Bad Kissingen

Wer steigt auf in den Klavierolymp?

Vor dem ersten Konzert trafen sich Teilnehmer und Jury des 17. Kissinger Wettbewerbs für Hochbegabte im Kaiserhof Victoria.
Die Teilnehmer des 17. Kissinger Wettbewerbs für Hochbegabte: (von links)  Yutong Sun, Tomoki Sakata,  Daumants Liepinš, Nina Gurol, Tiffany Poon,  und Robert Neumann.Werner Vogel
Die Teilnehmer des 17. Kissinger Wettbewerbs für Hochbegabte: (von links) Yutong Sun, Tomoki Sakata, Daumants Liepinš, Nina Gurol, Tiffany Poon, und Robert Neumann.Werner Vogel

In der griechischen Mythologie ist Olymp der lichterfüllte Wohnort der Götter und wer hoch hinauswill, der muss beim Kissinger Wettbewerb für junge Pianisten überzeugen, denn es ist ein weiter Weg bis ganz nach oben. Üben, üben und nochmals üben! Vorspielen, Meisterkurse besuchen und an Wettbewerben teilnehmen, durch diese Tretmühle müssen sie alle. Ob, und wenn, ja wer es bis ganz hinaufschafft, darüber kann trefflich spekuliert werden.

Einen Favoriten gibt es nicht und Kissingen ist schon ein echter Prüfstein für die sechs Tastenakrobaten zwischen 18 und 26 Jahren. In diesem Jahr bewerben sich Daumants Liepinš, aus Lettland, der Stuttgarter Robert Neumann und Nina Gurol, die in Leverkusen wohnt. Dazu aus Fernost Yutong Sun (China) und Tiffany Poon, die in Hong Kong zuhause ist, und der Japaner Tomoki Sakata. Alle sind bereits vielfach in nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet worden, haben mit bedeutenden Orchestern gespielt und in renommierten Musiktempeln auf sich aufmerksam gemacht. Sie wohnen alle im Hotel Kaiserhof Viktoria, einem der Sponsoren des ausschließlich privat finanzierten Wettbewerbs. Der Ort des Gruppenfotos, zu dem Intendant Tilman Schlömp und Betreuerin Elke Buscham bitten, nimmt die Symbolik des Götterhimmels auf. Die sechs Hochbegabten postieren sich auf halber Höhe der malerischen Jugendstil Innentreppe des Hotels. Die einladende Tür zum "Pianisten Himmel" steht ein Stück offen, allerdings etliche Stufen weiter oben.

Beethoven und Kompositionen nach 1950

Wer den Kissinger Klavier Olymp gewinnt, kann schon mit einem Pfund wuchern, das wird in der Szene aufmerksam registriert. Von den bisherigen 16 Gewinnern haben es Martin Helmchen , Nikolai Tokarev, Igor Levit und Herbert Schuch schon in die Elite Liga der Pianisten geschafft. Ansporn genug für die diesjährigen Teilnehmer, sich dem harten Wettbewerb zu stellen. Jeder spielt ein Rezital und da gibt es schon einige Hürden, die sich im Rossini Saal auftürmen. Beethoven oder Mozart muss auf dem Programmzettel stehen - alle haben sich für Beethoven entschieden, Referenz zu dessen 250. Geburtstag in 2020 - aber eben auch eine Komposition, die erst nach 1950 entstanden ist. Gleiche Voraussetzungen für alle! Jedes Konzert hinterlässt einen Gesamteindruck beim Publikum, Beifall ist einer der Gradmesser, aber überzeugt das Spiel auch die kritische Jury?

Fachjury bewertet

Dr. Tilman Schlömp, Intendant Kissinger Sommer , Thomas Ahnert, Kulturredakteur der Saale-Zeitung und Mitinitiator des Klavier Olymps, Xenia Xien Yue Groh-Hu, Musikmanagerin Berlin, Ulrich Hauschild, Musikchef des Palais des Beaux-Arts, Brüssel und Mario-Felix Vogt, Musikjournalist, der für Crescendo und Berliner Morgenpost schreibt, sind die Juroren. Man tauscht sich zwar aus, aber bewertet wird erst, nachdem alle gespielt haben. "Manchmal entscheidet erst das Abschlusskonzert mit allen sechs Teilnehmern", bestätigt Thomas Ahnert, der von Anfang an in der Jury dabei ist. Kleine Besonderheit: Zuhörer, die alle Konzerte besucht haben, dürfen auch mit abstimmen. "Eigentlich sind alle schon Preisträger", fügt Schlömp hinzu. Der Gewinner tritt im Kissinger Sommer 2020 mit großem Orchester auf, die anderen geben gemeinsam zwei Rezitals. Kissingen ist ein Sprungbrett für junge hochbegabte Pianistinnen und Pianisten .

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