SCHWEINFURT

Auf dem Weg zur Inklusion

Wie kann es gelingen, Kinder und Jugendliche mit Behinderung besser in die Schule einzugliedern? Diese Frage diskutierte die bayerische Landesdelegiertenversammlung des Verbandes Sonderpädagogik (vds) bei einem Festakt im Konferenzzentrum des Schweinfurter Mercure-Hotels.

Dass die derzeitige Betreuung behinderter Kinder an den Regelschulen noch nicht „den Kern der Sache trifft“, stellte Festredner Peter Radtke fest. Er selbst lebt mit der Glasknochenkrankheit und ist Sprachrohr für viele Menschen mit Behinderung. Es dürfe in der Förderung behinderter Kinder nicht darum gehen, Defizite auszumerzen. Im Gegenteil: Man müsse diese Defizite als wichtigen Bestandteil der Schulklasse begreifen. „Wir bilden Fachidioten heran und wir vernachlässigen die Bildung des Gemeinschaftsgefühls“, kritisierte er. Er selbst verstehe nicht, wie euphorisch Politiker den Begriff der Inklusion aufgreifen. Denn es gebe noch viel zu tun – das schwang in seinen Worten mit.

Daran knüpfte Rita Völker, Vorsitzende des vds-Landesverbandes Bayern an. Um die Inklusion behinderter Schüler voranzubringen, bedürfe es gänzlich neuer Strukturen, erklärte sie. Das beginne schon mit der Ausbildung der Lehrer.

Erich Weigl, Ministerialrat im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, betonte schließlich, dass Inklusion Aufgabe aller Schulen sei. „Nicht die Ideologie, sondern das Kind soll im Mittelpunkt stehen“, forderte er.

Der vds-Landesverband Bayern versteht sich als Interessensvertretung für Kinder und Jugendliche, die besonders gefördert werden müssen, aber auch für Eltern und solche Personen, die in der Sozialpädagogik arbeiten.

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