FLADUNGEN

Der Pomp der bäuerlichen Welt

Über 100 Exponate sind in der Ausstellung „Pracht, Prunk und Protz“ im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen (Lkr. Rhön-Grabfeld) bis zum 18. August zu sehen. Sie wurde am Montag von Martin Ortmeier von der Arbeitsgemeinschaft Bayerische Freilichtmuseen eröffnet.

In verschiedenen Bereichen geben die Ausstellungsstücke Einblicke in das „luxuriöse“ Landleben und zeigen hier Glanzstücke. „Aufpoliert“, „Herausgeputzt“ und „Da schau her“ sind die einzelnen Bereiche überschrieben, wie Sabine Fechter bei der Vorstellung sagte. So zeigt die Ausstellung Prachtvolles aus Holz, Putz und Farbe rund um Haus und Hof wie zum Beispiel Schmuck und Dekor an Getreidekästen und Balkonen, Fachwerk- und Steinbauten. Unter „Aufpoliert“ kann man Holzapplikationen und aufwendige Bemalungen an Möbeln und Alltagsgegenständen, so auch an Spinnrädern bewundern.

Insbesondere die Abteilung „Staat machen“, bei der es um die Kleidung geht, weist wertvolle und vor allem für die weiblichen Besucher interessante Exponate auf. Die Festtagstracht war der Stolz und das Prunkstück jeder Bäuerin. Glanzstücke der Ausstellung sind aufwendig mit Glasperlen und Goldbouillon bestickte Hauben (Ende 19. Jahrhundert aus dem Besitz des Freilandmuseums). Hinzu kommen modische Prestigeobjekte wie kunstvoll bestickte Damenschuhe (aus dem Rhönmuseum), Kaschmirschal, Federfächer oder Muff. Ebenso perlenbesetzter Schmuck, Trachten-Schmuckketten, sogenannte Charivari, und Miedergeschnür.

Landläufig herrscht die Vorstellung, dass es in der bäuerlichen Welt von Rhön-Grabfeld und den Haßbergen keinen Luxus gab. Sabine Fechter: „Dem ist natürlich nicht so. Auch hier wurde ,geprotzt'“.

Sie verweist auf Bauernhäuser mit überreich dekorierten Fachwerkgiebeln oder auf die geschnitzten und farbig gefassten Eckständer an den Häusern. Die Museumsleiterin richtet den Blick auf die architektonisch ansprechend gestalteten steinernen Eingangspforten mit Initialen und Jahreszahl, sowie auf Handwerksgeräte, die bisweilen farbig gefasst wurden oder Schnitzereien trugen.

Das Fränkische Freilandmuseum Fladungen mit Ausstellungskurator Heinrich Hacker beteiligte sich in der Sonderausstellung unter der Überschrift „Hochgenuss“ mit kunstvoll verzierten Rauchutensilien stellvertretend für die Ess-, Trink- und Rauchgewohnheiten der ländlichen Bevölkerung im nördlichen Unterfranken.

In einem Katalog, der zur Ausstellung erschienen ist und 13 Euro kostet, wird dieses Thema vertieft.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Exponate
  • Fechter
  • Fränkisches Freilandmuseum Fladungen
  • Landleben
  • Landwirte und Bauern
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!