RETZBACH

Der Angekommene

Alexander Hoffmann Foto: Meike Rost

Sein Vater, selbst Jurist, hat ihm einst abgeraten, Jura zu studieren. Alexander Hoffmann hat es trotzdem getan, er hat sich für öffentliches Recht und innere Verwaltungsarbeit entschieden. Heute vertritt der CSU-Politiker aus Retzbach (Lkr. Main-Spessart) seinen Wahlkreis Main-Spessart im Bundestag. Ein Amt, auf das er es nie angelegt habe. „Ich bin eigentlich ein Landei“, sagt er.

Kein Wunder, dass er am Anfang etwas gefremdelt hat. Und dann ist ihm gleich zu Beginn das passiert, wovor sich beinahe alle „Neuen“ in Berlin fürchten. „Ich hatte mich so verlaufen, dass mich meine Mitarbeiter abholen mussten“, erzählt er und lacht schallend.

Inzwischen hat Hoffmann sich eingelebt, er ist angekommen, sagt er – vor allem seit seine Aufgaben feststehen. Der Jurist ist Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz sowie stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss. Bereiche, sagt Hoffmann, in denen vor allem abstrakte, übergreifende, bundesweite Themen diskutiert werden.

Dennoch hat der 38-Jährige auch für seinen Heimatwahlkreis Main-Spessart einige Punkte auf seiner Agenda. „Die Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes betrifft meinen Wahlkreis und die dortigen Windkraftanlagen beispielsweise ganz direkt“. Er will Netzwerker in Berlin sein und ein bodenständiger Politiker, der die Berührungsängste zwischen Menschen und Politikern abbaut.

In seinem Büro klappt das mit dem Bodenständig-sein schon ganz gut. Die Bilder von seiner Familie reihen sich dort an allerlei persönliche Erinnerungsstücke. Ein hölzerner Rosenkranz aus Israel liegt auf dem Regal. Darüber an der Wand hängt eine Fotografie von Retzbach, die ihm der Bürgermeister zur Wahl geschenkt hat. Auch der Schreibtisch quillt beinahe über vor persönlichen Accessoires: Ein Stifthalter, den ihm seine Frau geschenkt hat, ein weißer Schutzengel aus Porzellan, ein Autogramm von Basketballstar Dirk Nowitzki. Die Liste ließe sich fortsetzen. Beinahe überall steht oder hängt etwas. Einzig ein Fleck ist noch frei im Bundestagsbüro im Jakob-Kaiser-Haus. Doch nicht mehr lange. Ein Bild seiner ersten Besuchergruppe, die aus seiner Heimatgemeinde kam, will Hoffmann dort auf jeden Fall aufhängen. „Ich will die Verhaftung in den Wahlkreis leben“, erklärt er.

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