Zeitlofs

Zeitlofs: Ein Bistro am alten Bahnhof?

Städtebau: Beim alten Bahnhof sollen die Veränderungen beginnen, "ISEK" schreibt dazu das Drehbuch
Die städtebauliche Entwicklung von Zeitlofs soll über eine Gestaltungssatzung gelenkt werden. Es ist geplant den Leitfaden für eine solche Gestaltungssatzung noch in diesem Jahr zu erstellen. Foto: Marion Eckert       -  Die städtebauliche Entwicklung von Zeitlofs soll über eine Gestaltungssatzung gelenkt werden. Es ist geplant den Leitfaden für eine solche Gestaltungssatzung noch in diesem Jahr zu erstellen. Foto: Marion Eckert
Die städtebauliche Entwicklung von Zeitlofs soll über eine Gestaltungssatzung gelenkt werden. Es ist geplant den Leitfaden für eine solche Gestaltungssatzung noch in diesem Jahr zu erstellen. Foto: Marion Eckert

Der Markt Zeitlofs hat ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) aufgestellt. Nun soll es an die konkrete Umsetzung der ersten Maßnahmen gehen. Drei Schwerpunktthemen stehen an: Für das Areal des alten Bahnhofs mit der ehemalige Metzgerei soll eine Rahmenplanung erstellt. Ein Leitfaden für ein Gestaltungssatzung im Altort wird erstellt und ein kommunales Förderprogramm ausgearbeitet. Alle drei Vorhaben wurden für Mittel aus der Städtebauförderung angemeldet.

Um die neuen Gemeinderäte auf Stand zu bringen und den wiedergewählten die Schwerpunkte des ISEKs ins Gedächtnis zu rufen. gab Bernd Müller vom Büro Müller (Rotenfels), das für Zeitlofs das Konzept stellte, einen Rückblick zum Verfahren sowie den ausgearbeiteten Zielen und Projekten. Nicht nur die Verwaltung und die Gemeinderäte haben sich mit der Erstellung des ISEKs befasst, es wurde mit breiter Bürgerbeteiligung aufgestellt. Das Besondere an einem ISEK sei, dass nicht nur die bauliche Substanz eines Ortes betrachtet werde, sondern das gesamte Umfeld über Soziales, Tourismus, Gewerbe bis hin zur demografischen Entwicklung. Diese Themen werden in die städtebauliche Betrachtung integriert, so dass ein umfassender Handlungsleitfaden für die künftige Entwicklung, eine Art Drehbuch für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre für den Markt Zeitlofs entstand.

Erklärtes Ziel sei es, die Bedeutung Zeitlofs als Hauptgemeinde zu stärken und verstärkt zu entwickeln. Das heiße aber nicht, dass die Ortsteile unbeachtet bleiben, hier gebe es weiterhin Möglichkeiten über die Dorferneuerung Maßnahmen zu initiieren. Zeitlofs sei für die Identität der Gesamtgemeinde von entscheidender Bedeutung und könne eine Strahlkraft entwickeln, die in die Ortsteile ausstrahlt.

Das größte Problem sei die rückläufige Bevölkerungsentwicklung und der stetig ansteigende Anteil der älteren Bevölkerung. Diesen Trend gelte es aufzuhalten und in Idealfall umzukehren. Das ISEK weißt hierzu verschiedene Ansätze aus. An erster Stelle steht die Schaffung einer Einkaufsmöglichkeit, um das Versorgungsdefizit zu beheben. Hierzu gebe es Ideen am alten Bahnhofsgelände.

Müller sprach von einem Regionalladen mit angeschlossenem Café oder Bistro, einer Begegnungs- und Einkaufsstätte, die sowohl Touristen wie auch Einheimischen diene. Denn touristisch sei Zeitlofs durchaus von Interesse. Wochenende für Wochenende seien die Parkplätze beim alten Bahnhof voll, da viele Radfahrer Zeitlofs als Ausgangspunkt für Radtouren auf dem neuen Rhönexpress Bahn-Radweg nutzen. Der Bereich des ehemalige Bahnhofs könne so zu einer zweiten Visitenkarte für den Ort werden.

Der Blick des ISEKs gehe aber weiter, beziehe sich auf den gesamten Altort, den es zu entwickeln gelte, damit die Gemeinde ein attraktiver naturnaher Wohnstandort bleibe und die touristische Wertschöpfung und Einbindung in das Biosphärenreservat Rhön ebenso genutzt werde wie bestehende regionale Strukturen. So soll mit einer Gestaltungssatzung für den Altort die bauliche Entwicklung dahingehend gelenkt werden, dass der Ort auf Dauer sein Gesicht behalte.

Neben der Kirche als zentraler Punkt sei das Schloss ein wichtiges städtebauliches Highlight. Um potenziellen Bauherren und Sanierungswilligen bei eventuellen Mehrkosten, die aufgrund der Auflagen in einer Gestaltungssatzung entstehen könnten, zu unterstützen sei das kommunale Förderprogramm gedacht. Es werde mit 60 Prozent aus der Städtebaumitteln gefördert.

Weitere Eckpunkte des ISEKs: Die Nutzung von geothermischer Energie in einem Nahwärmenetzwerk; die Entwicklung des Sinnufers, um den Fluss erlebbar zu machen und Spielmöglichkeiten am Wasser zu schaffen; die Anlage eines Campingplatzes und Naturschwimmbades sowie von Spazierwegen um den Ort; ein Mehrgenerationenwohnprojekt; die Sanierung der charakterstiftenden Gassen im Altort; die Erstellung eines Lehrstandskatasters; die Entschleunigung des Verkehrs am Ortseingang mit Neugestaltung der Ortsdurchfahrt mit Verlegung der Straße.

All diese Ideen und Visionen seien nur nach und nach realisierbar und gemäß den finanziellen Spielräumen im Haushalt. Doch sollten sie nicht aus den Augen verloren werden, damit das ISEK nicht nur ein Papier in der Schublade bleibt.

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