STAMMHEIM

George Clooneys Panzer aus Stammheim

Einmal auf „Clooneys Panzer“       -  (novo)   Einmal auf „Clooneys Panzer“ Platz zu nehmen, diese tolle Gelegenheit bot sich im Militärmuseum in Stammheim dieser Kindergeburtstagsschar. Das Halbkettenfahrzeug war wie der verhüllte Sherman-Panzer dahinter für kurze Zeit von den Dreharbeiten zu George Clooneys neuestem Kinofilm „The Monuments Men“ ins Museum zurückgekehrt. Am Steuer: Museumsleiter Günter Weißenseel.
(novo) Einmal auf „Clooneys Panzer“ Platz zu nehmen, diese tolle Gelegenheit bot sich im Militärmuseum in Stammheim dieser Kindergeburtstagsschar. Das Halbkettenfahrzeug war wie der verhüllte Sherman-Panzer dahinter für kurze Zeit von den Dreharbeiten zu George Clooneys neuestem Kinofilm „The Monuments Men“ ins Museum zurückgekehrt. Am Steuer: Museumsleiter Günter Weißenseel. Foto: Norbert Vollmann

Seit mehreren Wochen dreht Hollywoodstar George Clooney (51) in Deutschland für seinen bislang größten und teuersten Film „The Monuments Men“ – mit tatkräftiger Unterstützung von Günter Weißenseel und seinem Team aus Stammheim (Lkr. Schweinfurt). Zu neunt sind sie mittendrin in dem monumentalen Geschehen.

Das größte Privatmuseum für Militär- und Zeitgeschichte in Deutschland stellt als einziger deutscher Verleiher sowohl die original US-Panzer- und Kettenfahrzeuge als auch die in dem Film zu sehenden Fahrer, Fahrzeugkommandanten und „Schrauber“ als Darsteller.

Um wie richtige GI’s auszusehen, müssen dafür in der Maske Bart, Schnauzer und längere Haare runter. Tattoos, Piercings und künstliche Solarienbräune sind von Haus aus als untypisch für die Zeit am Ende des Zweiten Weltkriegs verpönt.

Während die Männer von der Mainschleife, wie gerade dieser Tage in Goslar, drehten, warten ihre Frauen zu Hause nicht nur stets auf ihre Rückkehr „aus dem Krieg“, sondern mindestens ebenso sehnsüchtig auf ein Autogramm von Superstar George Clooneys. Doch bislang gab es keine Möglichkeit, bis zu dem Oscar-Preisträger und Hollywoodstar vorzudringen. Kein Wunder: Bei den Dreharbeiten sind rund 200 Personen im Einsatz, vom Kamerateam über Kabelträger und Beleuchter bis hin zum Catering-Service und dem Toilettenpersonal. Und zeitweise sind neben den Schauspielern noch bis zu 2000 Komparsen am Drehort.

Clooney, der als Produzent und Regisseur selbst nur eine kleine Rolle spielt, erscheine stets freundlich und gut gelaunt, ganz ohne Starallüren. Überhaupt herrsche bei den Dreharbeiten eine gute Stimmung, erzählt Günter Weißenseel.

Erfahrene Kino-Füchse

Der Stammheimer Bauunternehmer und Museumsleiter weiß, wovon er spricht. Er und seine Crew sind erfahrene Kino-Füchse: Sie haben an verschiedenen Kino- und TV-Spielfilmen wie „Stalingrad“ oder „Rommel“ mit ihren Fahrzeugen und als Komparsen mitgewirkt – und dabei schon sehr selbstgefällige Starauftritte miterlebt.

Von den Drehorten und gigantischen Kulissen für „The Monuments Men“ ist Günter Weißenseel besonders begeistert. Er ist sich sicher, dass hier etwas „ganz Großes, Gigantisches und Fantastisches“ entsteht. Es sei phänomenal, zu sehen, was für ein Riesenaufwand an Menschen und Technik getrieben wird, bis die im Film zu sehenden oft wenigen Sekunden „im Kasten“ seien.

Für seine Leute, die sich im Museum beim Herrichten, Reparieren und Warten der Fahrzeuge völlig unentgeltlich engagieren, sei die Möglichkeit, sich in derartige Großereignisse einzubringen, eine Entschädigung für die jahrelange Plackerei. Zum Teil opfern sie ihren Jahresurlaub, um als „Monuments Men“ dabei sein zu dürfen.

Während der Dreharbeiten sind sie alle im Hotel untergebracht. Meist erfahren sie erst kurzfristig, wann es wieder losgeht. Denn es gibt immer wieder Überraschungen: Mal muss eine Winterszene verschoben werden, weil kein Schnee liegt, dann etwa verweigert der Förster die Genehmigung, den Forstweg zum vorgesehenen Zeitpunkt zu befahren. „Da kann sich ständig etwas ändern“, sagt Weißenseel.

Per Tieflader durch die Republik

Bei längeren Pausen zwischen den Drehs werden die Fahrzeuge aus dem Militärmuseum in Stammheim wieder mit zurück an die Mainschleife genommen. Wobei es wahnsinnig zeitraubend und nervenaufreibend sei, bis alle Genehmigungen für den Schwertransport per Tieflader quer durch die Republik vorliegen, so Weißenseel. Bisher sei alles mit den Fahrzeugen gut gegangen, obwohl die im Museum normalerweise stillgelegten Panzer- und Kettenfahrzeuge durch das häufige Vor- und Rückwärtsrangieren für die verschiedenen Kameraeinstellungen kräftig strapaziert werden. Sollte sich dennoch ein unvorhergesehenes technisches Problem auftun, „dann kann man zum Glück noch an der alten Technik aus den 1940er Jahren schrauben“, so Günther Weißenseel.

Mit „The Monuments Men“ produziert George Clooney überwiegend in Deutschland seinen bislang teuersten Film. Pro Tag sollen die Dreharbeiten bis zu einer Million Dollar verschlingen. Insgesamt steht ein Etat zwischen 70 und 80 Millionen Dollar im Raum.

Die Story hinter dem Film

Die auf dem Buch „Monuments Men – Die Jagd nach Hitlers Raubkunst“ basierende Handlung erzählt die kaum bekannte Geschichte von einer der spektakulärsten Schatzsuchen aller Zeiten am Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Nationalsozialisten lassen damals mehr als fünf Millionen geraubte Kunstobjekte aus ganz Europa für das geplante „Führermuseum“ ins Reich schaffen.

Bei der Invasion der Alliierten 1944 in der Normandie mischt sich eine mit Experten besetzte britisch-amerikanische Sondereinheit unter die Truppen: Die Monuments Men. Ihr Auftrag ist es, in einem Wettlauf gegen die Zeit die Kunstwerke von unschätzbarem Wert hinter den feindlichen Linien aufzuspüren und für die Nachwelt zu retten.

Premiere ist am 2. Januar geplant

Der deutsche Kinostart der hochkarätig mit Matt Damon, Cate Blanchett, Bill Murray und anderen Stars besetzten Hauptrollen ist für den 2. Januar 2014 vorgesehen.

Der 26. Juni soll nach jetzigen Planungen der letzte Drehtag für die Truppe aus Stammheim sein. Bis dahin wird es Günter Weißenseel und seinen Männern sicher irgendwann noch gelingen, George Clooney zu einer persönlichen Panzertour einzuladen und dabei die begehrten Autogramme für die „ganz verrückten Damen zu Hause“ zu ergattern.

Maßarbeit: Das erfordert das Verladen der Panzerfahrzeuge aus dem Militärmuseum in Stammheim, die bei den Dreharbeiten für George Clooneys neuester Filmproduktion zum Einsatz kommen.
Maßarbeit: Das erfordert das Verladen der Panzerfahrzeuge aus dem Militärmuseum in Stammheim, die bei den Dreharbeiten für George Clooneys neuester Filmproduktion zum Einsatz kommen. Foto: Militärmuseum Stammheim
Schwertransport im Auftrag von George Clooney: Insgesamt fünf Panzer- und Halbkettenfahrzeuge stellt das Militärmuseum in Stammheim inklusive Fahrer und Fahrzeugkommandanten für die Dreharbeiten zu „The Monuments Men“.
Schwertransport im Auftrag von George Clooney: Insgesamt fünf Panzer- und Halbkettenfahrzeuge stellt das Militärmuseum in Stammheim inklusive Fahrer und Fahrzeugkommandanten für die Dreharbeiten zu „The Monuments Men“. Foto: Militärmuseum Stammheim

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