (rechts) kümmert sich um die Verpflegung in der Wärmestube. Durch Corona konnten sich viele die zwei Euro dafür nicht mehr leisten. Ein Teil der Weihnachtshilfe half in dieser Situation. Foto: Christian Fenn
| Claus Poppe (rechts) kümmert sich um die Verpflegung in der Wärmestube. Durch Corona konnten sich viele die zwei Euro dafür nicht mehr leisten. Ein Teil der Weihnachtshilfe half in dieser Situation. Foto: Christian Fenn

Die Menschen, die in die Maxstraße 40 zur Kissinger Drogenhilfe e.V. (Kidro) kommen, schleppen meist eine Reihe an Problemen mit sich herum. Sie leiden an einer Suchterkrankung , haben einen Schicksalsschlag erlitten, irgendwann im Leben eine falsche Entscheidung getroffen, Probleme zu Hause oder sind Menschen, die in der Gesellschaft nicht so recht einen Platz gefunden haben. Dadurch reiht sich eine Herausforderung an die nächste.

In der Kidro bekommen sie das Nötigste: Klamotten, Schlafsäcke, etwas zu Essen und ihnen steht eine Waschmaschine und eine Dusche zur Verfügung. Die Spendengelder der Weihnachtshilfe vom vergangenen Jahr wollte der Verein eigentlich für Hilfen ausgeben, die darüber hinausgehen.

"Ziel war damals, dass wir den Menschen konkret helfen", sagt Christian Fenn , Streetworker und Vorsitzender des Vereins: "Zum Beispiel einer Frau, die zu Hause verprügelt wird, mal einen Urlaub gönnen. Oder einer Mutter die Grundversorgung ihres Kindes gewährleisten." Dazu kam es aber nicht. "Letztendlich haben wir das Geld anders eingesetzt, als geplant. Damals hatte noch keiner Corona geahnt", sagt er.

Minidarlehen fürs Essen

Oft kam es dazu, dass die Menschen sich nicht versorgen konnten. Denn wie in vielen Teilen der Gesellschaft, hat die Corona-Krise sie finanziell getroffen. In der Wärmestube der Kidro kocht Claus Poppe täglich - im Lockdown zum Mitnehmen. Das Essen gibt es für zwei Euro. Nachdem sich manche durch Corona das Essen nicht mehr leisten konnten, zahlte der Verein es mit den Spendengeldern - geschenkt? "Wir schreiben es auf und erinnern öfter dran.

Für einige war es wie ein Darlehen: Wenn sie wieder Geld hatten, zahlten sie es zurück." Deswegen habe das Weihnachtsgeld auch lange gehalten: Von dem Geld was zurückkam, finanzierten sie den nächsten Bedürftigen eine warme Mahlzeit.

Brennholz machen - mehr als nur Arbeit

Doch das Team um den Sozialpädagogen Christian Fenn bietet auch immaterielle Hilfe: Zum Beispiel gibt es das Kissinger Integrationsprojekt (KIP). Das ist für die Personen, die - wie oben beschrieben - verschiedenartige Probleme haben und sich daher in der Berufswelt schwertun. Solche Menschen vermittelt das Jobcenter in Bad Kissingen an die Kidro.

Der Verein bietet ihnen eine Arbeit, bei der sie betreut sind, berät sie, vermittelt sie möglicherweise an andere Arbeitgeber. Oder er hilft ihnen, sich für einen bestimmten Beruf zu bilden oder ihre Freizeit zu gestalten. Die meisten Vermittelten nehmen an einem Projekt des Vereins teil, bei dem sie in den Wald gehen, um Brennholz zu machen. Somit haben die Menschen eine Arbeit und haben eine sinnvolle Beschäftigung, anstatt zu Hause oder in der Stadt die Zeit totzuschlagen.

Sie lernen viel

"Sie lernen, nüchtern zu kommen, regelmäßig zu kommen, sich richtig krank zu schreiben", sagt Christian Fenn . Was sich für viele normal anhört, ist für Menschen mit Problemen zu Hause, einer Suchterkrankung , langer Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit nicht immer leicht.

"Sie sollen eine Chance haben, sie sollen stolz sein. Wenn sie im Wald sind, kannst du ihnen auf die Schulter klopfen und sagen ,Super, fünf Ster Holz hast du heute gemacht.'" Um die Menschen zu bezahlen, bekommt die Kidro eine Förderung.

Durch Spenden weiter angestellt

"Der Lockdown im März hatte dazu geführt, dass das Jobcenter die Leute nicht mehr vermitteln durfte", sagt er. Was infektiologisch sinnvoll ist, stellte sie vor große Herausforderungen: "Sie hingen wieder in der Luft." Die Sorge war, dass die Menschen ohne Förderung und Arbeit wieder in alte Verhaltensmuster fallen. Was also können sie tun?

"Die Idee war, dass wir die Menschen auf eigene Kosten weiterbeschäftigen." Das geschah mit dem Geld der Weihnachtshilfe. Sie bekommen einen Euro pro Stunde. Der Sozialarbeiter betont: "Wir haben ihnen Arbeit garantiert, nicht Einkommen ." Es verändere die Menschen, beispielsweise Ehrgeiz zu entwickeln: "Ich komme jeden Tag, ich gehe mal entgiften, ich kann auch mal andere Probleme angehen."

Es verändere auch ihre Sichtweise: Vorher waren sie jemand, der vom Staat Geld bekommt. So können sie auf ihr eigens erarbeitetes Geld stolz sein. Es wird auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Gutes tun ist also einfach: "Wenn jemand 80 Euro spendet, kann eine Person dafür einen Monat lang hier arbeiten."

Spenden-Aktion der Saale-Zeitung zu Weihnachten

Aktion Das Spenden-Projekt "Weihnachtshilfe" der Saale-Zeitung findet heuer zum 24. Mal statt. Das Geld wird für die Soforthilfe für Menschen gebraucht, die in eine Notlage geraten sind. Neu in diesem Jahr ist, dass Sie Ihre Spende direkt an die Institution überweisen können, die profitieren soll. Neben dem Caritasverband Bad Kissingen setzen die Kissinger Drogenhilfe "Kidro" sowie der sozialpsychiatrische Dienst der Diakonie Bad Kissingen und "Solwodi", ein Hilfsprojekt für Frauen, das Geld ein.

Helfen Sie wollen als Teil der Aktion helfen, dass Ihre Mitmenschen wieder auf die Beine kommen?

Das Spendenkonto des Caritasverbandes bei der Bad Kissinger Sparkasse : DE75 7935 1010 0008 2381 07

Spendenkonto von Kidro bei der Sparkasse Bad Kissingen : DE05 7935 1010 0000 0335 55.

Spenden ans Diakonische Werk: DE48 7935 0101 0000 0025 35 ( Sparkasse Schweinfurt ).

Spenden erreichen Solwodi unter DE73 7906 5028 0005 7260 50 bei der VR-Bank Bad Kissingen-Bad Brückenau .st

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