FATSCHENBRUNN/GELDERSHEIM

Fatschenbrunn und Geldersheim bereiten sich auf den Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ vor

Fett: Geldersheimer Bürgermeister Oliver Brust Foto: Anand Anders
Am 2. Juli wird es „ernst“ für Fatschenbrunn (Lkr. Haßberge), für diesen Tag hat sich die Jury im Landesentscheid „Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden“ angesagt. Schon seit Monaten rüstet sich das Oberauracher „Gold-Dorf“ für die bayerische Ebene des Entscheids, in dem Fatschenbrunn nicht nur für den Landkreis Haßberge, sondern ebenso wie Geldersheim (Lkr. Schweinfurt) für ganz Unterfranken antritt.

Ende Januar nahmen fünf Mitglieder des Fatschenbrunner Organisationszirkels an einem Workshop in der Schule der Dorf- und Flurentwicklung in Klosterlangheim bei Lichtenfels teil. Hier taten sie einen „Blick über den Gartenzaun“ und konnten sich mit vier anderen Dörfern vergleichen. Die dort gewonnenen Erkenntnisse vertiefte eine größere Gruppe dann in einer Informationsveranstaltung mit Christine Bender vom Gartenbauzentrum Bayern Nord in Kitzingen. Als Hauptorganisatorin des Wettbewerbs auf Bezirksebene hatte sie viele nützliche Tipps für die Fatschenbrunner parat. Als Geschenk übergab sie ein Roll-Up mit dem Titel „So sehen Sieger aus“ von der Bezirkssiegerehrung.

Strukturell wird sich an der Präsentation Fatschenbrunns auch für die Landes-Jury nicht viel ändern, doch Details sollen intensiver ausgearbeitet werden, die erst durch die Jury-Bewertungen stärker in das Bewusstsein der Fatschenbrunner gerückt sind. So gab es bisher kein erarbeitetes Energiekonzept, obwohl das Dorf hier einiges zu bieten hat, nicht zuletzt durch die energetische Sanierung des Mehrzweckgebäudes. Das neue Sportheim wurde von vorneherein auf erneuerbare Energie ausgerichtet.

Stärker herausgearbeitet werden soll auch die Tradition des „Hutzelns“ als alte Fatschenbrunner Tradition. Deshalb ist eine Gemeinschaftsdarre in Planung, damit das Wissen um die Trocknung der Birnen wieder breiter gestreut wird. Die „Fatschenbrunner Frauen-Koch-Elite“, wie sie im Orga-Gremium genannt wird, entwickelte außerdem verschiedene Rezepte vom Hutzel-Pesto bis zu Hutzeln im Speckmantel, die beim Workshop durchwegs gut ankamen.

Bei einem weiteren Vorbereitungstreffen ging es im Wesentlichen um die Vorstellungsmappe, die rechtzeitig vor der Begehung fertiggestellt sein muss, außerdem wird ein Flyer entwickelt, der auf den Besuch der Jury am 2. Juli hinweist und auch den Jurymitgliedern während des Rundgangs mit Kurzinformationen dienen soll. Juli. Auf Unterstützung hoffen die Fatschenbrunner noch bei der Suche nach einem neuen, griffigeren Namen für ihr Mehrzweckgebäude. Vorschläge werden jederzeit gerne angenommen.

„1250 Jahre Galderschum“, die große Jubiläumsfeier von 2013 ist erst einmal selbst Geschichte, wenn das Golddorf zum Landesentscheid antritt: „Jetzt geht es auch um den Blick in die Zukunft“, sagt Oliver Brust, Bürgermeister des Mitbewerbers Geldersheim. Darum, sich den Herausforderungen von Struktur- und demografischem Wandel auf dem Land zu stellen, ohne den Charme einer „warmherzigen, lebendigen Gemeinde“, „einer funktionierenden Dorfgemeinschaft“ zu verlieren. Denn: „Hier leben liebe, nette Leut“, lobt der trachtenbegeisterte Rathauschef seine Galderschummer.

Gelebtes Brauchtum oder die Erfolge bei Gewässer-Renaturierung, Dorferneuerung, Flurbereinigung: Darauf will sich die Gemeinde nicht ausruhen. Künftig gehe es verstärkt um die Ansiedlung junger Familien im Ort, sagt Brust. Oder das Thema Konversion, die Unterbringung von bis zu 200 Asylbewerbern am ehemaligen Militärflugplatz Geldersheim– und den ehrenamtlichen Umgang damit. Am 3. Juli, einen Tag nach der Visite bei den Oberaurachern, wird die Jury des Dorfwettbewerbs erwartet, zum anderthalbstündigen Rundgang, mit Abschlusstreffen im Fränkischen Hof. „So was lebt davon, dass der Bürgermeister nicht nur eine Delegation durch den Ort führt“, hofft Brust wieder auf rege Bürgerbeteiligung. Ansonsten könne Geldersheim (wo auch ein ehemaliger Fatschenbrunner im Gemeinderat sitzt) nur gewinnen: „Mitmachen ist alles“.

Schmuckstück in der Ortsmitte: Die Bewohner von Fatschenbrunn (Lkr. Haßberge) sind stolz auf ihren Dorfweiher. Foto: Sabine Weinbeer

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Sabine Weinbeer
  • Christine Bender
  • Demographie
  • Oliver Brust
  • Traditionen
  • Unterfranken
  • Workshops
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!