Diebach

Wildbienen und Laufkäfern auf der Spur

Welche Insekten leben im Diebacher Schilf und wieviele? Das sollen jetzt im Rahmen des Grüngitterprojekts Messstationen dokumentieren.
Maud Vogel vom Institut für Biodiversität-Information kontrolliert regelmäßig die Messstationen und leert die Behälter, die im Diebacher Schilf Aufschluss über die Artenvielfalt und Vorkommen von Insekten geben soll.Gerd Schaar       -  Maud Vogel vom Institut für Biodiversität-Information kontrolliert regelmäßig die Messstationen und leert die Behälter, die im Diebacher Schilf Aufschluss über die Artenvielfalt und Vorkommen von Insekten geben soll.Gerd Schaar
Maud Vogel vom Institut für Biodiversität-Information kontrolliert regelmäßig die Messstationen und leert die Behälter, die im Diebacher Schilf Aufschluss über die Artenvielfalt und Vorkommen von Insekten geben soll.Gerd Schaar

Wenn es in der Natur an den Saaleufer in der Luft flirrt und ziept, dann scheint die Insektenwelt dort noch in Ordnung zu sein. Oder? In Zeiten, in den zunehmend über das Insektensterben geklagt wird, geht das Landratsamt Bad Kissingen dieser Frage mit Messungen auf den Grund. Landkreisweit werden derzeit an etwa zwei Dutzend Stellen die Menge und Artenvielfalt gemessen.

" Biodiversität heißt der Fachbegriff", erklärt Projekt-Managerin Jasmin Fidyka vom Landratsamt Bad Kissingen. Seit kurzem koordiniert sie das BayernNetzNatur-Projekt "Grüngitter". Im Diebacher Schilfgebiet, das zwischen Ufer und Äckern liegt, stehen die Messstationen für die Insekten . Gemäß der unterschiedlichen Arten, nämlich Laufinsekten wie zum Beispiel Käfer und Fluginsekten sind auch die Messmethoden verschieden. Diese werden Barber- und Malaisefallen genannt. Im ersten Fall ist es der gläserne Fangbehälter, der an eine auf dem Kopf stehende Glasflasche erinnert. Er ist bündig in den Erdboden versenkt und wartet darauf, dass die krabbelnden Käfer durch das mittige Barber-Loch hinein fallen.

Monitoring soll Bestände dokumentieren

Aufwändiger ist die Malaisefalle gestaltet. Da fliegen die Insekten gegen ein zeltförmiges Fangnetz, orientieren sich dann zum Licht nach oben und geraten in den mit einer Alkohollösung gefüllten Auffangbehälter, wo sie für die Wissenschaft sterben. "Die Insekten leiden nicht", versichert Maud Vogel vom Institut für Biodiversität-Information aus Ebern. Regelmäßig kontrolliert sie die Messstationen und leert die Behälter . Über die Ergebnisse werde genau Buch geführt. Der entsprechende Fachbegriff nennt sich Monitoring.

"Ziel des Monitoring ist, die Bestände an Insekten zu dokumentieren und die Erfolge unserer Grüngittermaßnahmen festzustellen", sagt Fidyka. Die 20 Messpunkte orientieren sich sowohl an Agrarflächen als auch an Grünland. Selbst auf die Unterschiede zwischen konventioneller und Biobewirtschaftung der Äcker werde bei den Messungen eingegangen. Repräsentative Ergebnisse seien zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennbar. Denn Fidyka bestätigt: "Das Projekt dauert noch bis zum Jahr 2021, und wir stehen ganz am Anfang".

Im Labor werden die eingesammelten Insekten untersucht. Sind Artenvielfalt und Menge der Insekten konstant oder verändert im Zeitrahmen des Projektes? "Wir sind gespannt", sagt Fidyka. Die Erkenntnisse sollen bayernweit verwendet werden, schließlich fördert der Bayerische Naturschutzbund das Grüngitterprojekt erheblich, und viele Anwender von privaten Grüngut-Maßnahmen bis hin zu Landwirten, Imkern, Kleingärtnern und Gartenbauvereinen warten auf eine Rückmeldung in Sachen Grünguterfolge. Interesse an dem Projekt bekundete auch ein TV-Team aus Würzburg, das zur Reportage anreiste.

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