MÜNCHEN

Alkohol bei Jugendlichen: Was Eltern tun können

Klar, Jugendliche wollen Party machen, dagegen ist auch nichts einzuwenden. Problematisch wird es für alle Beteiligten erst dann, wenn persönliche Grenzen überschritten werden – und man auf die Ansagen der Eltern regelmäßig pfeift. Komasaufen gehört zu diesen Grenzüberschreitungen, das Fälschen des Schülerausweises und Abfeiern bis nachts um vier, wenn man gerade mal 13 ist, auch.

„Alkohol ist bei Jugendlichen im Alter von zwölf bis 25 Jahren die am weitesten verbreitete legale Droge. Zwischen dem 16. und 19. Lebensjahr haben 97 Prozent ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol gemacht, 73 Prozent hatten bereits ein oder mehrmals einen Rausch“, erklärt Rupert Duerdoth, Referent für Suchtprävention der Landesarbeitsstelle Bayern Aktion Jugendschutz in München, auf Anfrage dieser Zeitung.

Eltern fühlten sich oft hilflos, hätten das Gefühl, ohnehin nichts ausrichten zu können. Doch das, so Duerdoth, sei falsch. Es komme darauf an, wie man mit seinen Kindern über das Thema spreche. „Wenn man sie nach ihrer Meinung und ihrem Wissen zu dem Thema Alkohol frage, ist das ein guter Einstieg.“

Ist das Trinken ein Ritual, ein Mittel, um sich besser und gelassener im Umgang mit anderen zu fühlen? Verständnis zu zeigen und dennoch Grenzen zu ziehen, schließe sich nicht aus. Mit autoritären Sprüchen und Pauschalverboten komme man in der Regel nicht weiter. Noch fataler sei das Ignorieren eines Problems. „Wenn die Jugendlichen wissen, da ist jemand, dem bin ich wichtig, dem ist es nicht egal, was ich mache, dann taucht diese besorgte Stimme auch im Kopf auf, wenn es gilt, eine Entscheidung zu treffen“, so Duerdoth. Sich als Eltern in Erinnerung zu rufen, sei wichtig.

Doch vielen Eltern scheint egal zu sein, was ihr Nachwuchs so treibt. In den Kliniken werden immer häufiger Kinder mit Alkoholvergiftung behandelt. Bewusstlosigkeit bis hin zum Atemstillstand sind die Folgen übermäßigen Konsums. Auch gelegentliches Rauschtrinken schädigt das Hirn. Besonders Jugendliche sind betroffen, denn das Gehirn reagiert in diesem Alter sensibel. Wer wissen will, was laut aktuellem Jugendschutzgesetz erlaubt ist, kann sich unter www.bayern.jugendschutz.de informieren. Hilfe gibt es bei den Jugendämtern der Kommunen.

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