Burglauer

In Burglauer zeigen, wie Landwirtschaft funktioniert

Informationen sowohl für die Profis als auch für die Laien gab es auf dem Landbautag Rhön-Saale 2018 in Burglauer.
Im Wiesengrund in Burglauer konnten die Landwirte und Besucher die Besichtigungsflächen in Augenschein nehmen. Dabei wurde fachkundig auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Sorten eingegangen.  Foto: Björn Hein       -  Im Wiesengrund in Burglauer konnten die Landwirte und Besucher die Besichtigungsflächen in Augenschein nehmen. Dabei wurde fachkundig auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Sorten eingegangen.  Foto: Björn Hein
Im Wiesengrund in Burglauer konnten die Landwirte und Besucher die Besichtigungsflächen in Augenschein nehmen. Dabei wurde fachkundig auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Sorten eingegangen. Foto: Björn Hein
Im Wiesengrund in Burglauer brennt am Freitagnachmittag die Sonne gnadenlos auf die Äcker. Trotz der Hitze haben sich hier zahlreiche Landwirte versammelt. Sie schauen sich gerade die Demostreifen an, die Landwirt Jochen Then auf seinen Äckern gepflanzt hat. Große Schilder mit Aufschrift benennen die Art, die auf dem Streifen gedeiht. Zahlreiche Experten erklären jeweils, was die Vor- und was die Nachteile der jeweiligen Pflanzensorten sind. Dabei ist das Areal in Pflanzflächen für die verschiedenen Hauptkulturen eingeteilt. Neben Raps sind hier auch Maissorten zu sehen, Wintergerste ebenso wie Sommergerste und auch Roggen- und Triticalesorten (Kreuzung aus Weizen und Roggen).


Blüh- und Grünstreifen anlegen

Auf dem Landbautag Rhön-Saale 2018 waren sowohl Profis als auch Laien waren eingeladen, sich hier zu informieren. Für die interessierten Besucher ohne landwirtschaftliches Vorwissen fand heuer eine extra Führung statt, bei der Themen wie Nitrat, Bienen, Marktsituation in der Landwirtschaft sowie Erosionsschutz zur Sprache kam. Dass die Landwirte auch sehr an der Ökologie interessiert sind, zeigte die Tatsache, dass neben den Kulturen verschiedene Möglichkeiten vorgestellt wurden, Blüh- und Grünstreifen anzulegen, die einerseits ein willkommenes Domizil für die Insekten bieten, andererseits auch beim Hochwasserschutz nützlich sind. Anne Wischemann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt stellte diese vor. Wischemann ist im dortigen Fachzentrum für Agrarökologie Wildlebensraumberaterin. Nach den einzelnen Führungen wurden dann noch zwei Düngestreuer präsentiert.


Auf dem Landbautag Rhön-Saale, der heuer zum zweiten Mal im Wiesengrund in Burglauer stattfand, war einiges geboten. Veranstaltet wurde er von der Erzeugerring-Beratung Unterfranken, den Verbänden für Landwirtschaftliche Fachbildung Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld sowie vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bad Neustadt. Auch Experten von den AELFs aus Karlstadt und Uffenheim waren dabei vor Ort.


Käufer will wissen, wo seine Produkte herkommen

Norbert Götz (Vorsitzender Verband für landwirtschaftliche Fachbildung Bad Kissingen) freute sich, beim Landbautag zahlreiche Besucher begrüßen zu können. "Heuer haben wir zum ersten Mal auch die Verbraucher eingeladen. Wir wollen zeigen, wie Landwirtschaft funktioniert und dies den Laien vermitteln", so Götz. Schließlich sei heute Transparenz nicht mehr wegzudenken, der Käufer wolle wissen, wo seine Produkte herkommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden. Dabei ist den Landwirten heutzutage auch wichtig, im Bereich der Ökologie tätig zu sein. "Aus diesem Grund stellen wir auch Blüh- und Grünstreifen vor, die Rückzugsräume für die Insekten und Pflanzen sein können", so Götz. Natürlich ging es den Landwirten aber auch darum, sich über die neuesten Trends im Bereich der Pflanzen zu informieren. Hierzu dienten die Demostreifen, auf denen die unterschiedlichen Saaten zu sehen waren. So genannte "Nullparzellen" führten vor Augen, wie sich Saaten ohne den Einsatz von Spritzmitteln entwickeln. "Dies dient der Erfolgskontrolle und ist wichtig, damit die Spritzmittel genau dosiert eingesetzt werden", so Götz. Dazu wurden von Fachleuten Informationen zur Produktionstechnik gegeben und Fragen beantwortet. Die Äcker von Landwirt Jochen Then dienten bereits zum zweiten Mal als "Testareal", er wurde vom Erzeugerring beauftragt, die einzelnen Fürchte in Streifen anzubauen. "Die Landwirte sehen so, wie die unterschiedlichen Fruchtsorten wachsen und können sich hier ein komplexes Bild machen", erklärte Götz. Überhaupt befinde sich die Landwirtschaft in einem Wandel: So wird auf den Bereich Umweltschutz vermehrt Wert gelegt, wie sich bei der Blüh- und Grünstreifendemonstration zeigte. "Die Landwirtschaft verändert sich, biologischer und konventioneller Anbau verbinden sich, hier hat ein Umdenken eingesetzt", hat Götz die Erfahrung gemacht. Ganz wichtig sei es, den Verbraucher mitzunehmen und ihm zu zeigen, wie hier produziert wird. "Dieses Wissen wollen wir heute vermitteln, das ist uns ganz wichtig", betont er.


Umweltaspekt der Landwirtschaft verdeutlichen

Den Umweltaspekt der Landwirtschaft zu verdeutlichen, auch darum ging es beim Landbautag. In der heutigen Ausbildung von Landwirten werde darauf bereits viel Wert gelegt: Der Umgang mit der Natur und den Vorgängen im Boden stehe dabei im Fokus, Umweltaspekte zu berücksichtigen sei sehr wichtig. "Schließlich ist der Boden das einzige Kapital, das wir als Landwirte haben. Mit diesem müssen wir verantwortungsvoll umgehen, damit spätere Generationen ihn ebenso nutzen können", meinte Götz. Die Bodenfruchtbarkeit sei essenziell, die Nachhaltigkeit stehe im Fokus. Diese und zahlreiche Informationen wurden auf dem Landbautag gegeben. Und so wurde es ein interessanter Nachmittag, bei dem nicht nur Laien einiges lernen konnten.

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