HAMMELBURG

Wer erinnert sich an Ella Steinkritzer?

(si) Zeitzeugen sucht der Geschichtskreis, die über deportierte jüdische Kinder aus Hammelburg berichten können. Ihr Schicksal ist Thema beim nächsten Treffen des Geschichtskreises am Freitag, 26. März, um 19.30 Uhr im Musikerheim.

Nach Recherchen von Petra Kaup-Clement war das jüngste Kind aus Hammelburg fünf Jahre alt, als es 1942 im Kinder-KZ von Majdanek den Tod fand. Es war Benjamin Straus, der 1937 in Hammelburg geboren wurde. Auch dessen Vater, Julius Straus, der von 1930 bis 1938 ein Geschäft in der Kissinger Straße 17 betrieb, sei 1942 deportiert und im KZ Auschwitz ermordet worden.

Bei dem Treffen des Geschichtskreises wird auch das Lebensschicksal der jüdischen alleinerziehenden Mutter Ella Steinkritzer und ihrer drei Kinder, die Opfer des Holocaust wurden, vorgestellt. Die 1897 in Hammelburg geborene Jüdin lebte im Schul- und Armenhaus der jüdischen Gemeinde Hammelburg in der heutigen Dalbergstraße 63. Nach der Reichspogromnacht musste Ella Steinkritzer die Stadt Hammelburg verlassen.

Der Geschichtskreis Hammelburg sucht Zeitzeugen, die sich an die Familie und an das Geschäft Julius Straus in der Kissinger Straße 17 erinnern können, ebenso an Ella Steinkritzer und ihre Kinder.

Diskussion über Stolpersteine

Vor dem Hintergrund dieser Lebensschicksale soll im Hammelburger Geschichtskreis die Verlegung von Stolpersteinen in Hammelburg erneut diskutiert werden. In vielen Städten Deutschlands sind inzwischen solche Erinnerungssteine an die jüdischen Mitbürger verlegt worden. Sie sollen dazu anregen, das Einzelschicksal eines Menschen kennenzulernen und nicht zu vergessen.

Jugendliche können für jeweils einen Stein und für ein Lebensschicksal eine so genannte innere Patenschaft übernehmen und ihren Stolperstein in der Stadt oder im Ortsteil immer wieder neu aufsuchen.

Die Aktion Stolpersteine wurde vom Kölner Künstler Günter Demnig begründet. An 530 Orten in Europa gibt es inzwischen Stolpersteine. In der näheren Region finden sich Stolpersteine in Bad Kissingen, Würzburg und Aschaffenburg. Die Verlegung dieser Erinnerungssteine beruht auf Spendenbasis, sie kostet die Kommune kein Geld. Der Stadtrat muss allerdings seine baurechtliche Zustimmung geben. Ein Stolperstein kostet 95 Euro.

Der Geschichtskreis Hammelburg stellt bei seinem Treffen am Freitag auch eine Namensliste von jüdischen und nichtjüdischen Opfern des Nationalsozialismus aus Hammelburg, Westheim und Untererthal vor, für die Stolpersteine verlegt werden könnten.

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