LANDKREIS MAIN-SPESSART

Asylbewerbern begegnen: Wie man Angst vor Fremdem abbaut

Wohin mit den Asylbewerbern? Diese Frage beschäftigt die Regierung von Unterfranken seit etwa zwei Jahren. Die staatlichen Gemeinschaftsunterkünfte können sie nicht mehr alle aufnehmen. Raus aufs Land, heißt daher seit geraumer Zeit die Devise. Landratsämter suchen nach Unterkünften auf Dörfern – zum Beispiel leer stehende Gasthäuser. Doch nicht an allen Orten werden die Asylbewerber mit offenen Armen empfangen. Warum das so ist, darüber sprachen wir mit Klaus Oßwald, zuständig bei der Caritas für die Flüchtlingsberatung im Landkreis Main-Spessart.

Frage: Warum haben Menschen Angst vor Asylbewerbern?

Klaus Osswald: Man hört immer wieder von Menschen, die sich Sorgen machen, wenn Asylbewerber in ihren Ort ziehen, oder die keinen Kontakt haben wollen. Man könnte das mit einer diffusen Angst vor Neuem beschreiben. Manche haben Angst davor, dass die Asylbewerber ihnen Arbeit wegnehmen. Andere fürchten, dass dadurch die Kriminalität steigt.

Was kann helfen, die Angst vor Asylbewerbern abzubauen?

Osswald: Zunächst hilft Informieren. Welche Probleme gibt es gerade in ihrem Heimatland? Was ist tatsächlich ihre Situation hier? Der nächste Schritt ist, die Asylbewerber kennenzulernen. Jeder, der neu an einem Ort ist, freut sich, wenn ihm jemand Hilfe anbietet.

In Zimmern (Lkr. Main-Spessart) sind die Asylbewerber mitten im Ort untergebracht, und nicht gesondert am Ortsrand. Hilft das?

Osswald: Aus meiner Sicht erleichtert das den Kontakt, weil man sich schneller begegnet. Klar ist ein Kontakt bei einer kleineren Unterkunft viel leichter möglich als in einer Gemeinschaftsunterkunft mit mehreren Hundert Asylbewerbern. Aber alles hat seine Vor- und Nachteile. Auf dem Land ist der Kontakt zu den Bewohnern vielleicht besser, dafür haben Asylbewerber dort aber nicht unbedingt Zugang zu institutionalisierten Sprachkursen. Man kann wirklich nicht gegeneinander aufwiegen, welche Form der Unterbringung besser ist.

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