Hammelburg

Wohin mit dem Klärschlamm?

Der Zwischenstand zu einer Machbarkeitsstudie soll den beteiligten Gemeinden und Betreibern in einer Videokonferenz vorgestellt werden. Die Studie soll bis Ende Januar 2021 abgeschlossen sein.
Abwassermeister Albrecht Leurer an einem der Becken der Kläranlage Hammelburg.  Foto: Ralf Ruppert/Archiv       -  Abwassermeister Albrecht Leurer an einem der Becken der Kläranlage Hammelburg.  Foto: Ralf Ruppert/Archiv
| Abwassermeister Albrecht Leurer an einem der Becken der Kläranlage Hammelburg. Foto: Ralf Ruppert/Archiv

Als Mammut-Projekt bezeichnete der Vorsitzende Armin Warmuth den "Umgang mit dem Klärschlamm " in der Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes Thulba-Saale. Die Datenerhebung und die Ausarbeitung eines konzeptionellen Lösungsvorschlags seien weitestgehend abgeschlossen. Der Zwischenstand solle nun in einer eigenen Versammlung am 16. November den am Projekt teilnehmenden Gemeinden und Betreibern vorgestellt werden. Neben Vertretern der zuständigen Behörden und einem leitenden Mitarbeiter eines "Schlussverwerters" habe auch MdL Sandro Kirchner seine Teilnahme zugesagt.

Kein Treffen möglich

Aufgrund der aktuellen Lockdown-Situation fände die Veranstaltung nun leider in Form einer Videokonferenz statt. "Natürlich wäre uns ein persönliches Treffen lieber gewesen, was aber aufgrund der Dringlichkeit nicht möglich ist", so Warmuth.

Die Machbarkeitsstudie soll bis Ende Januar abgeschlossen werden. Die Schlusspräsentation sei dann als Präsenzveranstaltung geplant. Dann gelte es eine Firmierung und eine geeignete Kooperationsform zu finden. Dies sei wichtig, um die Förderleistungen zu beantragen, meinte Geschäftsführer Burkhard Oschmann.

Der AZV sieht mittelfristig keine Alternative zur thermischen Klärschlammverwertung. Einstimmig sprach man sich für das Angebot der Bayernwerk Natur GmbH c/o Süd Wasser GmbH zur thermischen Verwertung des Klärschlamms im Jahr 2021 zum Preis von 83,30 Euro/to aus. Im Jahr 2017 betrug der Preis noch 56,50 Euro/to und stieg 2018 wie auch 2019 um je zehn Prozent. 2020 stieg er um 20 Prozent auf 82,11 Euro/to und damit scheint nach den Worten Oschmanns eine gewisse Grenze erreicht zu sein. Die Möglichkeiten zur landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung seien deutschlandweit aus verschiedenen Gründen deutlich zurückgegangen. Die zugelassenen Verbrennungsanlagen in Schweinfurt, Würzburg und im Zementwerk Karlstadt, wo Klärschlamm als Sekundärbrennstoff eingesetzt wird, seien weitgehend ausgelastet. Diese Situation wirke sich auf die Preisentwicklung aus.

Keine Zuwendungen

Für den Bau der Anschlussleitung von Oberthulba bis zum Kläranlagengelände in Albertshausen gab es keine staatlichen Zuwendungen. Nach Fertigstellung seien die Orte Albertshausen, Poppenroth und Schlimpfhof an die Abwasseranlage des AZV angeschlossen worden. Dies habe eine Verbesserung der Wasserqualität um mindesten 20 Prozent gebracht, dafür dürfe man sich auf eine Rückerstattung von rund 119 000 Euro freuen. Ein Teilbetrag in Höhe von 31 000 Euro sei den anschließenden Gemeinden bei der Berechnung des Anschlussbeitrags bereits vorab gutgeschrieben worden. Der restliche Betrag werde vereinbarungsgemäß zur Finanzierung der weiteren Anschlusskosten verwendet.

An sechs Stellen tritt Wasser ein

Der Fremdwasseranteil des auf der Kläranlage behandelten Schmutzwassers beträgt im Jahresmittel über 50 Prozent. Für Sanierungsarbeiten im August und September wurden rund 14 500 Euro ausgegeben. Bei der Einspielung der Kontrollinspektionen nach Auftragsende wurden sechs weitere Wassereintrittsstellen festgestellt, wo aufgrund der Tiefenlage und der Nähe zur Saale ganzjährig Grundwasser in den Kanal eintritt. Der Verbandsvorsitzende beauftragte die Sanierung als Vertragserweiterung auf Basis des abgeschlossenen Vertrages zum Preis von 6500 Euro. Die Arbeiten sollen in den nächsten Wochen ausgeführt werden. Die fernwirktechnische Anbindung von bestehenden Außenstationen konnte in der vertraglichen Bauzeit (Juni 2019) nicht realisiert werden. Begründet wurde dies mit langen Lieferzeiten der speziellen Ausrüstungsgegenstände, mit Personalengpässen und nicht zuletzt wegen Corona. Die Restarbeiten sind zwischenzeitlich abgeschlossen.

Rechenanlage wird erneuert

Die bestehende Feinrechenanlage inklusive Querförderer und Rechengut-Wascheinrichtung der Kläranlage Hammelburg stammt aus dem Jahr 1996 und soll jetzt im laufenden Betrieb erneuert werden. Den Zuschlag erhielt die Firma Kuhn GmbH aus Höpfingen zum Angebotspreis von 164 651 Euro. Die neue Recheneinrichtung habe eine größere Durchsatzleistung, arbeite effektiver und sei störungsunempfindlicher bei gleichzeitig niedrigerem Energieeinsatz, sagte Oschmann.

Vor allem die Abnahmetechnik des Rechengutes von den Gitterträgern sei gegenüber der vorhandenen Einrichtung deutlich verbessert. Dies sei wegen der deutlichen Zunahme der Hygiene- und Vliesstoffe im Abwasser besonders wichtig. Abschließend werde das restliche Rechengut gepresst, um ein möglichst geringes Volumen und Gewicht bei der Abfallverwertung zu erhalten. Das Gremium stimmte auch der Anschaffung einer neuen Servereinrichtung für die Kläranlagensteuerung zu. Der Preis hierfür beläuft sich inclusive Installation, Funktions- und Steuerungsprogramme auf 17 900 Euro.

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