WÜRZBURG

Fortschritt dank Diamant?

Treibstoffe und Chemikalien aus Kohlendioxid und Licht? Das soll mithilfe von Diamant gelingen, teilte die Universität Würzburg mit. Ein neuer Forschungsverbund arbeite an genau diesem Ziel – mit rund 3,9 Millionen Euro durch die Europäische Union gefördert. Koordiniert wird er von der Professorin Anke Krueger an der Universität Würzburg.

Vorbild ist, was bisher nur die Natur kann: Aus Sonnenlicht und dem Gas Kohlendioxid organische Substanzen herstellen – und das in einer einfachen Umgebung wie beispielsweise Wasser. Um Feinchemikalien oder Treibstoffe für Autos zu produzieren, wollen sich die Wissenschaftler diesen Trick abschauen, so heißt es in der Mitteilung der Uni. Funktionieren könnte das mit neuen Technologien auf der Basis von Diamant-Materialien.

Vorangetrieben wird diese Forschung im neuen internationalen Verbund DIACAT, der von Krueger vom Institut für Organische Chemie der Universität Würzburg koordiniert wird. Die EU will den Verbund laut Uni in den kommenden vier Jahren mit rund 3,9 Millionen Euro unterstützen. Etwa 615 000 Euro davon sollen nach Würzburg fließen.

„Diamant kann noch viel mehr.“
Anke Krueger, Professorin der Uni Würzburg

Im Horizon-2020-Programm, das „innovative Ideen für radikal neue Technologien“ sucht, sei das Projekt bereits bewilligt. Insgesamt 670 Projektvorschläge seien dabei nach Angaben der Universität eingereicht worden. 24 erhielten eine Förderzusage – DIACAT sei dabei das einzige Projekt, das von einer Einrichtung in Deutschland koordiniert werde. Der Beginn war für Anfang Juli geplant.

Diamanten gelten von jeher als außergewöhnlich, schmücken Finger und Hälse. Sie bestehen aus reinem Kohlenstoff. Aber nicht nur seine Härte macht ihn zu einem Werkstoff der Zukunft. „Diamant kann noch viel mehr“, erklärte Krueger laut Mitteilung. Je nach Herstellungsverfahren könne man ihn zum Beispiel mit anderen Elementen bestücken, so dass aus dem elektrischen Isolator ein Halbleiter werde.

Außerdem besitze Diamant außergewöhnliche elektronische Eigenschaften. So sei es möglich, mithilfe von Licht Elektronen aus der Oberfläche einer Diamant-Elektrode zu emittieren. In Wasser könnten diese Elektronen dann für chemische Reaktionen mit unterschiedlichen Ausgangsstoffen genutzt werden.

Das sei aber noch nicht alles. Die hohe Energie dieser Elektronen ermögliche Reaktionen, die mithilfe anderer Halbleitermaterialien wie Silicium, Siliciumcarbid oder Galliumarsenid gar nicht möglich wären, so Krueger. Ein Beispiel sei die Rückführung von Kohlendioxid in den chemischen Kreislauf. Am Ende angekommen ist die Forschung hier noch lange nicht. Bislang funktioniere das Verfahren nur mit ultraviolettem Licht. „Unser Ziel ist es nun, das sichtbare Licht der Sonne dafür nutzen zu können und somit eine besonders umweltfreundliche Technologie zu entwickeln“, sagte Krueger. „Wenn wir Erfolg haben, wird dies einen großen Beitrag zur ressourcenschonenden Herstellung von Treibstoffen und Chemikalien liefern und möglicherweise einen technologischen Wandel befeuern.“

Internationales Team

Das sei das Ziel des Verbundes DIACAT, dem sich insgesamt sechs Universitäten und Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Diamantmaterialien und der Elektrochemie angeschlossen haben.

Neben Kruegers Team sind an dem Projekt unter anderem das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik in Freiburg, die Universität Oxford (Großbritannien) oder das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie beteiligt.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Würzburg
  • Susanne Schmitt
  • Diamanten
  • Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • Kohlendioxid
  • Kraftstoffe
  • Universität Oxford
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!