Bad Brückenau

Wer eint den Rhönklub?

In keinem der drei Bundesländer ist ein Nachfolger für den im Juni zurückgetretenen Präsidenten in Sicht.
Der Rücktritt des Rhönklub-Präsidenten Ewald Klüber hat nach den Querelen zuvor zwar niemanden überrascht, aber alle kalt erwischt: Nachfolger war keiner aufgebaut, Vize-Präsident Bernd Müller-Strauß schloss eine Kandidatur sofort aus und die Suche nach anderen Kandidaten blieb bislang erfolglos. Spätestens bis zur nächsten regulären Mitgliederversammlung im Mai sollen ein neuer Präsident und ein neues Programm präsentiert werden. Saale-Zeitung, Meininger Tageblatt und Fuldaer Zeitung haben sich gemeinsam in den drei Bundesländern umgehört.

"Wir sind wieder aufs Gleis gebracht", erklärt Vize-Präsident Bernd Müller-Strauß. Er steht kommissarisch an der Spitze des Hauptvorstandes, der als Team in der präsidentenlosen Zeit die Geschäfte führt. "Das ist keine One-Man-Show", betont er. "Der Hauptvorstand arbeitet gut zusammen."

Der Vize aus Hessen ist nach eigenen Worten froh, dass jetzt Ruhe einkehre: "Es ist nach dem Rücktritt von Klüber im Juni nichts hängen geblieben. Jetzt geht es darum, inhaltlich und personell alles zu unternehmen, damit der Rhönklub für die Zukunft gut aufgestellt ist." Für die Nachfolge gebe es Gespräche. Man habe Personen, die infrage kommen, im Auge. Mehr wollte der Vize-Präsident nicht sagen.

Anforderungen klar definiert

Das Anforderungsprofil steht aber fest: Er oder sie muss mit den Leuten reden und auf sie zugehen können, Anregungen aufnehmen, kritikfähig sein und im Team arbeiten können. Bis zur Jahreshauptversammlung sollen auch die zurzeit unbesetzten Posten im Hauptvorstand besetzt sein.

Im Mittelpunkt stehe jetzt aber erst mal die pragmatische Arbeit, sagt Müller-Strauß heraus. Es gelte, den Rhönklub fit für die Zukunft zu machen. "Wir sind nicht nur ein Wanderverein. Wir haben so viele Kernkompetenzen in den Bereichen Naturschutz, Kultur und Wandern. Das müssen wir in das öffentliche Bewusstsein bringen." Müller-Strauß will kürzere Wege zwischen dem Hauptvorstand und den Zweigvereinen, Ideen und Vorschläge müssten aus den Zweigvereinen kommen. Wichtig sei ihm auch, eine Brücke zwischen alt und Jung zu schlagen. Er baue auf die Deutsche Wanderjugend, um den Nachwuchs anzusprechen.

Obwohl Bayern 33 der 88 Zweigvereine und rund 10 000 der gut 24 000 Mitglieder zum Gesamt-Rhönklub beisteuert, ist die bayerische Rhön nur mit drei Mitgliedern im derzeit 13-köpfigen Hauptvorstand vertreten - für die Region Saale-Sinn ist es Thomas Hammelmannaus Bad Kissingen. "Wir haben als Bayern keinen Kandidaten", fasst er das Ergebnis eines Treffens der unterfränkischen Vorstände zusammen. "Es ist schon der ein oder andere gefragt worden, aber bisher ohne Erfolg."

Namen nennt auch Hammelmann keine. Dass es derzeit keinen Präsidenten gibt, bedeutet auch für Hammelmann mehr Arbeit: "Die Aufgaben werden auf die Regionsvorsitzenden verteilt.". Dauerhaft kann er sich diese Lösung aber nicht vorstellen: "Ein Führungstrio an der Spitze des Rhönklubs scheidet für mich aus." Ebenso eine Kandidatur: "Schließlich bin ich voll berufstätig."

Weiterhin ehrenamtlich?

Die Zeit drängt aus seiner Sicht nicht: Zwar hätten "sieben oder acht" Zweigvereine eine schnelle außerordentliche Mitgliederversammlung beantragt, notwendig sei jedoch ein Drittel aller Zweigvereine für einen solchen Antrag. "Der Rhönklub-Präsident soll nach meiner Meinung ehrenamtlich bleiben", stellt Hammelmann weiter klar.

Er denkt nicht, dass sich eher ein Kandidat finden würde, wenn mehr als die bisher übliche Aufwandsentschädigung gezahlt würde. Nachgedacht werde allerdings über einen hauptamtlichen Geschäftsführer. "Das Thema wurde bereits vor meinem Ausscheiden diskutiert", erinnert sich auch die langjährige Rhönklub-Präsidentin Regina Rinke.

Für den zurückgetretenen Präsidenten Ewald Klüber hat sich nach eigenen Worten die Sache "erledigt". Er sei nur noch normales Mitglied im Verein und beteilige sich nicht an irgendwelchen Personaldebatten. Klüber stammt aus Thüringen und war dort sehr anerkannt.

Deshalb wird das aktuelle Rhönklub-Geschehen (wie die Kritik an der Heidelsteinfeier) auch genau verfolgt. "Auch so etwas könnte nur ein starker Vorstand anpacken. Aber den sehe ich im Moment nicht", sagt der Frankenheimer Vorsitzende Siegfried Hartmann.

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