KARLSTADT

Bewerbervideo soll bei der Jobsuche helfen

Neue Hoffnung: Ronald Büchner will mit Hilfe seines Bewerbervideos einen neuen Job finden. Foto: Haase

Einen bayernweit einmaligen Weg geht der Beschäftigungspakt „Leila 50plus“ in Karlstadt. Das Ziel: ältere Jobsuchende zu vermitteln. Dafür stellen sich die Bewerber im Internet anhand von Videos potenziellen Arbeitgebern vor.

Einer von ihnen ist der Schreiner Ronald Büchner aus Karlstadt (Lkr. Main-Spessart). Zuletzt hat er bei der Karlstadter Firma Franken-Fenster in der Gemündener Straße gearbeitet. Sie hat dichtgemacht. Seit acht Jahren ist er arbeitslos. Mehr als 100 Bewerbungen hat der inzwischen 53-Jährige geschrieben. Das Bewerbungsvideo gibt ihm neue Hoffnung.

Kurz vor Weihnachten wurden die Videos in den Karlstadter Büroräumen von Leila 50 plus in der Langgasse gedreht. Zwölf Arbeitslose haben sich filmen lassen. Neun von ihnen – fünf Frauen und vier Männer – waren damit einverstanden, dass die Videos übers Internet öffentlich einsehbar sind. Seit Ende Januar stehen sie im Netz – und man hofft, dass vor allem Arbeitgeber sie betrachten.

Diese würden positiv reagieren, sagt Arbeitsvermittlerin Karin Hoffmann von der Agentur in Karlstadt, wenngleich von den neun Arbeitssuchenden bisher noch keiner vermittelt werden konnte. Die neun sind zwischen 1952 und 1961 geboren und arbeiteten als Bürofachkraft, als Behindertenbetreuer, Maschinenführer, Metzger oder in der Gastronomie. Zu dem Dreh in Karlstadt war auch eine Maskenbildnerin gekommen. „Wir wurden von der Frau hübsch gemacht, die auch die Schauspieler von der 'Lindenstraße' schminkt“, sagt Büchner. Er stammt aus Thulba (Lkr. Bad Kissingen), hat dort als Schreiner gearbeitet. Später wechselte er nach Elfershausen und letztlich nach Karlstadt. Zwei Wochen habe er in einer Firma in Helmstadt gearbeitet, die nach dem Niedergang von Franken-Fenster gegründet wurde. Das sei sehr gut gewesen, doch könne er dort nicht arbeiten, weil er kein Auto hat, um hinzukommen. Und für ein Auto reicht das Geld nicht. So könnte sich Büchner inzwischen außer einer Anstellung als Schreiner auch eine Arbeit als Hausmeister, beispielsweise in einem Seniorenwohnheim oder Krankenhaus, vorstellen. Und genau das erklärt er in seinem Kurzvideo.

Die Aufnahmen werden im Internet in Abschnitten präsentiert. So stellen sich die Kandidaten kurz vor, berichten dann über ihren Werdegang und skizzieren ihren Berufswunsch. Wollen die Arbeitsuchenden mit dem Kurzfilmchen Werbung für sich machen, müssen sie nur einen entsprechenden Link an den potenziellen Arbeitgeber schicken. Zu finden sind die Videos auf der Homepage www.erfahrung-leila50plus.de

Neben Karlstadt war Obernburg (Lkr. Miltenberg) einer der Drehorte für die Bewerbervideos. Von dort stehen ebenfalls neun Bewerber im Internet. Die Fäden hält das Projekt „Leila 50plus“ in der Hand. „Leila 50plus“ ist ein Projekt der Jobcenter der Stadt Aschaffenburg, des Landkreises Aschaffenburg, des Landkreises Miltenberg, des Landkreises Main-Spessart, des Neckar-Odenwald-Kreises und des Main-Tauber-Kreises sowie des Beruflichen Fortbildungszentrums der Bayerischen Wirtschaft. Ziel ist es, ältere Arbeitslose aus Hartz IV wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen.

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