WÜRZBURG

Bistum Würzburg setzt mit „Kiliani-Tag der Kranken und Behinderten“ alte Tradition fort

Ein ganz besonderer Gottesdienst im Dom: Kiliani-Tag für Kranke und Menschen mit Behinderung. Foto: POW

Vespern im Kiliansdom, Kaffee, Tee und Würstchen in der Kirche? „Die Würstle waren der absolute Renner“, hat Domkapitular Clemens Bieber beobachtet. Für den Vorsitzenden der Caritas ist die Speisung von Kranken und von Menschen mit Behinderung im Dom keine Zweckentfremdung des Hauses Gottes. „In der mittelalterlichen Kirche war es vielmehr üblich, dass Krankenanstalt und Kirche Wand an Wand gebaut waren“, weiß er. Der von Bischof Friedhelm Hofmann am Samstagvormittag gefeierte Gottesdienst mit Speisung ist eine alte Pilgertradition, die in dieser Form in Deutschland heute wohl einzigartig ist.

Für den Malteser-Hilfsdienst bedeutete nicht nur die Messe, die im Zweijahresrhythmus stattfindet, einen Großeinsatz. Um den etwa 350 oft auf den Rollstuhl angewiesenen Gläubigen die Teilnahme an der Kiliani-Wallfahrtswoche zu ermöglichen, hatten sie 60 Busse im Einsatz. Darüber hinaus waren die Malteser während der gesamten Festwoche mit 16 Gottesdiensten mit Helfern zugegen. Die mit einem Malteserkreuz gekennzeichnet Sepultur diente als Sanitätsraum mit Feldbetten, Erster-Hilfe-Ausrüstung und einem Defibrillator.

Bereits in den frühen Morgenstunden hatten Mitarbeiter die Gläubigen für den ungewöhnlichen Gottesdienst von zu Hause abgeholt. Am Dom standen wiederum Malteserhelfer bereit, um die Rollstuhlpilger zu den Plätzen im leer geräumten Querschiff zu begleiten. „Wir tun dies aus alter Tradition“, erklärte Malteser-Stadtbeauftragter Klaus-Dieter Bopp. „Begleitung und Betreuung von Pilgern und die Hilfe für Bedürftige ist jahrhundertealte Aufgabe der Malteser.“

Direkt hinter den in der Kirche aufgestellten Häuptern der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan fanden die elf Musiker vom St.-Josefs-Stift aus Eisingen einen Platz. Die Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen saßen rund um Biertischgarnituren, deren Kante sie nutzen, um darauf ihre Veeh-Harfen abzustellen. Gleich mit mehreren Kirchenliedern und Bach-Kompositionen begleiteten sie den Gottesdienst. „Unsere Leute sind unheimlich stolz, wenn sie zeigen können, was sie drauf haben“, erzählte Betreuerin Christine Spielberger. „Ein Gottesdienst mit Hunderten von Gläubigen ist für sie natürlich ein Wahnsinnserlebnis.“

Die Brotzeit und die Begegnung mit Bischof Hofmann nach dem Gottesdienst war ein weiterer Höhepunkt. Mitarbeiter der Malteser sowie der Caritas reichten den Wallfahrern eine Kleinigkeit zur Stärkung.

An vier Ständen hielten die Malteser 800 Würstchen mit Brötchen, 400 Hörnchen, etwa 300 Liter Kaltgetränke und etwa 100 Liter Kaffee und Tee bereit. Selbst während des Gottesdienstes waren Helfer unterwegs, um den Gläubigen Wasser zu reichen. „Die Leute haben sich geborgen und aufgehoben gefühlt“, erzählt Petra Eitzelberger, die sonst eigentlich eher hinter dem Schreibtisch sitzt und Anfragen von Kindertagesstätten bearbeitet. Mit einem Tablett und gelber Helferweste ausgestattet ist sie von Kirchenbank zu Kirchenbank geeilt, hat Essen und Getränke verteilt und noch Zeit gefunden, mit ein paar netten Worten auf die Besucher einzugehen. Für sie war der Einsatz als Helfer gelebte Nächstenliebe: „Was gibt es schöneres, als in die strahlenden Gesichter zu schauen.“

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