ROHRBRUNN

Fußballfans prügeln sich: Großaufgebot der Polizei

Aggressive Fußball-Fans haben sich auf dem Heimweg nach dem letzten Spieltag der Bundesliga-Saison auf der Raststätte Spessart-Süd eine wilde Schlägerei geliefert.

Pressesprecher Peter Häusinger vom Polizeipräsidium Unterfranken bestätigte am Sonntag: An der Raststätte auf der Autobahn A 3 seien „zwei rivalisierende Fußballfangruppen aufeinandergetroffen und haben wahllos aufeinander eingeschlagen“. Es handelte sich um Anhänger des 1. FC Nürnberg und von Eintracht Frankfurt.

Die zuerst eintreffenden Polizeistreifen schafften es aufgrund der großen Anzahl der Fans - bis zu 250 Menschen - zunächst nicht, die beiden Gruppen zu trennen. Erst hinterher konnten Personalien von Insassen von Fan-Bussen festgestellt werden, „die allesamt keinerlei Interesse an einer Anzeigenerstattung zeigten“, berichtet Häusinger.

Wie bisherige Ermittlungen zeigen, hatten gegen 21:30 Uhr Fans des (abgestiegenen) 1. FC Nürnberg Feuerwerkskörper auf der Rastanlage Spessart-Süd abgebrannt. Von der Rastanlage Spessart-Nord gegenüber machten sich 50 bis 100 Fans von Eintracht Frankfurt zu Fuß auf den Weg zur Rastanlage Spessart Süd – allesamt schwarz gekleidet.

Sie sammelten sich im Bereich des Bedienstetengebäudes. Zu diesem Zeitpunkt fuhren sechs weitere Busse mit Fans des 1. FC Nürnberg in die Rastanlage Süd ein und hielten noch vor der Einfahrt in die Tankstelle an.

Unvermittelt stiegen nach derzeitigem Erkenntnisstand die Insassen von vier Bussen aus. Dann schlugen beide Fan-Gruppierungen „wahllos aufeinander ein“, heißt es im Polizeibericht.

Erst nach Hinzuziehung eines großen Polizeiaufgebotes, die aus allen umliegenden Polizeiinspektionen zusammengezogen wurden, ließen die Gruppen voneinander ab.

Die Frankfurter Fans rannten zurück in Richtung Spessart-Nord und stiegen dort in drei Busse ein. Einer der Busse wurde später im hessischen Bereich angehalten, um eine Personalienfeststellung durchzuführen.

Bei Kontrollen zeigten sich die Nürnberger Fans wenig kooperativ und wollten keinerlei Angaben zum Geschehenshergang machen. Nach Personalienfeststellung konnten die Busse die Heimreise unter Polizeibegleitung fortsetzen.

"Derzeit ist nicht auszuschließen, dass es ein geplantes Aufeinandertreffen der beiden Fangruppen war“, betont der Pressesprecher. Den Verdacht nähren Äußerungen in sozialen Netzwerken.

Auf Facebook wird der Vorfall unter Club-Fans eifrig diskutiert. „Wenn sie sich untereinander treffen, um sich die Köppe einzuhauen, sollen sie das machen. Aber sie sollen gefälligst keine Unbeteiligten gefährden“, meint ein Fan mit Vornamen Sascha. „Barbaren-Bob“ sagt: „Find ich nicht gar so schlimm, hat ja jeder dort gewusst, worauf er sich da einlässt.“

Eine Frau, die offenbar in einem der von der Polizei festgehaltenen Busse saß, hält dagegen: „Danke, dass wir 45 Minuten an diesem Rastplatz warten mussten und 5 Stunden nicht mehr aus dem Bus rausgehen durften. Spitzenmäßig!“

Bei den beiden Vereinen gab es zunächst keine Äußerung dazu. Beim Club hieß es zuvor: „Der 1. FC Nürnberg bedankt sich für den starken Rückhalt jedes einzelnen Anhängers. Die Fanszene hat über die gesamte Spielzeit in beeindruckender Weise hinter dem Verein gestanden."

In den vergangenen Jahren ist es in Unterfranken des öfteren zu Ausschreitung von meist auswärtigen Fußballfans gekommen. Das hängt auch mit der zentralen Lage der Region in Deutschland zusammen, weshalb viele Fans auf dem Weg in die Stadien oder von dort zurück nach Hause durch Unterfranken fahren.

Zum Beispiel musste die Polizei im März 2013 gegen Anhänger des TSV 1860 München II vorgehen, die am Rande des Spiels ihrer Mannschaft in Würzburg gewalttätig wurden. Dabei wurden Polizisten verletzt.

Der spektakulärste Fall dieser Art ereignete sich im Mai 2007, als Fans von Bayern München auf der Autobahnraststätte Würzburg auf einen Bus mit Nürnberg-Fans losgingen. Durch einen Flaschenwurf wurde eine Frau im Bus am Auge schwer verletzt. Später wurden drei Bayern-Fans zu Bewährungsstrafen verurteilt.


(Mitarbeit: aug)

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