Wartmannsroth

Wenn Edles in Wartmannsroth eingeschenkt wird

Die Tage der edlen Brände sind zum Kulttermin in Wartmannsroth geworden. Etliche tausend Besucher kamen in den Genussort.
Vorsichtig schenkt Sabrina Bimüller SchnapsKochers Brände ein. Foto: Gerd Schaar
Vorsichtig schenkt Sabrina Bimüller SchnapsKochers Brände ein. Foto: Gerd Schaar

Bereits im siebten Jahr strömen die Liebhaber edler Brände zum Verkosten in die Brennereien der Gemeinde Wartmannsroth. Am Wochenende waren wieder etliche tausend Besucher auf den Beinen, um die Brennereibetriebe Bischof und Kleinhenz in Wartmannsroth, Lutz in Windheim, Bold in Neuwirtshaus sowie Koch in Völkersleier aufzusuchen. Die Strecken zwischen den Dörfern konnten per Shuttlebus oder zu Fuß über den Brennerweg absolviert werden.

Schaubrennen und Führungen

Traditionelle Brennerkunst konnte vor Ort erlebt werden: Denn es gab Schaubrennen, Führungen und fachliche Informationen, für die sich viele Besucher interessierten. Den feinen Rhöner Whisky konnte man gleich in mehreren Betrieben antreffen. Der schmeckte jedoch nicht gleich, sondern war in den verschiedenen Holzfässern mit individuellem Geschmack gereift. "Ich habe mir dieses Wochenende fest im Kalender vorgemerkt", verriet Besucher Max Schulz. Er sei mit seinem Freundeskreis extra aus Würzburg angereist, um die edlen Brände vor Ort zu genießen.

Hafer, Weizen, Gerste, Tritikale und Roggen dienen den Getreidebränden. Die Ernte sei heuer recht verschieden ausgefallen, erklärte Andreas Lutz. "Von Mindererträgen bis hin zur gewohnt normalen Getreideernte", führte Lutz weiter aus. Zufrieden sei er mit den Früchten und Beeren. Die Lagerhalle ist randvoll mit Großbehältern, in denen die Maische angesetzt ist. "Es gibt also noch viel zu tun", sagte Lutz und wies auf die Brennzeit bis zum kommenden März hin. Die Gäste seiner Genussbrennerei ließen es sich schmecken. Besonders geschätzt wurden die Hühner von Grill. Danach schmeckt auch ein "Nüssle"-Brand.

Sommer hat Früchten nicht geschadet

Mit verschiedenen Produkten dem Verbraucher etwas bieten, keinem anderen Brenner etwas wegnehmen wollen und trotzdem im gemeinsamen Brennerboot sitzen, das ist der Grundgedanke des Vereins "Wartmannsrother Brenner". Vorsitzender Lothar Bold betonte: "Stolz können wir auch darauf sein, dass Wartmannsroth zum Bayerischen Genussort auserkoren wurde." Die Besucher des Betriebes von Ingrid und Lothar Bolds Schnapsideen fragten verstärkt nach dem Kartoffelbrand mit dem Namen "tolle Knolle aus der Biokartoffel". Dieser Schnaps wurde heuer dort in das Programm aufgenommen. Der besonders trockene Sommer habe den Früchten erstaunlicherweise nicht geschadet, so Bold. Eher sei im kommenden Jahr mit geminderten Ernten zu rechnen, weil die Obstbäume durch Riesenerträge und Trockenheit heuer gestresst seien. Ohne Stress konnten die Gäste jetzt den irischen Songs und Geschichten von Jolly Alehouse lauschen.

Festzelt mit den Weißenbacher Musikanten

"Wir haben neu gebaut und das alte Haus bis auf die Grundmauern abgerissen", luden die Schnapskocher Conny und Robert Koch aus Völkersleier in die neuen Räume mit Probierstube und Verkaufsraum ein. Freilich gebe es auch eine Küche und die Sanitäranlage im Neubau, sagte Robert Koch. Im Hof gab es jetzt noch ein Festzelt, in dem die Weißenbacher Musikanten aufspielten. Neben dem Whisky hatten die Gäste reichliche Auswahl unter zahlreichen leckeren Bränden und Likören, die auch Tochter Linda als ausgebildete Sommeliere einschenkte.

Livemusik der Rhöner Hüttenmusikanten ertönte in der festlichen Landbrenner-Scheune von Manuela und Thomas Kleinhenz in Wartmannsroth. Bekannt ist dort der Aronialikör, der zum Beispiel mit Proseko serviert wird. Die Stimmung war ausgezeichnet, und bei den heimatlichen Liedern schunkelten die Gäste fröhlich mit. Ebenfalls in Wartmannsroth war die Destillathek der Brennerin Franziska ein begehrter Treffpunkt für Genießer. Die Qual der Auswahl unter mehreren Dutzend Sorten edler Brände lud genau so zum Verweilen ein wie die Livemusik der Band Ommakustik sowie die Volksmusik und Kabarett mit Spilk. Geschätzt wurde die ofenfrische Pizza der Stammtischbäcker aus Wartmannsroth.

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