GEMÜNDEN/HANNOVER

Angebliche Anzeige gegen Kümmert wegen Konzert-Pöbelei

Sang und sprach am Mittwoch nicht: Der Gemündener Andreas Kümmert meldete sich bei den Proben für den ESC krank und schwieg auch zu den Vorwürfen um „sexuelle Beleidigung“.
Sang und sprach am Mittwoch nicht: Der Gemündener Andreas Kümmert meldete sich bei den Proben für den ESC krank und schwieg auch zu den Vorwürfen um „sexuelle Beleidigung“. Foto: ArchivChristoph Weiß

Was ist los mit Andreas Kümmert? Der Bluesrocker aus Gemünden (Lkr. Main-Spessart) hat sich am Mittwoch in Hannover krank gemeldet.

Den Auftritt beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest (ESC) am Donnerstagabend hat er aber weiter im Visier, sagen die Veranstalter.

Derweil sorgt eine Meldung von „Bild“ für Ärger. Darin erheben Konzert-Besucherinnen gegen Kümmert den Vorwurf der „sexuellen Beleidigung“. Sie sollen Anzeige gegen ihn erstattet haben.

Es ist angerichtet. 12 Uhr mittags startet die Pressekonferenz. Barbara Schöneberger, die die Liveübertragung moderieren wird, will die acht Solokünstler und Bands vorstellen, die um die Gunst der Fernsehzuschauer buhlen – und um das Ticket für den weltweit größten Sangeswettstreit am 23. Mai in Wien. Andreas Kümmert ist nicht zu sehen. Pressescheu wie er ist, wird er vermutlich erst kurz vor knapp eintreffen.

Von wegen. „Kümmert ist krank“, lautet die Botschaft, als der 28-Jährige an der Reihe wäre. „Hoffentlich hat er jemanden, der sich um ihn kümmert“, kalauert die Schöneberger. Und macht weiter im Programm. Auf Nachfrage tritt NDR-Redakteur Torsten Amarell wenig später mit einem etwas ausführlicheren Statement vors Mikrofon. Es sei nichts Schlimmes, sagt er. Kümmert sei erkältet und vorsorglich beim Arzt, werde am Nachmittag aber proben und am Donnerstagabend auf der Bühne stehen. „Selbstverständlich.“

Prompt werden Erinnerungen wach an den Künstler, der bei der Castingshow „The Voice of Germany“ Zehntausende mit seiner Reibeisenstimme begeistert, dann aber kränkelt, als der Rummel nach dem Sieg zu groß wird und allzu viele in der Musikszene und bei den Medien an ihm zerren. Verweigert Kümmert sich dem ESC? „Nein“, beruhigt Amarell später noch einmal. Kümmert wisse, was auf ihn zukomme, werde von Mitarbeitern seiner Plattenfirma gut betreut.

Der vorübergehende Ausfall des Bluesbarden sorgt jedenfalls für Gesprächsstoff unter den Journalisten. Da gehen die anderen fast ein bisschen unter. Das freundliche Duo Mrs. Greenbird, die Mittelalter-Freaks von Faun, die sportlichen Damen von Laing, die mit Spinning-Fahrrädern auf der Bühne performen, Noize Generation mit seiner Robotik-Show, der Öko-Pop von Fahrenhaidt, starke Frauenstimmen wie Alexa Feser und Ann Sophie. Favoriten? Fragt man die erfahrenen ESC-Journalisten, mag sich niemand festlegen. „Hängt ab vom Live-Auftritt“, gibt man sich diplomatisch. Und klar, auch Andreas Kümmert bleibt im Gespräch.

16.20 Uhr. Mehrfach haben die NDR-Verantwortlichen die Probe von Kümmert und seiner Band in der TUI-Arena verschoben. Jetzt die Absage. „Er muss seine Stimme schonen“, sagt Torsten Amarell. Glücklich schaut er nicht aus. Aber er versichert: „Dem Auftritt am Donnerstag steht nichts entgegen.“ Die Generalprobe, die heute um 14 Uhr geplant ist, werde eigens für den Sänger aus Gemünden verlängert. „Die Zeit soll er haben.“

Unterdessen macht „Bild Stuttgart“ mit Kümmert Schlagzeilen. Der Sänger habe am vergangenen Wochenende bei einem Auftritt in Eppingen (Lkr. Heilbronn) Zuschauerinnen mit sexuellen Anzüglichkeiten angepöbelt, heißt es. Es liege eine Anzeige wegen „sexueller Beleidigung“ vor. Kümmert habe gestört, dass die Frauen während seines Auftritts geredet hätten. Auch mit dem Konzertveranstalter liege der 28-Jährige im Clinch. Man streite um die Gage.

Keine guten Nachrichten so kurz vor dem ESC-Vorentscheid. Was der Sänger dazu sagt? Hat es ihm womöglich wegen der Vorwürfe die Stimme verschlagen? Wir hätten ihn gerne gefragt. Der Versuch indes, eine Stellungnahme von ihm oder einem Vertreter seiner Plattenfirma zu bekommen, scheitert am Mittwochnachmittag. Einmal mehr.

Das Erste überträgt den deutschen Vorentscheid für den 60. Eurovision Song Contest an diesem Donnerstag um 20.15 Uhr live aus Hannover. Über den Sieger stimmen die TV-Zuschauer per Telefon und SMS ab.

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