Blaues Blut und grüner Daumen

Blaues Blut und grüner Daumen

Der Park von Schloss Dennenlohe in Unterschwaningen (Lkr. Ansbach) ist das grüne Werk der Familie von Süsskind. In jahrelanger Arbeit haben Robert Freiherr von Süsskind und seine Frau Sabine das etwa 18 Hektar große Areal zu einem bedeutenden Landschaftspark, der als botanischer Garten anerkannt ist, umgestaltet. Markenzeichen ist der Rhododendron-Park, der größte seiner Art in ganz Süddeutschland.

Wie sind Sie darauf gekommen, Ihren Schlosspark für die Öffentlichkeit zu öffnen?

Sabine Freifrau von Süsskind: Mein Mann hat den Garten viele Jahre als Hobby betrieben. Beim Tag des offenen Denkmals 1998 haben wir erstmals Führungen angeboten, und die Leute waren vom Garten mehr begeistert als vom Schlossensemble. Im Jahr darauf haben wir die erste bayerische Gartenmesse, die Dennenloher Schloss- und Gartentage veranstaltet. In den Folgejahren gab es immer wieder Führungen für Gruppen. 2004 haben wir ein Drehkreuz als Eingang gebaut, damit die Besucher täglich von April bis November – auch ohne Führungen – in den Park konnten. Heute gibt es neben Restaurant und Café auch ein Oldtimer-Museum im Park. Neu ist die bhutanische Tempelanlage – zwei Tempel, die extra für uns in Bhutan gebaut wurden.

Welche Bäume prägen Ihren Park?

Von Süsskind: Der alte Baumbestand besteht aus Linden, Sumpfzypressen, Rotbuchen, Pappeln, vielen Eichenarten, Trompetenbäumen, japanischem Ahorn in allen Variationen, Honigbäumen, gelben Kastanien und Ulmen.

Was sind die Besuchermagnete in Ihrem Park?

Von Süsskind: Unser Garten ist ein Landschaftspark, das heißt er ist wild-romantisch und man soll an jeder Ecke etwas anderes entdecken. Alles, was mit Wasser zu tun hat, lieben die Besucher, zum Beispiel unseren Schlossweiher mit vielen kleinen Bachläufen. Dazu haben wir sechs Hektar seltene blühende Wiesenbiotope und 14 kleine Inselchen mit Rhododendren, die durch eng geschwungene Wege verbunden sind.

Das Interesse an Gärten und Parks scheint stetig zu wachsen. . .

Von Süsskind: Als wir vor neun Jahren angefangen haben, den Park zu bewerben, war der Englische Landschaftspark noch vielen fremd. Damals wurde eher der „ordentliche“ Garten gewünscht, und viele störten sich an den Kräuterbüscheln am Wegesrand. Ein Landschaftspark ist ja wild, und doch gepflegt. Erst beim näheren Hinsehen entdeckt man Raritäten. In den letzten zehn Jahren hat sich das gewandelt, durch Literatur und die vielen Gartenzeitschriften. Der Trend geht hin zu Nachhaltigkeit und Ökologie.

Was können Besucher in Ihrem Park für den eigenen Garten lernen?

Von Süsskind: Aufgrund der unterschiedlichen Größenordnung ist nicht alles aus unserem Garten in einem kleineren Privatgarten umsetzbar. Aber viele Pflanzenkombinationen wie zum Beispiel Pfingstrosenbeete in Kombination mit Hostas, schattige Beetunterpflanzungen wie Finca major oder Iris- und Rosenbeete kann man „gedanklich“ mit nach Hause nehmen. In erster Linie ist unser Park idyllisch, romantisch und soll während des Besuchs zum Träumen und Entspannen anregen. Außerdem wird er ökologisch bewirtschaftet und man kann sehr schön die Harmonie erkennen, die sich ergibt, wenn man allen Pflanzen ihren Raum lässt.

Würden Sie anderen Schlossbesitzern auch raten, Ihre Gärten öffentlich zu machen?

Von Süsskind: Ich würde jedem Gartenbesitzer, der einen interessanten Garten hat, raten, ihn für Besucher zu öffnen. Am besten mit Führungen, denn so findet man selbst viele neue gartenbegeisterte Bekannte.

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