WÜRZBURG

Das ist die Mainfranken-Messe: regional und exotisch

Mainfranken-Messe: Was macht ein Waran auf den Würzburger Mainwiesen? Die Antwort bekommen Besucher bis zum 9. Oktober bei der größten Messe der Region.
Rhythmisch: Auch wenn es hier fast so aussieht – es ist nicht das alljährliche Würzburger „Africa Festival“. Auf der Messe sorgen die Holzbildhauer und Instrumentenbauer Pablo Mbeng und Brahmasory Sidime aus Guinea für afrikanische Klänge.
Rhythmisch: Auch wenn es hier fast so aussieht – es ist nicht das alljährliche Würzburger „Africa Festival“. Auf der Messe sorgen die Holzbildhauer und Instrumentenbauer Pablo Mbeng und Brahmasory Sidime aus Guinea für afrikanische Klänge. Foto: NORBERT SCHWARZOTT

Und es ist doch eine Kraut-und-Rüben-Messe! Ein paar Rüben-Prachtexemplare waren am Freitag jedenfalls schon am Stand des Bauernverbands zu sehen. Neben Kürbissen, Maiskolben und knackfrischen Äpfeln werden die Feldfrüchte in den kommenden neun Tagen in Messehalle 26 als hübsche – und teils essbare – Dekoration dienen.

Und das Kraut? Das gab's am Tag vor dem Messestart aus der Pfanne. Zusammen mit Schupfnudeln, als deftiges Mittagessen für die Aussteller und Aufbauer, die noch alle Hände voll zu tun hatten.

Wer am Freitag als Beobachter auf den Würzburger Mainwiesen in den 26 Hallen unterwegs war, mochte sich kaum vorstellen, dass am Samstag früh, Punkt 10 Uhr, die 27. Mainfranken-Messe ihre Tore fürs Publikum würde öffnen können.

Aber natürlich, wenn am Samstagvormittag Oberbürgermeister Georg Rosenthal die Gäste willkommen heißt und Staatssekretär Gerhard Eck die Eröffnungsworte spricht, ist natürlich alles bereit. Dann stehen Rasenmäher, Häcksler und Gartengerätschaften im Freigelände in Reih und Glied.

Dann sind alle Broschüren und Informationshefte an den Ständen der Dienstleister und vielen ausstellenden Behörden ausgelegt. Dann riecht es in der Piazza Italia nach luftgetrockneter Salami und würzigem Parmesan, dann gibt es am Stand der Diözese Würzburg den ersten frischen Kaffee.

Mitarbeiter aus den Finanzämtern der Region stellen dann schon ersten Interessierten am Messestand die elektronische Steuererklärung vor, und in der Bioschauküche wird das erste Gemüse geschält und Fleisch gewürzt werden. Studenten der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt unterhalten dann schon auf der eigenen Medienbühne mit Quiz und Spielen. Und in der Halle des Bezirks wird Charly Biscuit wieder mit dem Akkordeon auf- und abflanieren.

Fast nichts, was es nicht gibt

„Regionale Mehrbranchen-Messe mit umfassendem Konsumgüterangebot“ nennt der Veranstalter, die AFAG GmbH aus Nürnberg, die Mainfranken-Messe ganz offiziell. Und die Fakten sind schnell erzählt: Alle zwei Jahre präsentieren rund 600 Aussteller, die meisten davon aus der Region, in 26 Hallen ihre Produkte, Waren und Dienstleistungen.

Das Angebot reicht vom Dachziegel über den Schminkspiegel und den streifenfreien Fensterreiniger bis hin zum Whirlpool mit Echtlederbezug und der modernen Heizungsanlage – und es hört bei Gurkenhobel, Multifunktionsküchenmaschine, Grabstein und Gartenzaun nicht auf.

Dazu der Service: Vom kostenlosen Gesundheitscheck im „GesundheitsPark“ und medizinischen Vorträgen von Fachärzten über Küchentipps und Kochtricks der Ernährungsfachberaterinnen und Landfrauen bis hin zu allem Nützlichen, was man über die Angebote der Stadt Würzburg wissen muss.

Das Rathaus der Messestadt schickt nämlich Mitarbeiter aus 18 Dienststellen während der neun Tage in die eigene Messehalle. Wer schon immer mal Fragen zur Wirtschaftsförderung, zum städtischen Bestattungsdienst, zu den Bauprojekten oder Städtepartnerschaften oder Tagungen im Congress Centrum hatte – die Ansprechpartner sind da.

Die Dienstleistungen in kurzen Filmen

Dazu präsentiert die Stadt an 18 Bildschirmen ihre Angebote auch in kurzen, neu gemachten Filmen, auf Neudeutsch Podcasts genannt. „Zur Beruhigung ohne Ton, sonst haben wir eine Kakophonie“, sagt Klaus Walther, der Messe-Mann der Stadt und Geschäftsleiter des Eigenbetriebs „Congress, Tourismus, Wirtschaft“.

Von der Halle der Stadt Würzburg ist es dann nur ein Sprung nach Afrika. Ja, ein wenig Afrika ist mit den Würzburger Angeboten sogar unter einem Dach.

Als exotisches, internationales Tüpfelchen haben sich die Messe-Macher, die AFAG-Geschäftsführer Heiko und Hermann Könicke, in diesem Jahr einen Ausflug auf den schwarzen Kontinent ausgedacht. Und so ist in Halle 2 in einem Stück Savanne ein halber Zoo aufgereiht: Giraffe neben Erdferkel neben Erdwolf und Bärenpavian. Lebensecht, doch präpariert.

Lebendig ist es in den Terrarien in der Hallenmitte: Da krabbeln, kriechen und schlängeln sich eine mittelamerikanische Kornnatter, ein Kronenbasislisk, der aus Mexiko stammt, eine Spornschildkröte aus der Sahelzone, dazu Bartagamen, die in Australien heimisch sind, und Königspythons, die in Westafrika leben. Nicht zu vergessen die südamerikanischen Brillenkaimane, ein Kaiserskorpion aus Zaire und Alligatoren, die sich im 28 Grad warmen Wasser tummeln.

Täglich Vogelspinne und Tigerpython

„Unsere Show ist der Hammer“, sagt Orazio Martino, der die „Exoten-Schau“ mitgebracht hat. Der Italiener hat einen grünen Papagei auf der Schulter – „Jacomo, unser Star“ – und Balu, einen dreijährigen Steppenwaran, auf dem Arm. Alle Tiere, sagt Martino, seien in Deutschland nachgezüchtet und artgerecht gehalten. Bei den täglichen Reptilien-Shows können sich mutige Besucher die Vogelspinne Maria auf den Kopf setzen und eine dicke weiße Tigerpyhton um den Hals legen lassen.

Dazu gibt es afrikanisches Essen, Masken am Kunsthandwerker-Stand und – zum Staunen, Hören und Entspannen vom Messetrubel – Akrobatik und Musik auf der Bühne. Ernsthafte Informationen bietet die Afrika-Halle auch: Das Missionsärztliche Institut berichtet über die Gesundheitsversorgung und das soziale Engagement in der Würzburger Partnerstadt Mwanza, die Deutsche Lepra- und Tuberkulose-Hilfe DAHW ist mit einem Informationsstand vertreten, das Tansania-Netzwerk stellt sich mit der Diözesanstelle Mission-Entwicklung-Frieden vor. Und am Stand der Missionsbenediktiner aus Münsterschwarzach können die Besucher Sandalen, Holzgiraffen, bunte Tücher und Schnitzereien vom schwarzen Kontinent erwerben – selbstverständlich fair gehandelt.

Die Messe-Veranstalter erwarten bis 9. Oktober wieder rund 100 000 Besucher.

Die Messe in Zahlen:

  • Regionale Mehrbranchen-Messe mit breitem Konsumgüterangebot, rund 27 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und 600 Ausstellern in 26 Hallen.
  • Von 1. bis 9. Oktober, 10 bis 18 Uhr, Einlass bis 17 Uhr, auf den Würzburger Mainwiesen an der Friedensbrücke.
  • Unter anderem die Stadt Würzburg mit Universität und Fachhochschule, das Bistum Würzburg, die Region Mainfranken, der Bezirk Unterfranken mit seinen Kliniken, zahlreiche Handwerksbetriebe, der Bayerische Rundfunk, der Bayerische Bauernverband, viele Verbände und Dienstleister.
  • Eintritt: 8,50 Euro für Erwachsene, 7 Euro für Rentner, Schwerbehinderte, Schüler und Studenten, 5,50 Euro für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren. Die Familienkarte kostet 19 Euro, das Feierabendticket wochentags ab 15 Uhr gibt es für 5,50 Euro. Im Verkehrsverbund Mainfranken kann man mit dem Messeticket kostenlos zur Messe und zurück fahren. Erhältlich ist das Messeticket am Fahrscheinautomat.

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