Hammelburg

Wenn die Orgel mit der Oboe....

Kantor Mark Genzel und das Berliner Oboenquartett bezauberten mit einer außergewöhnlichen Interpretation von Bachs "Kunst der Fuge".
Simon Strasser (Bassoboe), Bärbel Bühler (Oboe), Mark Genzel (Orgel), Andreas Zenke (Fagott) und Raguel Ott (Englischhorn) spielten mit Herzblut und Engagement zur Freude der Zuhörer. Foto: Peter Klopf
Simon Strasser (Bassoboe), Bärbel Bühler (Oboe), Mark Genzel (Orgel), Andreas Zenke (Fagott) und Raguel Ott (Englischhorn) spielten mit Herzblut und Engagement zur Freude der Zuhörer. Foto: Peter Klopf

Gute Akustik, hervorragende Interpreten und ein meisterhaftes Werk - so kann man ein Konzert mit dem Berliner Oboenquartett und Dekanatskantor Mark Genzel in der evangelischen St. Michaelskirche beschreiben. Auf dem Programm stand Johann Sebastian Bachs "Die Kunst der Fuge" (BWV 1080) in einer Fassung für Oboenquartett und Orgel . Bärbel Bühler ( Oboe ), Raguel Ott (Englischhorn), Simon Strasser (Bassoboe) und Andreas Zenke ( Fagott ) waren als Berliner Oboenquartett brillante Ausführende auf ihren Holzinstrumenten. Gemeinsam mit Mark Genzel an der Steinmeyer Orgel setzten sie das überaus anspruchsvolle Werk brillant um. Mal gemeinsam mit der Orgel , als Quartett oder nur ein oder zwei Instrumenten oder nur Orgel gliederten sie das Werk als filigrane Herausforderung für die Mitwirkenden. Die "Die Kunst der Fuge" gilt als letztes Werk Bachs, obwohl neuere Forschungen ergeben haben, dass er nicht kurz vor seinem Tod (28. Juli 1750) sondern bereits seit 1740 daran arbeitete. Grundlage für das Werk ist ein einfaches viertaktiges Thema. Der Komponist führt es mit allen Möglichkeiten kontrapunktischer Satztechnik und thematischer Variation in fortschreitendem Schwierigkeitsgrad durch. Die überaus gelungene Fassung für die vier Holzinstrumente und die Orgel ließen keine Wünsche für die Zuhörer offen. Ihnen gelang, ebenso wie dem Organisten ein besonderes Hörerlebnis das beeindruckte. Spielfreudig und mit Liebe zum Detail überraschten sie die Zuhörer. War der erste Teil des Konzertes solistisch der Orgel und dem Oboenquartett vorbehalten - die Bläser standen vor dem Altar - trat im zweiten Teil - auf der Empore - das Zwiegespräch zwischen den Orgelpfeifen und dem Holz in den Vordergrund. Mit dem Fragment des Contrapunctus 14 endete das Werk abrupt, da es Bach nie vollendet hatte. Mit riesigem Applaus bedankten sich die Zuhörer für einen wunderbaren Abend. Wermutstropfen für das außergewöhnliche Konzert: Nur rund 60 Zuhörer fanden den Weg zur Kirche. Schade - die Musiker hätten ein volles Haus verdient.

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