Aschach bei Bad Kissingen

Zupfend durch die Zeit

Bei der Gitarre handelt es sich um ein vielseitiges Instrument. Carlo Hilsdorf führte bei einem Konzert auf Schloss Aschach die Besucher durch die Geschichte des Zupfinstruments.
Carlo Hilsdorf brachte den Besuchern des Konzerts Musik verschiedener Epochen dar. Die Besonderheit der musikalischen Zeitreise: Hilsdorf brachte alle Stücke auf Saiteninstrumente dar. Foto: Hartmut Hessel
Carlo Hilsdorf brachte den Besuchern des Konzerts Musik verschiedener Epochen dar. Die Besonderheit der musikalischen Zeitreise: Hilsdorf brachte alle Stücke auf Saiteninstrumente dar. Foto: Hartmut Hessel

Bei Gitarren führt der erste Gedanke oftmals zu einem Cowboy am Lagerfeuer. Dass das Instrument wesentlich facettenreicher ist, zeigte Carlo Hilsdorf, ein Bad Kissinger Musiklehrer, bei einem Konzert auf Schloss Aschach.

Das Konzert stand unter dem Motto "Fernweh". Die von Hilsdorf ausgesuchten Stücke bauten chronologisch aufeinander auf, denn mit der Zeit änderte sich neben dem Instrument auch der Aufbau und die Spieltechnik. Hilsdorf führte die Besucher mit Informationen zu den Stücken hin. Die Konzertbesucher erlebten somit eine Zeitreise durch die Geschichte der Saiteninstrumente.

Orient trifft auf Okzident

Diese sind seit langem rund um den Globus vielverwendete musikalische Begleiter. Die vom Künstler vorgestellte Laute kommt aus dem Orient und fand in Europa Eingang über den Handel und die Besetzung Spanien durch die nordafrikanischen Mauren. In der Renaissance fanden sich vermehrt Komponisten, welche die Laute für Solokonzerte nutzten. Als Beispiele waren Stücke von den Italienern Francesco da Milano (1497-1543) und Marco dall´Aquila (1480-1544) zu hören.

Der Engländer John Dowland (1563-1626) hat ein umfangreiches Werk hinterlassen und erlebte vor einigen Jahren durch den Rockmusiker Sting eine musikalische Wiederauferstehung. Sting veröffentlichte ein Album mit Stücken des Komponisten. Dowland fand künstlerische Anerkennung erst, als er am Königshof von Elisabeth I. komponierte. Hilsdorf führte mit der Kurzhalslaute zwei Stücke aus der königlichen Welt Britanniens auf.

Mit einer kleinen Biedermeier-Gitarre spielte Hilsdorf Stücke der Spanier Caspar Sanz (1640-1710) und Fernando Sor (17778-1839) aus dem Spätbarock. Spanien und später auch Frankreich waren Zentren der klassischen Gitarre . Die Instrumentenbauer überboten sich in der Konstruktion immer feinerer Resonanzkörper.

Reise auf die grüne Insel

Im Lauf der Zeit erreichte die Gitarre Südamerika. Die Einheimischen brachten ihr Lebensgefühl in das Gitarrenspiel ein. Mit Komponisten aus Venezuela, Paraguay und Brasilien näherte sich Hilsdorf der Neuzeit. Dabei fokussierte er sich auf Irland. Erst in der Mitte des 20.Jahrhunderts fand die Gitarre Einzug in die Folklore des Landes. Während heute die E-Gitarre in jedem Orchester zu finden ist, blieb das lange der klassischen Gitarre "als ein zu leises Instrument" versagt. Hilsdorf zeigte bei seinem Konzert, wie facettenreich ein Instrument sein kann.

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