UNTERFRANKEN

Die A3 bleibt eine Großbaustelle

Sechsspuriger Ausbau: Zum Start der Pfingstferien werden wieder viele Menschen auf der A3 in Urlaub fahren. Staus sind programmiert, denn die Autobahn ist seit Jahren überlastet. Der Ausbau ist in vollem Gange, doch es geht nur stückweise voran.

Die A3 wurde Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre als vierstreifige Autobahn durch Spessart und Steigerwald gebaut. Heute ist sie stark überlastet. Laut der Autobahndirektion Nordbayern hat sich der Verkehr seit dem Bau verdreifacht. Allein auf den 79 Kilometern zwischen Aschaffenburg und Biebelried sind täglich zwischen 60 000 und 90 000 Autos und Laster unterwegs. Rund um Würzburg fahren derzeit 70 000 Fahrzeuge pro Tag, davon 15 000 Lkw. An der Notwendigkeit, die Autobahn sechsspurig auszubauen, besteht kein Zweifel, 2015 ist ein großer Teil der Strecke bereits fertiggestellt. Dennoch gibt es weiter Nadelöhre.

Aktuelle Großbaustellen sind der Kauppenaufstieg zwischen Waldaschaff und Rohrbrunn im Spessart und das Teilstück in Würzburg mit dem Neubau der Brücke und des Katzenberg-Tunnels in Heidingsfeld. Beim Kauppenaufstieg rechnet Helmut Arndt, Abteilungsdirektor für Planung und Bau bei der Autobahndirektion Nordbayern, mit einer Verkehrsfreigabe in diesem Herbst. Im Bereich Würzburg wird der Abschluss der Bauarbeiten für 2019 angepeilt, schon Ende 2016 könnte die neue Fahrbahn in Richtung Frankfurt fertiggestellt sein.

Die 20 Kilometer nach dem Kauppenaufstieg über die Haseltalbrücke bis zur Mainbrücke Bettingen werden laut Arndt in drei Bauabschnitten angegangen. Zwischen Marktheidenfeld und der Mainbrücke Bettingen geht es in diesem Herbst mit den ersten Vorarbeiten los. Die Bauarbeiten zwischen der Anschlussstelle Rohrbrunn und der Haseltalbrücke starten 2016. Als letzter der drei Teilabschnitte wird die Strecke von der Haseltalbrücke bis nach Marktheidenfeld in Bau gehen – frühestens 2018.

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A3-Ausbau: Virtueller Flug über die Strecke

Die Bauarbeiten zwischen den Anschlussstellen Helmstadt und Wertheim, wo die Trasse weitgehend auf baden-württembergischer Gemarkung verläuft, sind bereits in vollem Gange. Laut Arndt soll der Ausbau dort bis zum Herbst nächsten Jahres dauern. Vergangenes Jahr war in diesem Bereich noch von einem Baubeginn 2018/19 die Rede. Der Grund: Die grün-rote Landesregierung in Stuttgart hatte beim Autobahnausbau ursprünglich andere Prioritäten gesetzt. Doch nachdem vor allem die Stadt Wertheim politisch Druck gemacht habe, hätten die Länder Bayern und Baden-Württemberg sich sehr stark für einen schnellstmöglichen Ausbau eingesetzt, erläutert Arndt.

Insgesamt sind von den 94 Kilometern zwischen Aschaffenburg und Biebelried bis jetzt 53 Kilometer fertiggestellt. 1,3 Milliarden Euro kostet dieser Abschnitt insgesamt, 0,9 Milliarden sind davon bereits verbaut. Für die 79 Kilometer zwischen Biebelried und Fürth/Erlangen kommen noch rund 900 Millionen Euro dazu.

Für die Hälfte dieser Baustrecke ist bereits Baurecht geschaffen, für die andere Hälfte ist das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. „Ziel ist es, bis Ende 2015 für die gesamte Strecke Baurecht zu erlangen“, sagt Arndt. Der Baubeginn wird vor allem in Geiselwind (Lkr. Kitzingen) sehnlich erwartet. Im Zuge des Ausbaus hoffen Anwohner dort auf die versprochenen Lärmschutzmaßnahmen. Obwohl auf dem Teilstück seit Ende 2009 Baurecht besteht, scheiterte die Umsetzung bislang an der fehlenden Freigabe der Finanzmittel durch den Bund. Die Autobahndirektion bereitet den Abschnitt nun für einen Baubeginn im Jahr 2016 vor. Allerdings stehe die Freigabe durch das Bundesverkehrsministerium immer noch aus.

Dass die A3 weiter bis Nürnberg ausgebaut werden muss, ist unstrittig. Auch dieses A3-Teilstück genießt im Bundesverkehrswegeplan hohe Priorität. Um schneller voranzukommen, prüft der Bund derzeit die Möglichkeit, den Ausbau über ein PPP-Modell (Public Private Partnership), also einer Kooperation zwischen der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft, zu verwirklichen. Ergebnisse stehen noch aus.

Ein Nadelöhr ist aktuell noch die Main-Donau-Kanal-Brücke bei Erlangen-Frauenaurach. Die Erneuerung der Brücke gehört offiziell nicht zum A3-Ausbau, allerdings war sie dringend notwendig. So hat man sie im Vorgriff bereits auf sechs Fahrstreifen erweitert. Ende 2015 ist die Verkehrsfreigabe dieses Projekts geplant.

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