WÜRZBURG

Das „U & D“ konzentriert sich

Auf dem getrockneten grünen Rasen: Steffen Deeg vom Kulturhaus Cairo, U&D-Macher Ralf Duggen, Karl Vetter von der Sparda Bank und Tilman Hampl auf den Würzburger Mainwiesen, auf denen am Donnerstag das „Umsonst & Draussen“ eröffnet wird. Foto: THERESA MÜLLER

Die Wiese trocken und bockelhart, der Rasen frischgrün – „man würde es nicht glauben, dass hier vor zehn Tagen Hochwasser war.“ Tilman Hampl, Mitorganisator und Macher des Würzburger „Umsonst & Draussen“-Festivals, schüttelt erleichtert den Kopf. Ein paar bange Tage und sorgenvolle Momente hatte das Festival-Team zuletzt schon gehabt. Würden die Talavera-Mainwiesen rechtzeitig trocken? Würde das große, stehen gebliebene Zirkuszelt vom Africa Festival zeitig mit schwerem Gerät abgebaut werden können?

Am vergangenen Donnerstag, genau eine Woche vor Festival-Beginn kam die gute Nachricht aus dem Rathaus: Die Wiesen sind wieder festivaltauglich, der 26. Auflage des größten „U&D“ in der Region von 20. bis 23. Juni steht keine Widrigkeit mehr im Weg. Und so wird das Team an diesem Dienstag mit dem Aufbau der großen „Draussen“-Bühne beginnen.

Die steht dann – wer in den vergangenen Jahren auf dem Festival unterwegs war, wird überrascht sein – nicht am Eingang des Geländes an der Friedensbrücke. Sondern hinten, am anderen Ende der Mainwiesen, wo in den Vorjahren das Zelt mit der „Drinnen-Bühne“ aufgeschlagen war. Wieso der Tausch von Drinnen und Draußen? Einfach mal was Neues im Jahr nach dem 25. Geburtstag?

„Der sachliche Grund ist: Wir haben die Zahl der Programmpunkte reduziert“, sagt Tilman Hampl. Beim Jubiläumsfestival 2012 hatte der „Umsonst & Draussen“-Verein mit 30 000 Besuchern so viele Leute wie noch nie an einem Tag auf dem Gelände gezählt. Insgesamt aber sah die Bilanz nach vier Tagen mit 80 000 Besuchern – und Unwetterwarnungen, Regen, Unterhaltungskonkurrenz Fußball – durchwachsen aus. Bis zu 100 000 Besucher hatte man schon verzeichnet. Die Abrechnung im Herbst fiel entsprechend „nicht so gut aus“, berichtet Vereinsvorstand Ralf Duggen. Schwarze Zahlen gab's jedenfalls keine.

„Wir sind an Grenzen angelangt und vielleicht insgesamt etwas übers Ziel hinausgeschossen“, sagt Duggen zum prallvollen Jubiläumsprogramm. In den vergangenen sieben Jahren hatten die U&D-Macher die Zahl der musikalischen Programmpunkte von 60 auf über 100 fast verdoppelt. Über diese Statistik, die mit entsprechenden Kosten für Fahrt, Verpflegung und Logis der Musiker verbunden ist, erschrak das Team selbst ein wenig. Die Einnahmen nämlich – vor allem und hauptsächlich durch den Getränkeverkauf – stagnierten. Deshalb gibt es in diesem Jahr ein verschlanktes Bühnengeschehen mit 60 Live-Konzerten: „Wir haben uns entschieden, den Umfang – nicht immer ganz freiwillig – etwas zu reduzieren und konzentrieren uns wieder mehr auf das Wesentliche“, sagt Duggen.

Das Sammelsurium-Zelt am Eingang ist weg, das Kinderzelt wurde gestrichen, die U-25-Bühne für den Band-Nachwuchs durfte bleiben. Neu: eine Mini-Bühne, betrieben und finanziert vom Jugendkulturhaus Cairo. Interviews und unplugged-Konzerte soll es dort an den vier Festivaltagen unter anderem geben.

Eine gute Nachricht gab es für das U&D in diesem Frühjahr schon: Der Würzburger Stadtrat hat seinen jährlichen Zuschuss von 15 000 auf jetzt 25 000 erhöht. Bleibt noch die chronische Frage eines eintrittsfreien Frischluft-Festivals, wie das Wetter von Donnerstag bis Sonntag wird. Tilman Hampl ist verhalten optimistisch. „Aber nach Agrarwetter.de sieht es ziemlich gut aus.“

„Umsonst & Draussen“ in Würzburg

Zum 26. Mal findet von Donnerstag bis Sonntag, 20. bis 23. Juni, in Würzburg auf den Talavera-Mainwiesen das U & D statt. Traditionell unter freiem Himmel, bei freiem Eintritt – und mit viel Live-Musik von lokalen und überregionalen Künstlern. Los geht's am Donnerstag und Freitag um 18 Uhr. Am Samstag beginnt das Bühnenprogramm um 13 Uhr, am Sonntag mit der Gospel-Messe schon um 11 Uhr.

Auf dem Programm: Unter anderem Musik von 60 Interpreten und Bands, Improtheater (erstmals auch für Kinder), ein Hip-Hop-Battle, ein Kunst-Zelt mit Ausstellungen, Kistenkunst aus 720 leeren Bierkästen, StreetArt-Künstler in Aktion, eine Versteigerung kunstvoll gestalteter Gartenzwerge und der traditionelle Espresso-Test.

Hauptsponsor des Festivals ist die Sparda-Bank Nürnberg. Neu als Unterstützer dabei ist die Stadtbau Würzburg.

Rückblick

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  2. Festival: Wie sich das U&D in Würzburg verändert hat
  3. Umsonst & Draussen Würzburg: Anfahrt, Bands, Öffnungszeiten
  4. Wie die Bands auf die Umsonst & Draussen-Bühne kommen
  5. Zum „Umsonst & Draussen“: Wohl kälteste Tage dieses Sommers
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  10. Würzburg feiert zum 30. Mal umsonst und draussen
  11. Umsonst & Draussen 2017: Jetzt auch wieder mit Zirkuszelt
  12. Bilanz beim „Umsonst & Draussen“: Musik gut, Stimmung gut
  13. Starke Frauenstimmen aus Mainfranken beim U&D
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  25. Red Manhole auf dem U&D
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  27. Umsonst & Draußen: Das Programm
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  29. U & D: Diese Bands musst du sehen!
  30. U & D: Vier junge Bands stellen sich vor
  31. Das „U & D“ konzentriert sich
  32. "Umsonst & Draussen" kann stattfinden
  33. Umsonst & Draußen: „Wir hoffen auf die Mainwiesen“
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  35. 85.000 Fans kamen zu "Umsonst & Draussen"-Festival
  36. 85.000 Fans auf den Mainwiesen
  37. 85 000 Musikfans besuchen das Umsonst & Draussen
  38. Umsonst & Draussen: Gewitter? Regenschirmtänze!
  39. Konzertabbruch wegen Unwetterwarnung
  40. Umsonst & Draussen: Ein lächelnder Festivalpapa
  41. Umsonst & Draussen: Das musst du sehen!
  42. Jung, umsonst und draußen
  43. Rockfans in der Zeitmaschine
  44. Max Prosa: Mit Locken und viel Gefühl
  45. Riesenbilderbuch der Würzburger Popszene
  46. Umsonst & Draußen 2012 - das sind die Highlights
  47. Umsonst & Draussen: Wenig Sonne und viel Musik
  48. Umsonst & Draußen: Rock und Pop am Mainufer
  49. Umsonst &Draußen: Das musst du sehen!
  50. Umsonst, jung und draußen

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