Klosterkreuzberg

Zelt statt Weihnachtsmarkt am Kreuzberg

Am Heiligen Berg der Franken setzt der Geschäftsführer auch in Corona-Zeiten auf Gastfreundschaft. Im Gespräch erklärt Christian Weghofer, warum es ihm nicht darum geht, möglichst viel Geld zu verdienen.
Auch wenn das Wetter in den kommenden Monaten windig, nass und kalt sein wird am Kreuzberg: Mit dem beheizten Zelt ist weiterer Platz geschaffen worden, damit möglichst alle Gäste einen Sitzplatz bekommen.  Foto: Marion Eckert       -  Auch wenn das Wetter in den kommenden Monaten windig, nass und kalt sein wird am Kreuzberg: Mit dem beheizten Zelt ist weiterer Platz geschaffen worden, damit möglichst alle Gäste einen Sitzplatz bekommen.  Foto: Marion Eckert
| Auch wenn das Wetter in den kommenden Monaten windig, nass und kalt sein wird am Kreuzberg: Mit dem beheizten Zelt ist weiterer Platz geschaffen worden, damit möglichst alle Gäste einen Sitzplatz bekommen.

Schon von Weitem ist das große weiße Zelt im Biergarten auf dem Kreuzberg zu sehen. Laut Geschäftsführer Christian Weghofer sei es gerade zur rechten Zeit aufgestellt worden, um den Gästen des Kreuzbergs auch bei kaltem und windigem Wetter einen Sitzplatz anbieten zu können. Das Zelt ist beheizt und soll über die kalten Wintermonate stehen bleiben.

"In den Gaststuben haben wir nicht genügend Kapazitäten für alle Gäste. Hier kommen wir schnell an unsere Grenzen." Aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln zu Zeiten der Corona-Pandemie sei es nicht möglich, die Gaststuben wie in alter Manier zu besetzen oder dichtes Gedränge in den Gängen zuzulassen.

Jobs sichern

Zuletzt konnten nur fünf Personen an einem Tisch sitzen, mit entsprechend Abstand zum Nachbartisch. Das Zelt sei eine Möglichkeit, weitere Gäste am Kreuzberg zu bewirten. Dass Gastfreundschaft auch in Corona-Zeiten möglich ist, das soll durch das Zelt demonstriert werden.

Weghofer ist sich bewusst, dass ein solches Zelt keine optische Meisterleistung am Kreuzberg darstelle und für das historische Ambiente keine Bereicherung sei. "Es geht auch nicht darum, den letzten Euro auch noch zu verdienen. Es geht um Gastfreundschaft und um unsere Mitarbeiter ." 80 Vollzeitangestellte habe der Kreuzberg mittlerweile, da sei es seine Aufgabe als Geschäftsführer, das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu sichern. "Es hängen Familien und Einkommen daran. Ich finde, es ist eine gute Lösung für die Menschen, die zum Kreuzberg kommen, und für unsere Mitarbeiter ."

Kreuzberg durchgängig geöffnet

Geöffnet sind die Schänke mit den Gaststuben, dem Antoniusbau mit Wintergarten und dem neuen Zelt sowie der Berggasthof Elisäus in diesem Jahr erstmals auch im November. "Durch eine personelle Umstrukturierung ist es nicht mehr nötig, im November zu schließen", erklärte Weghofer. In früherer Zeit fanden im November Exerzitien im Kloster statt. Da sich auch dies verändert habe, sei eine Störung durch den Gastbetrieb nicht mehr gegeben.

"Wir haben durchgängig offen", lädt Weghofer die Kreuzbergbesucher und -freunde ein, dem Heiligen Berg der Franken auch in der dunklen und kühlen Jahreszeit einen Besuch abzustatten. Im vorigen Jahr habe er erlebt, dass an schönen Tagen der Kreuzberg auch im November sehr gut besucht sei. "Im Sinne der Gastfreundschaft wollen wir Gästen und Einheimischen am Kreuzberg eine Einkehr ermöglichen."

Da das Zelt auf dem Platz des Biergartens steht, auf dem in den vergangenen Jahren zum ersten Advent die Buden des Weihnachtsmarktes standen, stellt sich die Frage nach dem diesjährigen Weihnachtsmarkt am Kreuzberg. "Der Weihnachtsmarkt findet heuer nicht statt. Es ist logistisch nicht machbar", formuliert Weghofer eindeutig. Die Aussteller befanden sich in den Gaststuben und in den Buden am Biergarten , die Besucher drängten sich dicht an dicht durch die Räume. "Keine Frage, der Weihnachtsmarkt war in den Vorjahren immer ein Supererfolg, doch in der Corona-Zeit können wir uns das nicht leisten. Es ist einfach nicht machbar."

Doch Weghofer verspricht allen Kreuzberggästen, dass es dennoch am Kreuzberg adventlich und weihnachtlich werden wird. Das Zelt und die Bratwurstbude seien prädestiniert, um sie romantisch und vorweihnachtlich zu gestalten. "Das wird richtig schön", freut sich Weghofer jetzt schon. "Und natürlich wird es einen prächtigen Christbaum geben", verrät er.

Kritik gab es in den vergangenen Wochen unter anderem in den sozialen Netzwerken, dass die Mund- und Nasenmasken am Kreuzberg nicht konsequent getragen würden. Vor allem in der Warteschlange vor dem Einlass in den Biergarten komme dies vor. Christian Weghofer verweist auf die Eigenverantwortung der Wartenden.

Eigenverantwortung gefragt

Es müsse zudem unterschieden werden zwischen dem Gelände der Klosterbetriebs und den Flächen außerhalb. Im Klosterbereich und in den Gasträumen werde sehr genau darauf geachtet, dass die Abstands- und Hygieneregeln - dazu gehöre auch das Tragen des Mund- und Nasenschutzes - eingehalten werden. "Meine Frau hat für Menschen, die die Maske vergessen haben oder sie unter der Nase oder gar unter dem Kinn tragen, eine nette Erinnerung: 'Oh, Ihnen ist wohl die Maske verrutscht', sagt sie dann", so Weghofer.

Nach dem Sommerurlaub sei diese nette Ermahnung öfter nötig gewesen. "Die Leute kamen aus dem Urlaub aus Österreich, und dort gab es keine Maskenpflicht . Aber seitdem die Corona-Zahlen im Landkreis wieder steigen, werden die Masken viel disziplinierter getragen."

Was den Außenbereich und auch die Warteschlange angehe, die durchaus an manchen Tagen vom Bruder-Franz-Haus bis zum Biergarten reiche, verwies Weghofer auf die am Boden angebrachten Markierungen. "Wir appellieren an die Eigenverantwortung und Vernunft der Wartenden, Abstand zu halten und die Regeln zu beachten. Wir können auch nicht wissen, wer von den Wartenden zusammengehört."

Im Großen und Ganzen konnte Weghofer keine Beschwerden und groben Verstöße wahrnehmen. Im Gegenteil. "Die Leute sind dankbar, dass wir kontrollieren, dass wir die Regeln ernst nehmen und dass sie sich am Kreuzberg sicher fühlen können. Ich denke, wir haben das in Anbetracht der Menge der Menschen hier gut gelöst."

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