WÜRZBURG

Flüchtlingsallianz in Unterfranken gegründet

Neues Aktionsbündnis aus vielen Gruppen und Einzelpersonen will sich für einen Wandel in der Asylpolitik einsetzen. Die Selbsttötung eines Flüchtlings und der Hungerstreik von Flüchtlingen in Würzburg habe gezeigt, wie groß die Verzweiflung der Asylbewerber sei, hieß es dazu in einer Pressemitteilung.
Die Flüchtlingsallianz Unterfranken hat an diesem Freitag, 27. April, offiziell ihre Gründung bekannt gegeben. In einer Pressemitteilung erläuterten die Organisatoren ihre Anliegen und Ziele. Demnach sollen sich in der Flüchtlingsallianz möglichst viele Gruppen und Einzelpersonen öffentlichkeitswirksam und nachhaltig für die Belange von Flüchtingen einsetzen. Bernd Grescke von den Würzburger Montagsspaziergängen erklärt: „Die Unterstützung und Beteiligung vieler ist nötig, um den drängenden Problemen der Flüchtlinge Gehör zu verschaffen und Veränderungen zu erzielen."

Die Flüchtlingsallianz Unterfranken wird nach eigenen Angaben für einen Paradigmenwechsel in der Asylpolitik auf allen politischen Ebenen arbeiten. Zu ihren zentralen Forderungen zählen die deutliche Beschleunigung von Asylverfahren mit rechtsstaatlichen Standards, Maßnahmen, die die Isolation der Flüchtlinge aufheben sollen, eine menschenwürdige Behandlung und Unterbringung der Asylsuchenden, umfassende medizinische und psychologische Versorgung sowie die Unterstützung der haupt- und ehrenamtlichen Helfer in der Asylarbeit.

Diese Forderungen richten sich nicht nur an die zuständigen Kommunen und die Regierung von Unterfranken, sondern ebenso an die Bayerische Staatsregierung, die Bundesregierung sowie die Europäische Union. „Die Selbsttötung eines Flüchtlings und der Hungerstreik von Flüchtlingen in Würzburg in den letzten Wochen und Monaten haben gezeigt, wie groß die Verzweiflung der Flüchtlinge ist“, sagt Eva Dannenhauer, die Sprecherin des Asyl-Arbeitskreises der Katholischen Hochschulgemeinde Würzburg. „Das unterstreicht die Bedeutung eines Bündnisses, das sich für eine dringend nötige, konkrete Änderung der Asylpolitik einsetzt.“

Die bisherige Asylpolitik werde weder der Würde der Schutzsuchenden, noch der unseres Landes gerecht. Auf ihren Treffen wird die Flüchtlingsallianz Unterfranken konkrete Aktionen planen, die den Forderungen Nachdruck verleihen sollen.

Das nächste Treffen der Flüchtlingsallianz findet am Samstag, 12. Mai, um 10 Uhr in den Räumen der Katholischen Hochschulgemeinde Würzburg, Hofstallstr. 4, statt. Alle Organisationen, Parteien, politischen Mandatsträger, Flüchtlinge und Bürgerinnen und Bürger in Unterfranken, die aktiv in diesem Bündnis mitarbeiten wollen, sind dazu herzlich eingeladen.

Bisher gehören zur Flüchtlingsallianz Unterfranken:
  • Asyl-Arbeitskreis der Katholischen Hochschulgemeinde Würzburg
  • Bündnis 90/Die Grünen Landkreis Main-Spessart
  • Bündnis 90/Die Grünen Würzburg Stadt
  • Evangelisch-lutherisches Dekanat Würzburg
  • Freie Wähler Unterfranken
  • ÖDP Würzburg
  • Ökumenischer Asylkreis
  • Vivovolo e.V. - Verein für kulturelle Zusammenarbeit
  • Würzburger Montagsspaziergänge
  • WürzburgSPD
  • Flüchtlinge in Unterfranken
  • Engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Unterfranken

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