WÜRZBURG/ASCHAFFENBURG

A3 bleibt für viele Jahre Dauerbaustelle

Die Autobahn Frankfurt-Nürnberg (A3) gehört zu den am meisten befahrenen Straßen in Europa. Der sechsspurige Ausbau geht indes nur stückweise voran.

Die Autobahn A 3 ist eine der zentralen Verkehrsachsen nicht nur in Deutschland, sondern in Europa. Allein auf den 79 Kilometern zwischen Aschaffenburg und Biebelried sind täglich zwischen 60 000 und 100 000 Fahrzeuge unterwegs. Staus sind für die Autofahrer dort seit vielen Jahren Alltag.

Besserung ist in Sicht, der längste Teil dieser Verbindung ist mittlerweile sechsspurig ausgebaut. Doch noch bleiben Nadelöhre.

Aktuelle Großbaustellen sind der Kauppenaufstieg zwischen Waldaschaff und Rohrbrunn (Lkr. Aschaffenburg) im Spessart und das Teilstück in Würzburg – mit dem umstrittenen Neubau der Talbrücke Heidingsfeld und des Katzenbergtunnels. Beim Kauppenaufstieg rechnet Helmut Arndt, Planungschef bei der Autobahndirektion Nordbayern, mit einer Verkehrsfreigabe im Herbst des kommenden Jahres.

Im Bereich Würzburg wird das Ende der Bauarbeiten für 2019 angepeilt. Über eine neue vierspurige Fahrbahn in Richtung Frankfurt sollen die ersten Autos und Laster laut Arndt schon 2016 rollen. In Würzburg gibt es weiter Proteste gegen das Projekt. Eine Bürgerinitiative fordert statt der „Amtstrasse“, die weitestgehend entlang der bestehenden A3 verläuft, eine Lösung, die die Autobahn für mehrere Kilometer in Tunnelröhren verschwinden ließe.

Obwohl sie bereits mit einer Klage gegen die Baugenehmigung der Regierung von Unterfranken gescheitert ist, versucht die Initiative weiter, mit juristischen Schritten den Fortgang der Bauarbeiten zu stoppen (siehe auch "Mehr zum Thema").

Außerdem will man bei einem Bürgerentscheid im April erreichen, dass die Stadt Würzburg ihre bislang positive Haltung zur Amtstrasse ändert und sich bei Freistaat und Bund für die Tunnellösung stark macht. Bei der Autobahndirektion sieht man den Widerstand gelassen. Helmut Arndt: „Wir haben vollziehbares Baurecht und setzen das Projekt, wie geplant, schrittweise um.“

Die 20 Kilometer nach dem Kauppenaufstieg über die Haseltalbrücke bis zur Mainbrücke Bettingen werden laut den Plänen vermutlich zwischen 2015 und 2018 angegangen. Bliebe noch das Acht-Kilometer-Teilstück westlich der Anschlussstelle Helmstadt, das weitgehend auf baden-württembergischem Boden verläuft.

Weil die grün-rote Landesregierung in Stuttgart beim Autobahnausbau andere Prioritäten setzt, verzögert sich die bauliche Umsetzung „nach derzeitigem Stand“ (Arndt) auf die Jahre 2018 und 2019. Danach aber könnte der sechsspurige Ausbau, der in den 1990er Jahren mit der Einhausung bei Hösbach begann, abgeschlossen sein. 1,1 Milliarden Euro hätte der Bund dann zwischen Aschaffenburg und Biebelried verbaut.

Und es werden noch einmal rund 0,9 Milliarden dazu kommen, wenn auch auf den 79 Kilometern zwischen den Autobahnkreuzen Biebelried und Fürth/Erlangen die Bagger anrollen. Für gut die Hälfte dieser Strecke besteht bereits Baurecht; mit dem Abschluss der übrigen Planfeststellungsverfahren rechnet Arndt bis Ende nächsten Jahres.

Der Baubeginn wird vor allem in Geiselwind (Lkr. Kitzingen) sehnlich erwartet. Dort hofft eine Anwohner-Initiative gemeinsam mit der Gemeinde, dass im Zuge des Ausbaus die versprochenen Lärmschutzmaßnahmen verwirklicht werden.

Obwohl auf dem Teilstück seit Ende 2009 Baurecht besteht, scheiterte die Umsetzung bislang an der fehlenden Freigabe der Finanzmittel durch den Bund. Im vergangenen Jahr hatte Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann aber den Spatenstich noch für heuer in Aussicht gestellt.

Dass die A3 weiter bis Nürnberg ausgebaut werden muss, ist unstrittig. Auch dieses A3-Teilstück genießt im Bundesverkehrswegeplan hohe Priorität. Dennoch will Planer Arndt über einen Zeitplan für den Ausbau nicht spekulieren.

Im Vorgriff weiterer Baumaßnahmen erneuert die Autobahndirektion bereits ab diesem Frühjahr die Main-Donau-Kanal-Brücke westlich des Kreuzes Fürth/Erlangen. Laut Arndt ist die 42 Jahre alte Überführung so marode, dass ein Neubau erforderlich ist.

Klar, dass dieser gleich sechsspurig ausfällt, wie auch die anschließende Autobahn auf rund einem Kilometer Länge. Der Bund investiert rund 25 Millionen Euro, Ende 2015 soll der Verkehr über die neue Brücke rollen.

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