WONFURT

Ermittlungen gegen Recyclingbetrieb Loacker

Seit Wochen steht der Recyclingbetrieb Loacker in Wonfurt (Lkr. Haßberge) wegen des Ausstoßes von Staub, der Dioxin, Schwermetalle, PCB und weitere Gifte enthält, in wachsender Kritik. Seit 15. Dezember ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Bamberg offiziell gegen das Unternehmen. Der Anfangsverdacht wegen unrechtmäßigen Betreibens von Anlagen richte sich gegen den Betriebsleiter sowie Gesamtgeschäftsführer Michael Loacker, teilte am Donnerstag Leitender Oberstaatsanwalt Bardo Backert auf Nachfrage mit. Es läge auch eine entsprechende Strafanzeige einer Nachbarfirma vor.

Die Bürgerinitiative (BI) „Lebenswertes Wonfurt“, die von Loacker sichere Betriebsabläufe, ohne Staubemissionen außerhalb der Firma fordert und andernfalls deren Schließung verlangt, äußert sich per Pressemitteilung über ein Gespräch am 5. Januar. Bei dem Treffen mit Vertretern des Landratsamtes Haßberge und des Wonfurter Gemeinderats hätte das Landratsamt bestätigt, dass Loacker in Wonfurt vorgeschredderten Elektroschrott verarbeitet hat, ohne dass die von der Aufsichtsbehörde im Jahr 2007 geforderte Einhausung von Teilen der Produktionsanlagen errichtet worden wäre. „Einige Materialien wurden ohne Genehmigung angeliefert und weiterverarbeitet“, gibt die BI Aussagen von Mitarbeitern des Amtes wieder.

Unter Berufung auf Unterlagen, die der BI vorliegen würden, behauptet diese weiter, dass Loacker entgegen eigener Angaben nur sieben der knapp 40 Mitarbeiter in Wonfurt hat untersuchen lassen. Zudem lasse das übersandte Untersuchungsmaterial keine zuverlässige Analyse des Gesundheitszustands der Mitarbeiter zu. Die BI bezieht sich auf den Würzburger Arzt Peter Jennrich, der davor warnt, allein die gültigen Grenzwerte für Metallkonzentrationen im menschlichen Körper zu betrachten: „Der Mix des Schwermetallcocktails macht die Gefährlichkeit aus“, wird Jennrich zitiert. Er warnt unter Berufung auf verschiedene Studien vor Wechselwirkungen von Metallen, die von Menschen über Jahre hinweg auch in niedrigen Dosen aufgenommen werden.

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