Bad Kissingen

Zehn Tage kein neuer Fall

Landrat Thomas Bold appelliert zu den Lockerungen an die Bürger im Landkreis: "Wir sind jetzt für unser Schicksal ein Stück weit selbst verantwortlich."
Spielen auf Spielplätzen ist wieder erlaubt. Foto: Kerstin Väth       -  Spielen auf Spielplätzen ist wieder erlaubt. Foto: Kerstin Väth
Spielen auf Spielplätzen ist wieder erlaubt. Foto: Kerstin Väth

Die Zahl der Corona-Infizierten im Landkreis Bad Kissingen ist deutlich gesunken und stand am Mittwoch aktuell bei 24. Es gab im Landkreis Bad Kissingen keinen neuen bestätigten Coronafall. Somit sind erfreulicherweise bereits zehn Tage in Folge keine Neuinfizierungen zu verzeichnen. Das sind gute Neuigkeiten, heißt es aus dem Landratsamt Bad Kissingen , die Zahlen spiegeln einen landesweiten Trend wider. Auf dessen Grundlage haben Ministerpräsident Dr. Söder und die Staatsregierung zuletzt weitreichende Lockerungen der Beschränkungen im Umgang mit Corona angeordnet.

Geschäfte sind wieder geöffnet, Gastronomie wird nach und nach ermöglicht, Spielen auf Spielplätzen ist erlaubt und ein Teil der Schüler darf wieder in die Schule gehen. In den Fußgängerzonen herrscht jetzt wieder reges Treiben. "Das sind natürlich begrüßenswerte Öffnungen in unserem Alltag. Wir alle freuen uns darüber, dass sich das öffentliche Leben wieder regt - wenn auch unter Auflagen. Und gerade die sind unbedingt einzuhalten", sagt Landrat Thomas Bold , der damit aber auch an die Bürger appelliert: "Wir sind jetzt für unser Schicksal ein Stück weit selbst verantwortlich. Denn wenn in einem Landkreis die Infektionszahlen wieder steigen und die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner pro Woche übersteigen, dann werden die Lockerungen wieder zurückgenommen - und zwar nur im betroffenen Landkreis." Das wäre nicht nur unangenehm für die Menschen, die dann wieder mit Beschränkungen konfrontiert würden, es wäre auch ein erheblicher wirtschaftlicher und Wettbewerbsnachteil gegenüber den Geschäften in den Nachbarlandkreisen, wenn aufgrund eines unkontrollierten Ausbruchsgeschehen wieder Geschäfte oder Einrichtungen geschlossen werden müssten, um weitere Ansteckungen zu verhindern, heißt es in der Meldung weiter.

So ist es unverständlich, wenn zum Beispiel Partys mit zahlreichen Teilnehmern gefeiert werden, denn die aktuellen Bestimmungen erlauben höchstens ein Treffen mit den Angehörigen eines weiteren Haushaltes. Genauso ist es alles andere als ratsam, sich zur Begrüßung zu umarmen.

Alles mit Abstand

So sehr man den Freundeskreis während der Ausgangsbeschränkungen vermisst hat, ist dies nicht gestattet. Die Devise lautet also: Kontakt Ja, aber bitte mit ausreichend Abstand. Bei allem sollte man außerdem nicht vergessen, dass die Bußgelder für Missachtung der Hygienevorschriften heftig sein können, denn diese beginnen erst bei 150 Euro pro Verstoß, können aber auch höher ausfallen.

Die Lockerungen sollen den Alltag wieder etwas erleichtern. Das könne auch einmal ein freundschaftlicher Besuch oder eine kleine Betreuungsgruppe für Kita-Kinder unter befreundeten Familien sein, stellt der Leiter des Gesundheitsamtes , Dr. Ingo Baumgart, fest. "Es sollte aber eben nicht ausarten. Es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen bei uns im Landkreis, ob wir die Infektionszahlen niedrig halten, weil sich alle eigenverantwortlich an die Vorschriften halten und die Hygieneregeln beachten. Schutzmasken beim Einkaufen und im Nahverkehr tragen, Abstand halten und regelmäßiges und gründliches Händewaschen - das ist jetzt das A und O. Wenn sich daran alle konsequent halten, dann hat das Virus weniger Chancen uns nachhaltig zu schaden."

258 Coronafälle sind im Landkreis Bad Kissingen bisher insgesamt bestätigt worden. Als gesund aus der Quarantäne entlassen werden konnten bisher 215 Menschen. 19 Personen, die positiv auf Covid-19 getestet waren, sind verstorben. 16 Kontaktpersonen befinden sich derzeit noch in Quarantäne.

Weitere Infos unter www.landkreis-badkissingen.de/coronavirus

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